„Sinners“ bricht Oscar-Rekord mit 16 Nominierungen
Ryan Cooglers Vampir-Thriller „Sinners“ hat mit 16 Nominierungen den Allzeit-Oscar-Nominierungsrekord gebrochen. Die finale Abstimmung der Academy läuft bis zum 5. März, die Preisverleihung findet am 15. März mit Conan O'Brien als Gastgeber statt.
Ein Rekord, der Jahrzehnte hielt – bis jetzt
75 Jahre lang hatte kein Film die 14 Nominierungen von Alles über Eva (1950), Titanic (1997) und La La Land (2016) übertroffen. Dann kam Sinners. Ryan Cooglers Südstaaten-Gothic-Vampir-Thriller hat Oscar-Geschichte geschrieben und sich sage und schreibe 16 Nominierungen für die 98. Academy Awards gesichert – mehr als jeder andere Film in der fast hundertjährigen Geschichte der Veranstaltung.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences gab die Nominierungen im Januar bekannt und löste damit eine Welle von Branchengesprächen darüber aus, ob Hollywood die wettbewerbsfähigste Preisverleihungssaison seit einer Generation erlebt.
Worum geht es in „Sinners“?
Sinners spielt im Jahr 1932 im Mississippi-Delta und handelt von den Zwillingsbrüdern Smoke und Stack – beide gespielt von Michael B. Jordan –, die nach Jahren, in denen sie in Chicago kriminelle Geschäfte betrieben haben, in ihre Heimatstadt aus der Zeit der Jim-Crow-Gesetze zurückkehren. Ihr Plan, einen Juke Joint zu eröffnen, scheitert schnell, als übernatürliches Böses über die Gemeinde hereinbricht. Coogler, der vor allem für Black Panther und die Creed-Reihe bekannt ist, beschrieb das Projekt als zutiefst persönlich und erforscht Themen wie Abstammung, schwarze amerikanische Identität und Musik als kulturellen Widerstand.
Der Film erhielt ein seltenes CinemaScore von „A“ – die höchste Note, die ein Horrorfilm seit 35 Jahren erhalten hat – was sowohl auf eine kritische als auch auf eine kommerzielle Anziehungskraft hindeutet. Die nominierten Kategorien umfassen nahezu jede Disziplin des Filmemachens: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jordan), Bester Nebendarsteller (Delroy Lindo), Beste Nebendarstellerin (Wunmi Mosaku), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik, Bester Originalsong, Bester Ton, Beste visuelle Effekte, Bestes Make-up und Frisuren und Bestes Casting.
Die Konkurrenz: Eine Schlacht nach der anderen
Dicht auf den Fersen von Sinners ist Paul Thomas Andersons One Battle After Another, eine Adaption von Thomas Pynchons Roman Vineland aus dem Jahr 1990, mit 13 Nominierungen, darunter Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller für Leonardo DiCaprio und Nebenrollen für Sean Penn und Benicio del Toro. Der Film räumte im Februar bei den BAFTAs ab und gewann sechs Preise, darunter Bester Film, Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch – was ihm für die Zielgerade starken Rückenwind verleiht.
Andersons Film, der teilweise in VistaVision gedreht wurde – einem Breitformat, das seit den 1960er Jahren weitgehend inaktiv ist –, wurde für seinen technischen Ehrgeiz und seine Ensembleleistungen gelobt. Das Rennen zwischen diesen beiden Filmen wird von Branchenbeobachtern als ungewöhnlich eng beschrieben, wobei keiner von beiden in den Vorhersagen einen klaren Vorsprung hat.
Abstimmung, Zeremonie und was auf dem Spiel steht
Die finale Abstimmung der Academy begann am 26. Februar und endet am 5. März, so dass die rund 10.000 stimmberechtigten Mitglieder eine Woche Zeit haben, ihre Stimme abzugeben. Die 98. Oscar-Verleihung findet am 15. März 2026 im Dolby Theatre in Hollywood statt und wird live auf ABC übertragen. Conan O'Brien kehrt zum zweiten Mal in Folge als Gastgeber zurück, unterstützt von den zurückkehrenden Produzenten Raj Kapoor und Katy Mullan.
Die hohen Einsätze gehen über die beiden Spitzenreiter hinaus. Awards-Analysten weisen darauf hin, dass die Breite der Nominierungen von Sinners bedeutet, dass der Film mehrere technische Kategorien gewinnen könnte, selbst wenn er den Preis für den besten Film an Andersons Film verliert – ein Szenario, das sein Vermächtnis als eine der am häufigsten nominierten Produktionen in der Oscar-Geschichte dennoch festigen würde.
Ein Wendepunkt für das Genrekino
Die vielleicht wichtigste Dimension des diesjährigen Rennens ist, was es über den sich wandelnden Geschmack der Academy aussagt. Ein Horrorfilm – so anspruchsvoll er auch sein mag –, der das Nominierungsfeld anführt, wäre vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen. Cooglers Erfolg spiegelt eine breitere Verschiebung in der Art und Weise wider, wie die Branche und ihre Gatekeeper Prestige, Genre und die Frage, wessen Geschichten auf höchstem Niveau erzählt werden, neu überdenken.
Ob Sinners am 15. März Nominierungen in Siege umwandelt, bleibt abzuwarten. Aber sein Platz in der Oscar-Geschichte ist bereits gesichert.
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