Kultur

Iberoamerika erobert das Series Mania Forum 2026

Zwei Projekte mit spanischem und hispanoamerikanischem Ursprung gehören zu den 15 ausgewählten Beiträgen aus über 450 Bewerbungen beim wichtigsten audiovisuellen Koproduktionsforum Europas – in einer Zeit, in der globale Plattformen Rekordinvestitionen in spanischsprachige Inhalte tätigen.

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Redakcia
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Iberoamerika erobert das Series Mania Forum 2026

Das wichtigste audiovisuelle Forum Europas öffnet seine Türen für Iberoamerika

Das Series Mania Forum, das einflussreichste Event für audiovisuelle Koproduktionen in Europa, hat die 15 Projekte bekannt gegeben, die für die Coproduction Sessions 2026 ausgewählt wurden. Diese finden am 24. März in Lille, Frankreich, statt. Unter den Auserwählten aus über 450 Bewerbungen aus 65 Ländern befinden sich erstmals zwei Produktionen mit iberoamerikanischem Ursprung: eine spanisch-chilenische Koproduktion und eine Serie, die im Spanien der 1980er Jahre spielt.

Die zwei ausgewählten iberoamerikanischen Projekte

Das Projekt mit der größten regionalen Strahlkraft ist The Glacier Murders, eine Koproduktion zwischen Brutal Media (Spanien) und Fábula (Chile). Das Projekt, bestehend aus sechs Episoden à 50 Minuten, ist ein Thriller, der zwischen Patagonien und Katalonien wechselt: Ein junger Spanier erbt ein abgelegenes Hotel im Süden Chiles, das eine gefrorene Leiche birgt. Zusammen mit einer in Ungnade gefallenen Detektivin entdeckt er, dass die Verbrechen auf die Geheimnisse seiner eigenen Familie in Barcelona zurückgehen. Die Drehbuchautoren Mariano Baselga und Enrique Videla zeichnen für das Projekt verantwortlich, das von Arlette Peyret und Álvaro Cabello produziert wird.

Die zweite ausgewählte Produktion ist Without Standing (100 ACRES), ein historisches Drama in acht Episoden, das im Madrid von 1981 spielt, als Spanien gerade die Scheidung legalisiert hatte. Eine auf einer schwarzen Liste stehende Sekretärin eröffnet eine geheime Anwaltskanzlei für verzweifelte Frauen und macht das Überleben zu einem Geschäft, das Feinde auf ihrem Weg sät. Die Drehbuchautorin Jessica Aran und die Produzentin Candela Izquierdo leiten das Projekt.

Ein Meilenstein für den spanischsprachigen Markt

Die Ausgabe 2026 markiert einen historischen Moment: Uruguay und Panama nehmen zum ersten Mal am Koinvestitionsforum teil und gesellen sich zu einer Liste neuer Territorien, zu der auch Palästina, Kirgisistan, Zypern und Malaysia gehören. Die 15 Projekte konkurrieren vor einer Jury unter dem Vorsitz von Jorge Pezzi, Leiter der Fiktion bei Movistar Plus+, zusammen mit Vertretern von ARTE (Frankreich), ZDF (Deutschland) und SVT (Schweden). Das Gewinnerprojekt erhält einen Preis von 50.000 Euro und Zugang zu europäischen Finanzierungsnetzwerken, einschließlich der Mittel des Programms Europa Creativa der Europäischen Union.

Der unaufhaltsame Aufstieg spanischsprachiger Inhalte

Die Anerkennung kommt in einer Zeit beispielloser Expansion für spanischsprachige Serien. Netflix hat zwischen 2025 und 2028 mehr als 1 Milliarde Euro in die spanische Produktion investiert, nachdem festgestellt wurde, dass spanische Titel mehr als 5 Milliarden Stunden Wiedergabe auf der Plattform generierten, die höchste Zahl unter den nicht-englischsprachigen Ländern Europas. Laut Daten von Parrot Analytics wuchsen die Originale in Spanisch und Portugiesisch zwischen 2020 und 2024 um 266 %, deutlich über den 178 %, die in anderen Sprachen verzeichnet wurden.

Amazon Prime Video und Apple TV+ haben ebenfalls ihre Investitionen in lateinamerikanische Inhalte vervielfacht und Spanien und Mexiko zu zwei der wichtigsten Produktionszentren für die spanischsprachige Welt gemacht. In diesem Kontext hat sich die Präsenz auf dem Series Mania Forum zu einem strategischen Hebel für iberoamerikanische Kreative entwickelt, um Zugang zu europäischen Koinvestitionen zu erhalten und ihre internationale Reichweite zu erhöhen.

Ein Signal für die Branche

Mit der Auswahl von The Glacier Murders und Without Standing sendet das Series Mania Forum eine eindeutige Botschaft: Iberoamerikanisches Talent ist in den großen europäischen Märkten keine Seltenheit mehr, sondern etabliert sich als zentraler Akteur des globalen audiovisuellen Sektors. Am 24. März in Lille wird sich zeigen, ob sich diese Wette auch in der begehrtesten Auszeichnung des Forums niederschlägt.

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