Covid-Variante „Zikade“ in Tschechien nachgewiesen: Was wir darüber wissen
In Tschechien wurde die neue Covid-Variante BA.3.2, genannt „Zikade“, bestätigt. Sie zeichnet sich durch eine erhöhte Resistenz gegen Antikörper aus. Experten beruhigen, dass sie keinen schwereren Verlauf verursacht, empfehlen aber Vorsicht, insbesondere bei Risikogruppen.
Das Staatliche Gesundheitsinstitut hat das Auftreten einer neuen Covid-19-Variante namens BA.3.2 bestätigt, die unter Experten und in der Öffentlichkeit als „Zikade“ bezeichnet wird. Diese Variante tritt in Tschechien seit Herbst letzten Jahres auf, und ihr Anteil an den positiven Proben ist in den letzten Wochen allmählich gestiegen.
Warum gerade „Zikade“?
Den Spitznamen erhielt die Variante von dem kanadischen Evolutionsbiologen T. Ryan Gregory von der University of Guelph. Ähnlich wie das gleichnamige Insekt verbrachte auch diese Variante ihre ersten Jahre „unter der Erde“ – BA.3.2 wurde erstmals im November 2024 in Südafrika als Nachkomme der Subvariante BA.3 aus dem Jahr 2022 identifiziert. Erst jetzt hat sie sich jedoch stärker verbreitet.
Rekordverdächtige Anzahl an Mutationen
Was Experten am meisten beunruhigt, ist die außergewöhnliche Anzahl an Mutationen auf dem Spike-Protein des Virus. Während Wissenschaftler bei den zuvor dominanten Stämmen 30 bis 40 Mutationen feststellten, zählten sie bei der Variante Zikade 70 bis 75. Gerade diese Veränderungen ermöglichen es dem Virus, Antikörpern, die durch eine frühere Infektion oder Impfung erworben wurden, besser zu entgehen, was eine verringerte Wirksamkeit der bisherigen Immunität bedeutet.
Die Situation in Tschechien
Laut Helena Jiřincová vom Nationalen Referenzlabor beobachten tschechische Virologen die Variante BA.3.2 seit etwa Herbst 2025. Im letzten Monat lag ihr Anteil an den positiven Proben zwischen fünf und acht Prozent. Innerhalb der Europäischen Union beginnt die Zikade jedoch bereits zu überwiegen – die meisten Fälle werden aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gemeldet.
Die Entdeckung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Tschechien bereitet sich auf die touristische Ostersaison vor, und in Prag werden etwa eine Viertelmillion ausländische Besucher erwartet, was das Risiko einer schnelleren Ausbreitung neuer Varianten erhöht.
Schweregrad und Symptome
Die gute Nachricht ist, dass die Variante Zikade nach bisherigen Erkenntnissen weder einen schwereren Krankheitsverlauf noch eine höhere Sterblichkeit verursacht. Die Virulenz scheint mit der anderer derzeit zirkulierender Stämme vergleichbar zu sein. Die Symptome entsprechen dem typischen Verlauf von Covid – Kopfschmerzen, Müdigkeit, Husten und Halsschmerzen.
Die derzeitigen Impfstoffe sollten weiterhin vor allem vor schweren Krankheitsverläufen und Krankenhausaufenthalten schützen, auch wenn die Wirksamkeit gegen die Infektion selbst verringert sein kann.
Empfehlungen von Experten
Experten betonen, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Die Situation ist unter Kontrolle und es findet eine intensive Überwachung statt. Dennoch empfehlen sie erhöhte Vorsicht, insbesondere bei Risikogruppen – Senioren, Personen mit geschwächtem Immunsystem und chronisch Kranken. Für diese kann es sinnvoll sein, eine Auffrischungsimpfung mit einem aktualisierten Impfstoff in Erwägung zu ziehen.
„Wir beobachten die Entwicklung sehr aufmerksam. Die Zikade ist ansteckender und entgeht der Immunität besser, aber wir sehen bisher keine Anzeichen dafür, dass sie schwerere Erkrankungen verursacht“, so tschechische Virologen.
Im Hinblick auf das bevorstehende Osterfest und die erhöhte Mobilität der Menschen erinnern Experten an grundlegende Präventionsmaßnahmen – Handhygiene, Belüftung geschlossener Räume und die Verwendung einer Atemschutzmaske an überfüllten Orten, insbesondere für gefährdete Personen.
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