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Slowakei repatriiert Bürger aus dem Nahen Osten

Mehr als fünftausend slowakische Bürger sind nach dem Ausbruch des Kriegskonflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran im Nahen Osten gestrandet. Die slowakische Regierung organisiert in Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik Evakuierungsflüge aus Jordanien und Ägypten, während die Schließung der Straße von Hormus auch in der Slowakei die Kraftstoffpreise in die Höhe treibt.

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Redakcia
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Slowakei repatriiert Bürger aus dem Nahen Osten

Tausende Slowaken in Konfliktzone gestrandet

Mehr als fünftausend slowakische Bürger sind in Ländern des Nahen Ostens gestrandet, nachdem am 28. Februar 2026 ein bewaffneter Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran ausgebrochen ist. Koordinierte Luftangriffe der USA und Israels auf iranische Militärziele – darunter die Hauptstadt Teheran – lösten eine massive iranische Vergeltung mit Raketen und Drohnen aus. Die Schließung eines großen Teils des regionalen Luftraums stoppte umgehend Hunderte von kommerziellen Flügen und ließ Tausende europäischer Touristen und Arbeiter in der Region stranden.

Laut den Aufzeichnungen des slowakischen Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten befindet sich die größte Anzahl registrierter Slowaken in den Vereinigten Arabischen Emiraten – über dreitausend Personen. Weitere befinden sich im Oman (488), in Katar (352), in Jordanien (219) und in Israel. Das Ministerium warnt dringend davor, dass Reisende sich nicht individuell zwischen den Ländern bewegen sollten, da die Sicherheitslage in der Region weiterhin instabil ist.

Priorität: Mütter mit Kindern und Kranke

Das slowakische Innenministerium organisiert Evakuierungsflüge aus dem jordanischen Amman und dem ägyptischen Sharm El-Sheikh. Die ersten Gruppen slowakischer Bürger kehrten am Dienstag nach Hause zurück, als sie auf dem Flughafen Milan Rastislav Štefánik in Bratislava landeten. Außenminister Juraj Blanár betonte, dass vorrangig Mütter mit Kindern und Schwerkranke evakuiert würden. „Wir sind nicht in der Lage, alle zu evakuieren – die Zahlen sind so hoch, dass dies einfach unsere Kapazitäten übersteigt“, räumte Blanár ein. Die übrigen Bürger werden aufgefordert, sich an Reisebüros zu wenden und weitere Anweisungen abzuwarten.

Die Europäische Union beteiligt sich aktiv an der Finanzierung der Rückführungsaktionen. Brüssel bestätigte, dass die Slowakei, Italien und Österreich die ersten Länder sind, die die Deckung der Kosten für Rettungsflüge über den EU-Zivilschutzmechanismus beantragt haben.

Slowakei und Tschechien bündeln Kapazitäten

Die slowakische und die tschechische Regierung koordinieren die Nutzung der Kapazitäten von Evakuierungsflugzeugen. Die Tschechische Republik hat Militärflugzeuge vom Typ Airbus in die Region entsandt – eines nach Ägypten und eines nach Jordanien. An Bord der tschechischen Flüge kehren auch Dutzende Slowaken zurück und umgekehrt – slowakische Regierungsmaschinen bieten freie Plätze für tschechische und andere europäische Bürger an. Diese Zusammenarbeit spiegelt die langjährige tschechisch-slowakische Partnerschaft im Bereich der konsularischen Hilfe und des Krisenmanagements wider.

Straße von Hormus und steigende Kraftstoffpreise

Die Schließung der Straße von Hormus – einer strategischen Seeroute, über die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert wird – hat die globalen Märkte erschüttert. Die iranische Revolutionsgarde hat die Durchfahrt für Öltanker verboten, was zu einem starken Rückgang der Seetransporte von Rohöl geführt hat. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg um mehr als 13 Prozent auf über 81 Dollar pro Barrel; Analysten schließen ein Überschreiten der 100-Dollar-Marke nicht aus, sollte sich der Konflikt verlängern.

Die Folgen sind auch an den slowakischen Tankstellen zu spüren. Experten schätzen einen Preisanstieg von Benzin und Diesel um ein bis drei Cent pro Liter kurzfristig, bei einer Eskalation könnte der Anstieg jedoch deutlicher ausfallen. Der Ökonom der Trinity Bank, Lukáš Kovanda, warnt davor, dass teurere Energie die europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit schwächen und eine weitere Inflationswelle auslösen könnte, die vor allem Haushalte mit geringerem Einkommen treffen würde.

Wie geht es weiter?

Das slowakische Außenministerium aktualisiert laufend Informationen und Reiseempfehlungen auf seiner Website. Es fordert slowakische Bürger in der Region auf, sich zu registrieren, wenn sie Hilfe bei der Rückkehr benötigen, und keine individuellen Transfers zwischen den Ländern zu riskieren. Die weitere Entwicklung des Konflikts, das Schicksal der Straße von Hormus und das Ausmaß der internationalen diplomatischen Reaktion werden entscheidend für die Sicherheit der gestrandeten Slowaken sowie für die wirtschaftliche Stabilität der Slowakei in den kommenden Wochen sein.

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