Milano Cortina 2026: Braathen schreibt Geschichte zur Halbzeit
Lucas Pinheiro Braathen holt Brasiliens erste olympische Wintermedaille mit Gold im Riesenslalom, während Tag 13 der Spiele von Milano Cortina das Kürprogramm der Damen im Eiskunstlauf, das Finale im Fraueneishockey zwischen den USA und Kanada sowie das historische Olympiadebüt im Skibergsteigen bietet.
Eine südamerikanische Premiere auf alpinen Pisten
Das prägende Bild der Olympischen Winterspiele 2026 in den italienischen Alpen entstand am 14. Februar, als Lucas Pinheiro Braathen in Brasiliens Grün und Gelb gehüllt über die Ziellinie von Bormio fuhr. Der Sieg des 25-Jährigen im Riesenslalom der Herren war nicht nur Brasiliens erstes olympisches Wintergold – es war die erste olympische Wintermedaille überhaupt für Südamerika. Ein Kontinent, der lange von den Spielen im Schnee ausgeschlossen war, ist endlich angekommen.
Braathen schlug den amtierenden Olympiasieger Marco Odermatt aus der Schweiz im Finallauf um 0,58 Sekunden, wobei Odermatt Silber und sein Landsmann Loïc Meillard Bronze holten. Braathen wurde in Oslo als Sohn eines norwegischen Vaters und einer brasilianischen Mutter geboren. Er vertrat zuvor Norwegen, bevor er sich kurzzeitig zurückzog und 2024 unter brasilianischer Flagge zurückkehrte – eine Entscheidung, die er als Ehrung der Wurzeln seiner Mutter bezeichnete. Die Wahl hat ihn seither in ganz Brasilien zu einem Nationalhelden gemacht.
Tag 13: Drei Ereignisse prägen die Spiele
Zu Beginn des Donnerstags, dem 19. Februar, richtet sich die Aufmerksamkeit auf drei Hauptereignisse. Im Eiskunstlauf führt die Japanerin Ami Nakai ein dicht gedrängtes Damenfeld in das Kürprogramm im Mediolanum Forum in Mailand, wobei die dreifache Weltmeisterin Kaori Sakamoto direkt dahinter auf dem zweiten Platz und die Amerikanerin Alysa Liu auf dem dritten Platz liegt. Es wird allgemein erwartet, dass das Kürprogramm zu einer dramatischen Umbesetzung des Podiums führen wird.
Die traditionsreichste Rivalität im Eishockey wird fortgesetzt, wenn die Vereinigten Staaten auf Kanada im Goldmedaillenspiel der Frauen treffen – dem fünften olympischen Finale in Folge zwischen den beiden Nationen. Die Amerikanerinnen reisen als haushohe Favoritinnen an: sechs Siege aus sechs Spielen, 31 erzielte Tore und nur ein Gegentor während des gesamten Turniers. Kanada, das zum Teil von der Brillanz von Marie-Philip Poulin getragen wird – die im Halbfinalsieg gegen die Schweiz zweimal traf – wird eine nahezu perfekte Leistung benötigen, um sie zu entthronen.
Skibergsteigen erlebt seinen olympischen Moment
Der Donnerstag markiert auch einen Meilenstein für den Wintersport: Skibergsteigen feiert sein lang erwartetes olympisches Debüt, mit Sprintwettbewerben für Männer und Frauen in der Valtellina-Region von Bormio. Als einzige neue Disziplin bei Milano Cortina 2026 verbindet Skibergsteigen rasante alpine Aufstiege mit technischen Abfahrten, wobei die Athleten zwischen Fellen und Skirennen in anspruchsvollem Berggelände wechseln. Die Zustimmung des IOC spiegelt das umfassendere Ziel wider, Abenteuer- und Ausdauerdisziplinen in den Fünf-Ringe-Verbund zu bringen.
Eishockey-Drama: Kanada übersteht Verlängerung
Der Mittwoch lieferte einen der atemberaubendsten Momente des Turniers. Kanada eliminierte Tschechien im Viertelfinale der Herren mit 4:3 nach Verlängerung, wobei Mitch Marners Rückhand in der Verlängerung die Kanadier weiterbrachte. Connor McDavid sammelte zwei Assists und stellte damit den Rekord für die meisten Punkte bei Olympischen Spielen der NHL-Ära ein. Der Sieg hatte seinen Preis: Kapitän Sidney Crosby wurde durch einen harten Check aus dem Spiel genommen, was Unsicherheit über Kanadas Halbfinale gegen Finnland am Freitag aufkommen lässt.
An anderer Stelle krönte Mikaela Shiffrin einen emotionalen Bogen mit dem Gewinn des Slaloms der Damen am Mittwoch – ihr drittes olympisches Gold und erstes seit 2018, gesichert durch den größten Vorsprung im alpinen Skilauf bei Olympischen Spielen seit 1998. Der Norweger Johannes Hoesflot Klaebo holte sich im Skilanglauf seinen achten Olympiatitel, und der Japaner Totsuka Yuto dominierte die Snowboard-Halfpipe. Mit der für den 22. Februar angesetzten Schlussfeier hat Milano Cortina 2026 bereits ein bemerkenswertes und geschichtsträchtiges Kapitel in der Geschichte der Winterspiele geschrieben.
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