BAFTA 2026: Andersons Epos räumt sechs Preise ab, Coogler schreibt Geschichte
Paul Thomas Andersons 'One Battle After Another' fegte bei den 79. BAFTA Film Awards mit sechs Preisen, darunter Bester Film und Beste Regie, über die Bühne, während Ryan Coogler als erster Schwarzer den Preis für das Beste Originaldrehbuch für seinen Horrorfilm 'Sinners' gewann.
Eine Nacht der Dominanz in der Royal Festival Hall
Die Royal Festival Hall in London fällte am Sonntag, dem 22. Februar, ein klares Urteil: Paul Thomas Andersons weitläufiges Epos "One Battle After Another" ist der Film, den es in dieser Preisverleihungssaison zu schlagen gilt. Bei den 79. BAFTA Film Awards, die von dem Emmy-prämierten Schauspieler Alan Cumming moderiert und auf BBC One ausgestrahlt wurden, gewann Andersons Film sechs Preise – die höchste Ausbeute des Abends – darunter die beiden begehrtesten: Bester Film und Beste Regie.
Der Sieg krönt einen bemerkenswerten Preisverleihungsmarathon für den Film, in dem Leonardo DiCaprio in einer Rolle zu sehen ist, die Kritiker als eine seiner anspruchsvollsten bezeichnen. Neben den Top-Auszeichnungen gewann "One Battle After Another" den Preis für den Besten Nebendarsteller für Sean Penn, das Beste adaptierte Drehbuch, die Beste Kamera und den Besten Schnitt – eine fast vollständige Ausbeute in den handwerklichen Kategorien, die seinen technischen und erzählerischen Ehrgeiz unterstreicht.
Sinners schreibt BAFTA-Geschichte
Wenn "One Battle After Another" den Abend dominierte, sorgte Ryan Cooglers übernatürlicher Horrorfilm "Sinners" für den einprägsamsten Moment. Coogler gewann den Preis für das Beste Originaldrehbuch und ist damit die erste schwarze Person, die jemals einen BAFTA in dieser Kategorie gewonnen hat – ein Meilenstein, der in der Branche große Aufmerksamkeit erregte.
Das historische Gewicht ist beträchtlich. "Sinners" war mit 13 Nominierungen zu den BAFTAs gekommen, so viele wie noch nie für einen Film unter der Regie eines schwarzen Filmemachers. Bei den Oscars hat in der fast hundertjährigen Geschichte der Academy nur ein schwarzer Drehbuchautor für ein Originaldrehbuch gewonnen: Jordan Peele für "Get Out" im Jahr 2017. Cooglers BAFTA-Gewinn verleiht der Diskussion über Repräsentation in den höchsten Ehren der Branche neue Dynamik.
"Sinners" erhielt außerdem den Preis für die Beste Nebendarstellerin für Wunmi Mosaku und die Beste Originalmusik und beendete den Abend mit drei Auszeichnungen – ein starkes Ergebnis für einen Film, der mit 16 Nominierungen bereits den Allzeit-Nominierungsrekord bei den Oscars gebrochen hat.
Überraschungen in den Schauspielkategorien
Die größte Überraschung des Abends gab es in den Schauspielkategorien. Robert Aramayo, der außerhalb des Genre-Fernsehens weitgehend unbekannt ist, schlug Leonardo DiCaprio, Timothée Chalamet, Ethan Hawke und Michael B. Jordan und gewann den Preis als Bester Schauspieler für seine Leistung in "I Swear". Da Aramayo bei den Oscars nicht teilnahmeberechtigt ist, wird sein BAFTA-Gewinn das Rennen der Academy wahrscheinlich nicht direkt beeinflussen – er diente jedoch als deutliche Erinnerung daran, dass die BAFTA-Wähler nach ihren eigenen Regeln agieren.
Jessie Buckley nahm den Preis als Beste Schauspielerin für "Hamnet" mit nach Hause, das Historiendrama, das als echte Bedrohung für "One Battle After Another" um den Hauptpreis galt. Guillermo del Toros "Frankenstein" gewann drei technische Auszeichnungen – Kostümdesign, Produktionsdesign und Make-up & Hair – und rundete damit einen Abend ab, dessen Ergebnisse über das gesamte Feld verteilt waren.
Was es für die Oscars bedeutet
Da die Oscar-Abstimmung bereits läuft, haben die BAFTA-Ergebnisse echtes Gewicht. Andersons Ausbeute von sechs Preisen – insbesondere der Gewinn in den Kategorien Regie, Drehbuch und Handwerk – festigt "One Battle After Another" als klaren Favoriten für die Academy Awards. DiCaprios Verlust als Bester Schauspieler verschiebt dieses Rennen jedoch weiter in Richtung Chalamet, der bereits den Golden Globe und den Critics Choice Award gewonnen hat.
Für Coogler sind die Einsätze anders, aber ebenso bedeutsam. Ein historischer BAFTA-Gewinn für das Beste Originaldrehbuch garantiert zwar keinen Oscar, aber er verschiebt die Erzählung um "Sinners" von einem publikumsfreundlichen Genrefilm zu einem ernstzunehmenden Preiskandidaten – und zu einem Vehikel für die längst überfällige Anerkennung schwarzer Kreativer auf den höchsten Ebenen des Kinos.
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