Kultur

Oscars 2026: Finale Abstimmung in historischem Rennen eröffnet

Die Mitglieder der Academy haben am 26. Februar mit der finalen Abstimmung begonnen. Paul Thomas Andersons BAFTA-gekrönter Film 'One Battle After Another' und Ryan Cooglers rekordverdächtiger Film 'Sinners' kämpfen um den Titel 'Bester Film' und um Geschichte.

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Redakcia
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Oscars 2026: Finale Abstimmung in historischem Rennen eröffnet

Zwei Filme, ein Preis

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat am Donnerstag, den 26. Februar, die finale Abstimmung für die 98. Academy Awards eröffnet und damit die letzte Etappe eines der wettbewerbsintensivsten Oscar-Rennen seit Jahren eingeläutet. Die Mitglieder haben bis zum 5. März Zeit, ihre Stimmen abzugeben, bevor die Zeremonie am 15. März im Dolby Theatre in Los Angeles stattfindet, die zum zweiten Mal in Folge von Conan O'Brien moderiert und live auf ABC und Hulu übertragen wird.

Andersons Triumph katapultiert 'One Battle' nach vorn

Die BAFTA Awards am vorangegangenen Sonntag dienten als wichtigster Indikator vor der Abstimmungseröffnung, und die Ergebnisse haben das Rennen deutlich zugespitzt. Paul Thomas Andersons schwarze Komödie One Battle After Another, mit Leonardo DiCaprio und Sean Penn in den Hauptrollen, dominierte die britische Zeremonie mit sechs Auszeichnungen – Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller (Sean Penn), Kamera und Schnitt.

Die Ausbeute bestätigte, was die Auszeichnungen der Gilden seit Wochen signalisiert hatten: Anderson geht als Favorit in die finale Abstimmung. Bei der Entgegennahme seines Regiepreises zitierte Anderson Nina Simone, deren Worte im Film vorkommen:

"Ich weiß, was Freiheit ist: Es ist keine Angst."

One Battle After Another geht mit 13 Oscar-Nominierungen in die finale Abstimmung, womit er nur knapp hinter seinem Hauptkonkurrenten in der Anzahl der Nominierungen liegt.

'Sinners' bricht Rekorde und schreibt Geschichte

Ryan Cooglers übernatürlicher Thriller Sinners geht mit einer überzeugenden Gegenerzählung in die finale Abstimmung. Der Film brach mit 16 Nominierungen den Allzeit-Nominierungsrekord der Academy – und übertraf damit die bisherige Bestmarke von 14 – und bringt den Schwung von drei eigenen BAFTA-Auszeichnungen mit: Bestes Originaldrehbuch (Coogler), Beste Nebendarstellerin (Wunmi Mosaku) und Beste Originalmusik (Ludwig Göransson).

Cooglers Drehbuchgewinn war an sich schon historisch: Er wurde der erste schwarze Gewinner überhaupt des BAFTA-Preises für das beste Originaldrehbuch. Sinners hatte mit 13 Nominierungen auch den Rekord als meistnominierter Film eines schwarzen Regisseurs in der BAFTA-Geschichte aufgestellt.

Sollte Coogler bei den Oscars den Preis für die beste Regie gewinnen, wäre er der erste schwarze Filmemacher überhaupt, der diese Auszeichnung erhält – eine Besonderheit, die seiner Kandidatur eine Bedeutung verleiht, die weit über die Hollywood-Zeremonie hinausgeht.

Mehrere Kategorien bleiben offen

Trotz Andersons Führungsposition ist der Ausgang noch nicht entschieden. Über den besten Film wird von der gesamten Mitgliedschaft der Academy mit einem Präferenzwahlsystem abgestimmt, einem System, das stark von den BAFTA-Ergebnissen abweichen kann. Die Rekordzahl an Nominierungen für Sinners spiegelt eine ungewöhnlich breite Unterstützung über alle Bereiche hinweg wider – ein starker Indikator für Popularität bei der breiteren Wählerschaft.

Auch die Schauspielkategorien sind hart umkämpft. Michael B. Jordan ist als bester Schauspieler nominiert, während Wunmi Mosaku und Delroy Lindo beide in den Nebenkategorien für Sinners antreten. Es wird allgemein erwartet, dass die beste Regie mit dem besten Film übereinstimmt, was Anderson einen Vorteil verschafft – aber die Academy hat schon oft überrascht.

Die letzten Tage

Da die Abstimmung bis zum 5. März läuft, geben die Kampagnen ihren letzten Schub. Die 98. Oscar-Verleihung am 15. März wird in mehr als 200 Gebieten weltweit verfolgt. Ob die Nacht dem sechsfachen BAFTA-Triumphzug von Anderson oder der rekordverdächtigen, geschichtsträchtigen Vision von Coogler gehört, Hollywood bereitet sich auf einen Abend vor, der die Geschichtsbücher in jedem Fall neu schreiben könnte.

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