Druzhba im März: Fico bestätigt Termin 3. März
Der slowakische Premierminister Robert Fico hat bestätigt, dass sich die Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline frühestens auf den 3. März verschiebt. Slowakei und Ungarn haben inzwischen ihre Notölreserven aktiviert, während Selenskyj sich weigerte, die Reparaturen zu beschleunigen, und Orbán aufforderte, einen Waffenstillstand im Energiebereich direkt mit Putin auszuhandeln.
Termin verschiebt sich: Öl kommt frühestens am 3. März
Der slowakische Premierminister Robert Fico bestätigte am Dienstag, dass sich die Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline erneut verzögert. „Nach neuesten Informationen wird das Öl im Februar nicht bei uns ankommen. Der erste vorläufige Termin ist um den 3. März herum“, erklärte Fico. Es handelt sich dabei um eine weitere Verschiebung – laut Informationen der Agentur SITA wurde der Termin für die Wiederaufnahme der Lieferungen seit dem 28. Januar bereits mehr als dreizehn Mal verschoben.
Der Ausfall der Öllieferungen dauert seit dem 27. Januar an, als ein russischer Luftangriff wichtige Anlagen der Hauptpumpstation bei Brody in der Region Lemberg in der Ukraine beschädigte. Die Druschba-Pipeline versorgt die Slowakei und Ungarn zusammen mit rund 9 Millionen Tonnen russischem Öl pro Jahr – für beide Länder handelt es sich um eine strategische Ware.
Slowakei ruft Ölnotstand aus
Die Regierung rief am 18. Februar den Ölnotstand aus und beschloss, der Raffinerie Slovnaft bis zu 250.000 Tonnen Öl aus staatlichen Notreserven zur Verfügung zu stellen. Die Europäische Kommission bestätigte durch ihre Sprecherin Anna-Kaisa Itkonen, dass sowohl die Slowakei als auch Ungarn Notreserven aktiviert haben. Gemäß den EU-Regeln müssen die Mitgliedstaaten Reserven vorhalten, die mindestens 90 Tage des Nettoimports abdecken – Brüssel betonte daher, dass keine unmittelbare Gefährdung der Versorgungssicherheit der EU bestehe.
Als alternative Route fungiert die kroatische Pipeline Adria (JANAF), die laut ihrem Betreiber den jährlichen Bedarf Ungarns (5,75 Millionen Tonnen) und der Slowakei (4,66 Millionen Tonnen) decken kann. Beide Länder bevorzugen jedoch das billigere russische Öl gegenüber der nicht-russischen Alternative.
Selenskyj: Reparaturen sind lebensgefährlich
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte eine Verpflichtung zur Beschleunigung der Reparaturen an der beschädigten Pipeline ab. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, in Kiew erklärte er: „Wenn Sie reparieren, wird Russland erneut angreifen. Unsere Leute wurden verletzt. Wofür? Damit wir noch mehr Menschen verlieren?"
Selenskyj forderte den ungarischen Premierminister Viktor Orbán gleichzeitig auf, einen „Waffenstillstand im Energiebereich“ direkt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auszuhandeln: „Der ungarische Premierminister soll mit Russland sprechen und einen Waffenstillstand im Energiebereich vorschlagen.“ Orbán reagierte mit der Behauptung, er werde die ukrainische Blockade durchbrechen und Selenskyj müsse „zur Besinnung kommen“.
Eskalation und Vergeltungsmaßnahmen
Fico warf Kiew feindseliges Verhalten gegenüber der Slowakei vor und betonte, dass das Land verbindliche Verträge über Öllieferungen habe. Als erste Vergeltungsmaßnahme stoppte die Slowakei die Notstromlieferungen an die Ukraine. Ungarn blockierte gleichzeitig in der Europäischen Union die Bereitstellung eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für Kiew und neue Sanktionen gegen Russland.
Die Situation offenbart tiefe Spannungen zwischen der Energieabhängigkeit mitteleuropäischer Länder von russischen Rohstoffen und den geopolitischen Realitäten des Krieges in der Ukraine. Während Brüssel zur Beschleunigung der Reparaturen auffordert, verweist Kiew auf die Kriegsbedingungen, die dies unmöglich machen – und der Termin 3. März bleibt weiterhin nur vorläufig.
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