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Mailand-Cortina 2026 mit 'Schönheit in Aktion' beendet

Die Olympischen Winterspiele 2026 fanden am 22. Februar in der antiken römischen Arena von Verona einen spektakulären Abschluss. Dabei wurde die italienische Kultur gefeiert, nachdem 17 Tage lang Wintersportrekorde gebrochen wurden, bevor die Flagge an die französischen Alpen für 2030 übergeben wurde.

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Redakcia
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Mailand-Cortina 2026 mit 'Schönheit in Aktion' beendet

Ein historischer Abschied in einem antiken Amphitheater

Die XXV. Olympischen Winterspiele gingen am 22. Februar 2026 mit einer Zeremonie zu Ende, die in der modernen olympischen Geschichte ihresgleichen sucht. Rund 12.000 Zuschauer füllten die Arena di Verona – ein römisches Amphitheater aus dem ersten Jahrhundert und UNESCO-Weltkulturerbe – für ein 2,5-stündiges Spektakel mit dem Titel „Beauty in Action“. Es war das erste Mal seit den Spielen von Athen 1896, dass ein antikes Monument als Bühne für eine olympische Zeremonie diente.

Die Entscheidung, die Abschlussfeier in Verona abzuhalten, getrennt von den Gastgeberstädten Mailand und Cortina d'Ampezzo, war an sich schon ein Statement: Bei diesen Spielen ging es nie um einen einzigen Ort. Milano Cortina 2026 erstreckte sich über rund 22.000 Quadratkilometer Norditaliens und war die geografisch am weitesten verteilte Winterolympiade, die je veranstaltet wurde.

Italiens kulturelles Schaufenster

Die Zeremonie verband Fäden der italienischen künstlerischen Identität, von der lyrischen Oper bis zum zeitgenössischen Pop. Roberto Bolle, einer der gefeiertsten Balletttänzer der Welt, gab seine allererste Luftdarbietung – er stieg durch einen lodernden Ring herab, der die Sonne darstellen sollte, und landete dann auf einer Bühne, die die venezianische Lagune widerspiegeln sollte, komplett mit Gondeln. Er tanzte zu einer eindringlichen Melodie der italienischen Sängerin Joan Thiele.

Sänger Achille Lauro und DJ Gabry Ponte folgten und brachten die rund 1.500 Athleten auf dem Arenaboden in einem konfettigetränkten Finale zum Toben. Die Feier würdigte alles von der antiken römischen Pracht bis zur blühenden zeitgenössischen Musikszene Italiens – eine bewusste Verschmelzung von Erbe und Moderne, die die Organisatoren von Anfang an versprochen hatten.

Zwei olympische Feuer – eines in Mailand, eines in Cortina d'Ampezzo – wurden während der Zeremonie gleichzeitig per Videoverbindung gelöscht, eine logistische Premiere für die Winterspiele. Die doppelten Feuer waren ein charakteristisches Merkmal von Spielen, die durch ihr Multi-City-Format definiert wurden.

Rekorde auf Schnee und Eis

Die sportliche Bilanz war ebenso beeindruckend. Rund 2.880 Athleten aus 92 Nationen kämpften über 17 Tage in 116 Medaillenentscheidungen in acht Sportarten und 16 Disziplinen. Skibergsteigen feierte sein olympisches Debüt und erweiterte die Reichweite des Programms in den alpinen Ausdauerbereich.

Norwegen führte die Gesamtmedaillenwertung mit 41 Medaillen an, darunter 18 Goldmedaillen – und brach damit den eigenen Rekord, der bei den Spielen von PyeongChang 2018 aufgestellt wurde. Langlauflegende Johannes Høsflot Klæbo holte allein bei diesen Spielen einen Rekord von sechs Goldmedaillen.

Die Vereinigten Staaten stellten mit 232 Athleten ihr bisher größtes Winterolympiateam und sicherten sich einen Rekord von 12 Goldmedaillen – ein Meilenstein, der von USOPC-CEO Sarah Hirshland als „eine wahrhaft historische Leistung“ gefeiert wurde. Das Gastgeberland Italien übertraf alle Erwartungen und beendete die Spiele mit insgesamt 30 Medaillen (10 Gold, 6 Silber, 14 Bronze) – seinem besten Ergebnis bei Winterspielen überhaupt, das die 20 Medaillen von den Spielen in Lillehammer 1994 übertraf.

Übergabe an die französischen Alpen

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry schloss die Spiele mit Lob für die italienischen Organisatoren und sagte, sie hätten „eine neue Art von Winterspielen geliefert und einen sehr hohen Standard für die Zukunft gesetzt“. Die olympische Flagge wurde offiziell an Frankreich übergeben, dessen Region Riviera-Alpen die Winterspiele 2030 ausrichten wird, nach einem ähnlich verteilten Modell, das möglicherweise sogar das Eisschnelllaufen in Italien oder den Niederlanden stattfinden lässt.

Die Paralympischen Winterspiele kehren am 6. März für ihre Eröffnungsfeier in die Arena von Verona zurück und verlängern Italiens olympischen Moment bis Mitte März. Vorerst sind die Zwillingsflammen erloschen – aber das Bild der antiken Steine von Verona, die vom olympischen Feuer erleuchtet werden, wird die Sportwelt wohl kaum vergessen.

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