Was ist eine Börsenkorrektur und wie funktioniert sie?
Eine Börsenkorrektur ist ein Rückgang von 10 % oder mehr gegenüber einem kürzlichen Höchststand. Hier erfahren Sie, wie sich Korrekturen von Bärenmärkten und Crashs unterscheiden, wie oft sie vorkommen und was die Geschichte über Erholungen aussagt.
Die 10-Prozent-Hürde
Eine Börsenkorrektur tritt ein, wenn ein wichtiger Index – wie der S&P 500 oder der Dow Jones Industrial Average – um 10 % oder mehr von seinem letzten Höchststand fällt, aber noch nicht um 20 % gesunken ist. Diese 10-Prozent-Marke ist die allgemein akzeptierte Schwelle an der Wall Street, die eine Korrektur von den routinemäßigen Rückgängen von 5–9 % unterscheidet, die mehrmals im Jahr vorkommen.
Der Begriff „Korrektur“ impliziert, dass die Kurse über ihren langfristigen Trend gestiegen sind und lediglich auf ein nachhaltigeres Niveau zurückkehren. Mit anderen Worten, der Markt korrigiert eine Überschreitung – nicht einen Zusammenbruch.
Korrektur vs. Bärenmarkt vs. Crash
Investoren verwechseln oft drei verschiedene Arten von Rückgängen. Die Unterschiede liegen in Tiefe, Geschwindigkeit und Dauer:
- Pullback: Ein Rückgang von 5–9 % gegenüber einem kürzlichen Hoch. Häufig und in der Regel kurzlebig.
- Korrektur: Ein Rückgang von 10–19 %. Dauert in der Regel etwa vier bis fünf Monate, bevor sich der Markt zu erholen beginnt.
- Bärenmarkt: Ein anhaltender Rückgang von 20 % oder mehr. Seit 1950 dauerten Bärenmärkte im Durchschnitt etwa 338 Tage, mit einem durchschnittlichen Rückgang von etwa 33 %.
- Crash: Ein plötzlicher, steiler Absturz – oft 10 % oder mehr innerhalb von Tagen. Crashs sind selten und treten tendenziell etwa einmal pro Jahrzehnt auf.
Eine Korrektur kann sich zu einem Bärenmarkt ausweiten, aber die meisten tun dies nicht. Laut Fidelity hat sich nur etwa jede fünfte Korrektur seit 1929 zu einem vollständigen Bärenmarkt ausgeweitet.
Wie oft kommen Korrekturen vor?
Öfter, als viele Investoren realisieren. Historische Daten zeigen, dass der S&P 500 in etwa sechs von zehn Kalenderjahren eine Korrektur von 10 % oder mehr erlebt. Im Durchschnitt kommt es etwa alle 1,2 Jahre zu einer Korrektur, obwohl sie sich in Zeiten geopolitischer Spannungen oder wirtschaftlicher Unsicherheit häufen können.
Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es Dutzende von Korrekturen. Jede einzelne wurde schließlich von einer Erholung gefolgt, die den Index zu neuen Höchstständen führte – obwohl die Zeit bis zur Erholung von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten variierte.
Was löst eine Korrektur aus?
Korrekturen haben selten eine einzige Ursache. Häufige Auslöser sind:
- Überbewertung: Wenn die Aktienkurse schneller steigen, als die Unternehmensgewinne rechtfertigen können, wird eine Rücksetzung wahrscheinlich.
- Wirtschaftliche Schocks: Unerwartete Änderungen der Zinssätze, Inflationsdaten oder Beschäftigungszahlen können Investoren verunsichern.
- Geopolitische Ereignisse: Kriege, Handelsstreitigkeiten und Unterbrechungen der Energieversorgung lösen oft plötzliche Ausverkäufe aus.
- Stimmungswechsel: Die Anlegerpsychologie spielt eine wichtige Rolle. Angst kann sich selbst verstärken, da Margin Calls und algorithmischer Handel den Verkauf beschleunigen.
Auf der grundlegendsten Ebene stellt Charles Schwab fest, dass Korrekturen auftreten, wenn mehr Investoren verkaufen als kaufen wollen – einfache Angebots- und Nachfrageprinzipien, angewendet auf Aktien.
Was die Geschichte über Erholungen aussagt
Die wichtigste Statistik für langfristige Investoren: Jede Korrektur in der Nachkriegszeit wurde durch eine anschließende Rallye wieder wettgemacht. Laut Hartford Funds dauert es bei der durchschnittlichen Korrektur etwa vier Monate, bis sie ihren Tiefpunkt erreicht hat, und der darauffolgende Bullenmarkt übertrifft den Abschwung in der Regel sowohl in Bezug auf das Ausmaß als auch auf die Dauer.
Dieses Muster ist der Grund, warum Finanzberater fast einhellig von Panikverkäufen abraten. Investoren, die während einer Korrektur aus dem Markt aussteigen, riskieren, Verluste zu realisieren und die stärksten Erholungstage zu verpassen – die sich historisch gesehen in den ersten Wochen nach einem Tiefpunkt häufen.
Wie Investoren Korrekturen meistern
Experten von Fidelity, Morningstar und Bankrate sind sich im Großen und Ganzen über mehrere Prinzipien einig:
- Kurs halten. Ein diversifiziertes Portfolio, das auf Ihren Zeithorizont abgestimmt ist, ist die beste Verteidigung.
- Vermeiden Sie Market Timing. Selbst das Verpassen der zehn besten Handelstage in einem Jahrzehnt kann die Rendite drastisch schmälern.
- Erwägen Sie Dollar-Cost-Averaging. Regelmäßige Investitionen mit festen Beträgen kaufen mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, wodurch Ihre durchschnittlichen Kosten im Laufe der Zeit sinken.
- Überprüfen, aber nicht überarbeiten. Eine Korrektur ist ein guter Zeitpunkt, um Ihr Portfolio neu auszurichten – nicht um Ihre Strategie aufzugeben.
Das Fazit
Börsenkorrekturen sind ein normales, wiederkehrendes Merkmal des Investierens – kein Zeichen dafür, dass das Finanzsystem zusammenbricht. Sie treten häufig auf, lösen sich relativ schnell auf und haben ein breit diversifiziertes Portfolio, das langfristig gehalten wird, noch nie dauerhaft zum Entgleisen gebracht. Zu verstehen, was eine Korrektur ist und was sie nicht ist, ist eines der wertvollsten Elemente finanzieller Bildung, die ein Investor haben kann.
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