"Keine Könige": Millionen demonstrieren bei potenziell größtem US-Protest
Über 3.000 Kundgebungen in allen US-Kongresswahlbezirken kennzeichnen die dritte Welle der "Keine Könige"-Proteste am 28. März, wobei die Organisatoren den größten einzelnen Protesttag in der amerikanischen Geschichte vorhersagen.
Eine Nation geht auf die Straße
Am Samstag, dem 28. März, werden voraussichtlich Millionen Amerikaner Straßen, Parks und das Gelände des Kapitols bevölkern, bei dem, was Organisatoren und Historiker als den größten einzelnen Tag des innerstaatlichen Protests in der Geschichte der Vereinigten Staaten bezeichnen. Die dritte Welle der "Keine Könige"-Bewegung – hauptsächlich organisiert von der Basisbewegung Indivisible – hat mehr als 3.200 Veranstaltungen registriert, die sich über jeden Kongresswahlbezirk des Landes und sechs Kontinente weltweit erstrecken.
Wenn die Prognosen zutreffen, werden die Demonstrationen sowohl die Proteste vom Juni 2025, an denen schätzungsweise fünf Millionen Teilnehmer bei 2.100 Veranstaltungen teilnahmen, als auch die Welle vom Oktober 2025, als sich während eines Regierungsstillstands etwa sieben Millionen Menschen versammelten, in den Schatten stellen. Das Ausmaß signalisiert eine Protestbewegung, die nicht nur anhält, sondern sich beschleunigt.
St. Paul: Die Flaggschiff-Kundgebung
Das Herzstück der Bewegung ist eine massive Kundgebung am Minnesota State Capitol in St. Paul, wo die Organisatoren den Staatsbeamten mitteilten, dass sie mit 100.000 bis 150.000 Teilnehmern rechnen – gegenüber schätzungsweise 80.000 am selben Ort im vergangenen Juni. Die Besetzung liest sich wie ein Who's Who des amerikanischen Aktivismus und der Kultur: Senator Bernie Sanders, Rocklegende Bruce Springsteen, Schauspielerin Jane Fonda, Folk-Ikone Joan Baez und Sängerin Maggie Rogers.
Springsteen wird voraussichtlich "Streets of Minneapolis" aufführen, ein Protestlied, das er nach den tödlichen Schüssen auf Zivilisten durch Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde Anfang des Jahres geschrieben hat. Die Demonstranten werden von drei Ausgangspunkten – Saint Paul College, Harriet Island und Western Sculpture Park – zusammenkommen, bevor sie sich um 14:00 Uhr am Kapitol versammeln.
Andere große Kundgebungen haben ihre eigenen bemerkenswerten Persönlichkeiten: Bill Nye und Journalist Mehdi Hasan in Washington, D.C., und die Dropkick Murphys in Boston.
Warum sie demonstrieren
Die Proteste werden von einer Vielzahl von Beschwerden gegen die zweite Amtszeit der Trump-Regierung befeuert. Hauptsächlich geht es um die Operationen der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), einschließlich der "Operation Metro Surge", die zu den tödlichen Schüssen auf die Zivilisten Renée Good, Keith Porter Jr. und Alex Pretti in Minnesota geführt hat. Die Organisatoren verweisen auch auf 40 Todesfälle in Haftanstalten seit Amtsantritt der Regierung.
"Mit jeder ICE-Razzia, jeder Eskalation im Ausland und jedem Machtmissbrauch im Inland erheben sich die Amerikaner gegen Trumps Versuch, durch Angst und Gewalt zu regieren", sagte Ezra Levin, Co-Geschäftsführer von Indivisible.
Die Bewegung hat ihren Fokus auch auf den Widerstand gegen den US-israelischen Krieg gegen den Iran, Bedenken hinsichtlich der Gesundheitsversorgung und das, was die Organisatoren als systematische Aushöhlung demokratischer Normen bezeichnen, ausgeweitet.
Jenseits der Städte
Die vielleicht auffälligste Entwicklung ist die geografische Ausdehnung der Bewegung. Laut Indivisible leben zwei Drittel der Menschen, die sich für die Veranstaltungen am 28. März angemeldet haben, außerhalb der großen städtischen Zentren – ein Anstieg von fast 40 Prozent gegenüber der ersten "Keine Könige"-Aktion. Diese Beteiligung im ländlichen Raum und in den Vororten deutet darauf hin, dass die Proteste eine breitere Koalition aufbauen, die weit über die traditionellen liberalen Hochburgen hinausreicht.
"Die Menschen kommen in jedem Staat, in jedem Bezirk zusammen und sagen gemeinsam: 'Es reicht'", sagte Leah Greenberg, Mitbegründerin von Indivisible.
Historische Echos, ungewisse Zukunft
Wenn die prognostizierte Beteiligung zustande kommt, würde der 28. März nicht nur frühere "Keine Könige"-Veranstaltungen übertreffen, sondern auch den Marsch auf Washington von 1963 und den Women's March von 2017 als den größten koordinierten Protest in der amerikanischen Geschichte. Das rasche Wachstum der Bewegung – von einer ersten Kundgebung zu einem potenziellen Rekordbrecher in weniger als einem Jahr – spiegelt die Tiefe der politischen Polarisierung wider, die das Land erfasst.
Doch die Frage, die über jedem Protestschild und Megaphon schwebt, bleibt die, die von Analysten bei Stateline aufgeworfen wurde: Was kommt als Nächstes? Ob diese außergewöhnliche Mobilisierung zu dauerhaften politischen Veränderungen führt – an der Wahlurne, vor Gericht oder in den Hallen des Kongresses – wird darüber entscheiden, ob die "Keine Könige"-Bewegung zu einem Wendepunkt oder einem Moment wird.
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