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Wie DRAM-Preise funktionieren – und warum sie in die Höhe schnellen

Drei Unternehmen kontrollieren 95 % des weltweiten DRAM-Angebots. Hier erfahren Sie, wie die Preisgestaltung von Speicherchips funktioniert, warum der Markt so volatil ist und was die Boom-and-Bust-Zyklen antreibt, die sich durch jedes elektronische Gerät ziehen, das Sie besitzen.

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Redakcia
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Wie DRAM-Preise funktionieren – und warum sie in die Höhe schnellen

Der Chip in allem

Jedes Smartphone, jeder Laptop, jede Spielkonsole und jeder Server auf der Erde ist von einer einzigen Komponente abhängig: DRAM, oder dynamischem Direktzugriffsspeicher. Diese winzigen Chips speichern die Daten, die Ihr Gerät gerade benötigt – die App, die Sie ausführen, den Browser-Tab, den Sie lesen, das KI-Modell, das Ihre Anfrage verarbeitet. Und doch denken die meisten Menschen erst dann über DRAM nach, wenn sein Preis in die Höhe schießt und die Kosten für alles Elektronische mit ihm steigen.

Um zu verstehen, wie die DRAM-Preisgestaltung funktioniert, muss man einen der konzentriertesten, zyklischsten und strategisch wichtigsten Märkte der Weltwirtschaft verstehen.

Ein Oligopol der Drei

Das Wichtigste zuerst: Nur drei Unternehmen – Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology – kontrollieren etwa 95 % der weltweiten DRAM-Produktion. Kein anderes großes Halbleitersegment ist so konzentriert. Der Bau einer neuen Fabrik kostet über 15 Milliarden Dollar und es dauert 18 Monate oder länger, bis sie in Betrieb genommen werden kann. Dies schafft eine enorme Markteintrittsbarriere, die den Markt seit Jahrzehnten in einem engen Oligopol hält.

Diese Konzentration verleiht den Big Three eine erhebliche Preissetzungsmacht. Wenn alle drei das Angebot einschränken – sei es absichtlich oder weil die Kapazität physisch erschöpft ist – steigen die Preise stark an und die Käufer haben fast keine andere Wahl.

Der Boom-and-Bust-Zyklus

DRAM folgte in der Vergangenheit einem vorhersehbaren Zyklus. Die Nachfrage steigt, die Preise steigen und die Hersteller investieren Milliarden in neue Produktionskapazitäten. Da der Bau neuer Fabriken jedoch so lange dauert, kommt das zusätzliche Angebot erst lange nach dem anfänglichen Nachfrageanstieg auf den Markt, überschwemmt ihn und lässt die Preise einbrechen. Die Margen brechen ein, die Investitionen frieren ein und der Zyklus setzt sich schließlich zurück.

Laut IEEE Spectrum hat sich dieses Muster seit Jahrzehnten etwa alle drei bis vier Jahre wiederholt. Es bestraft Hersteller und Verbraucher gleichermaßen: Unternehmen verbuchen massive Verluste in Abschwungphasen, während Käufer mit plötzlichen Preissprüngen bei Engpässen konfrontiert sind.

Wie die Preise tatsächlich festgelegt werden

DRAM ist ein Massenprodukt – das DDR5-Modul eines Unternehmens ist weitgehend austauschbar mit dem eines anderen. Die Preise werden durch vierteljährliche Vertragsverhandlungen zwischen Herstellern und ihren größten Kunden festgelegt, hauptsächlich PC-Herstellern, Smartphone-Marken und Cloud-Anbietern. Branchenbeobachter wie TrendForce veröffentlichen Spot- und Vertragspreisdaten, die als Benchmark für den gesamten Markt dienen.

In letzter Zeit haben die Big Three jedoch auf kürzere Verträge und Post-Settlement-Pricing umgestellt, wie Tom's Hardware berichtet. Dies gibt den Herstellern mehr Flexibilität, die Preise bei sich verschärfenden Bedingungen nach oben anzupassen – ein Zeichen dafür, dass sich die Preissetzungsmacht wieder fest in Richtung der Anbieter verschoben hat.

Warum KI die alten Regeln gebrochen hat

Der traditionelle Zyklus steht nun unter enormem Druck. Die Explosion der künstlichen Intelligenz hat eine neue Kategorie der preisunelastischen Nachfrage geschaffen: Hyperscaler wie Microsoft, Google und Amazon kaufen massive Mengen an High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Trainingschips und verlangsamen ihre Käufe nicht, wenn die Preise steigen.

Laut Tom's Hardware werden Rechenzentren voraussichtlich bis zu 70 % aller weltweit produzierten Speicherchips verbrauchen – gegenüber etwa 32 % vor nur fünf Jahren. Jeder Wafer, der einem HBM-Stack in KI-Qualität zugewiesen wird, ist ein Wafer, der nicht für DDR5 in Verbraucherqualität verfügbar ist, wodurch ein Nullsummenwettbewerb zwischen Rechenzentren und gewöhnlichen Geräten entsteht.

Das Ergebnis: Die DRAM-Preise sind in den letzten Quartalen um 30 % bis 60 % gestiegen, und Hersteller von Unterhaltungselektronik von Apple bis Meta haben diese Kosten direkt an die Käufer weitergegeben.

Warum es für Sie wichtig ist

Wenn die DRAM-Preise in die Höhe schnellen, hat dies weitreichende Auswirkungen. Smartphones, Laptops, Spielkonsolen, VR-Headsets und sogar Automobile werden alle teurer. Die IDC schätzt, dass der globale PC-Markt um etwa 9 % schrumpfen und die Smartphone-Verkäufe während eines schweren Speicherengpasses um 5 % sinken könnten, da die Hersteller entweder die Preise erhöhen oder die Produktion drosseln.

Für Verbraucher ist die Quintessenz einfach: Der Preis Ihres nächsten Telefons oder Laptops wird nicht nur von der Marke auf der Verpackung bestimmt, sondern von einem globalen Tauziehen um einen Commodity-Chip, der von nur drei Unternehmen hergestellt wird – und zunehmend davon, wie viel Speicher die KI-Systeme der Welt verbrauchen.

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