Modi verspricht 'eiserne Allianz' mit Israel bei historischem Besuch
Der indische Premierminister Narendra Modi sprach vor der Knesset in Israel und versprach eine 'eiserne Allianz' mit Netanjahu. Dies war der erste Besuch eines indischen Staatsoberhaupts seit neun Jahren, bei dem die beiden Nationen eine gemeinsame Waffenproduktion und einen Weg zum Freihandel ankündigten.
Eine seltene Ankunft aus dem globalen Süden
Als Narendra Modis Flugzeug am 25. Februar auf dem Flughafen Ben Gurion landete, wurde er mit einer vollen Ehrenformation empfangen – eine Szene von unverkennbarem diplomatischem Gewicht. Der zweitägige Staatsbesuch des indischen Premierministers in Israel, sein erster seit neun Jahren, machte ihn zu einem der wenigen Staats- und Regierungschefs aus dem globalen Süden, die Tel Aviv seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 besucht haben.
In einer wegweisenden Rede vor der Knesset – der ersten überhaupt eines indischen Regierungschefs – nahm Modi kein Blatt vor den Mund. Er verurteilte die Angriffe vom 7. Oktober als "barbarisch" und erklärte, dass "keine Sache den Mord an Zivilisten rechtfertigen kann." Er versprach, eine "eiserne Allianz" gegen das zu schmieden, was er als "extremistischen Islam" bezeichnete, und erhielt stehende Ovationen von israelischen Abgeordneten, bevor ihm die Medaille des Sprechers der Knesset verliehen wurde.
"Indien steht fest und mit voller Überzeugung an der Seite Israels, in diesem Moment und darüber hinaus", sagte er vor dem Parlament. Premierminister Benjamin Netanjahu, sichtlich bewegt, nannte Modi "mehr als einen Freund – einen Bruder".
Vom Käufer zum Hersteller
Hinter der historischen Optik verbirgt sich eine strategische Beziehung von erheblicher materieller Tiefe. Indien ist Israels größter Waffenabnehmer und hat schätzungsweise 20,5 Milliarden Dollar allein zwischen 2020 und 2024 für israelische Waffen ausgegeben. Im Mittelpunkt dieses Besuchs stand jedoch eine Verlagerung des Charakters dieser Beziehung: weg von einer einfachen Käufer-Verkäufer-Dynamik hin zu einer gemeinsamen Koproduktion im Rahmen der indischen Initiative "Make in India".
Mehrere Absichtserklärungen wurden in den Bereichen Verteidigung, Technologie und Handel unterzeichnet. Israelische Medien berichteten, dass Israel sich bereit erklärt habe, technische Details seines Luftverteidigungssystems Iron Dome mit Indien zu teilen – ein bedeutendes Zugeständnis angesichts der strategischen Sensibilität des Systems. Neue Geschäfte werden auf bis zu 10 Milliarden Dollar geschätzt, wobei der Schwerpunkt auf Luftverteidigungssystemen gegen Raketen und Drohnen liegt.
Die beiden Staats- und Regierungschefs verpflichteten sich außerdem, ein Freihandelsabkommen abzuschließen, das auf dem bilateralen Handel aufbaut, der von 200 Millionen Dollar im Jahr 1992 auf 6,5 Milliarden Dollar im Jahr 2024 gestiegen ist. Die Gespräche umfassten KI, Cybersicherheit und Quantentechnologie als zusätzliche Säulen der entstehenden "besonderen strategischen Partnerschaft".
Der geopolitische Drahtseilakt
Modis Besuch ist nicht ohne diplomatische Reibungen. Nur eine Woche vor seiner Landung in Tel Aviv schloss sich Indien über 100 Nationen an, um eine UN-Erklärung zu unterzeichnen, in der Israels Siedlungsausbau im Westjordanland verurteilt wurde – wenn auch einen Tag zu spät, eine Verzögerung, die selbst auf Kritik stieß. Indiens traditionell blockfreie Außenpolitik und seine historische Unterstützung für einen palästinensischen Staat stehen in einem Spannungsverhältnis zu seiner zunehmenden Annäherung an Israel.
Kritiker im In- und Ausland sowie im globalen Süden haben Modi vorgeworfen, Indiens moralische Verpflichtungen aufzugeben. Analysten der Außenpolitik weisen darauf hin, dass der Besuch Indiens langjährige Doktrin der "strategischen Autonomie" auf die Probe stellt – die Fähigkeit, mit konkurrierenden Blöcken zusammenzuarbeiten, ohne von einem von ihnen vereinnahmt zu werden.
Doch Neu-Delhi sieht keinen Widerspruch. Israel demonstrierte Solidarität mit Indien während seiner jüngsten militärischen Konfrontation mit Pakistan, und der Nahe Osten bleibt für Indien von entscheidender Bedeutung für die Energieversorgung, die Rücküberweisungen von Auslandsindern und die umfassenderen Konnektivitätsbestrebungen, die Indiens globalen wirtschaftlichen Aufstieg untermauern.
Die Neugestaltung der Landkarte
Analysten verweisen auf eine umfassendere Neuausrichtung, die im Gange ist. Netanjahu hat öffentlich eine "hexagonale Allianz" vorgeschlagen, die Indien, Griechenland und Zypern umfasst. Indien hat die Gruppierung zwar nicht formell unterstützt, aber die Richtung ist klar. Neu-Delhi hat sich zu Israels stärkstem nicht-westlichen Partner entwickelt – eine Beziehung, die nun gefestigt genug ist, um die Turbulenzen eines andauernden Krieges in Gaza und den anhaltenden internationalen Druck zu überstehen.
Für Modi festigt der Besuch eine außenpolitische Wette, die den strategischen Vorteil über den multilateralen Konsens stellt. Für Netanjahu bietet er etwas ebenso Wertvolles: Legitimität von einer der größten Demokratien der Welt in einem Moment, in dem sich der größte Teil der Welt abgewandt hat.
Bleib auf dem Laufenden!
Folge uns auf Facebook für die neuesten Nachrichten und Artikel.
Folge uns auf Facebook