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Šimečka im Amt des PS-Vorsitzenden bestätigt, Partei schließt Zusammenarbeit mit Regierungskoalition aus

Michal Šimečka erhielt auf dem Parteitag von Progresívne Slovensko in Trnava am Samstag die Unterstützung von 191 der 202 Delegierten. Die Bewegung schloss eine Nachwahlpartnerschaft mit Smer, Hlas, SNS und Republika aus und kündigte die Ambition an, nach den Wahlen 2027 eine Regierung zu bilden.

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Redakcia
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Šimečka im Amt des PS-Vorsitzenden bestätigt, Partei schließt Zusammenarbeit mit Regierungskoalition aus

Überwältigende Unterstützung ohne Gegenkandidaten

Die Delegierten von Progresívne Slovensko (PS) wählten auf dem Parteitag am Samstag im Ján-Palárik-Theater in Trnava erneut Michal Šimečka zum Vorsitzenden der Bewegung. Šimečka erhielt 191 von 202 Stimmen der anwesenden Delegierten – also mehr als 94 Prozent – und war der einzige Kandidat für das Amt. Damit führt er die stärkste Oppositionspartei für eine weitere zweijährige Amtszeit.

Šimečka leitet die PS seit Mai 2022, als er Irena Bihárová ablöste. Unter seiner Führung gewann die Partei sechs Mandate im Europäischen Parlament und hält stabil ihre Position als Oppositionsführer.

Klares „Nein“ zur Koalition und Republika

Der Parteitag verabschiedete eine grundlegende programmatische Entscheidung: Die PS schloss eine Nachwahlpartnerschaft kategorisch aus mit den Parteien der derzeitigen Regierungskoalition – Smer-SD, Hlas-SD und SNS – sowie mit der außerparlamentarischen Republika. Die Bewegung begründete ihre Entscheidung mit der „Zerstörung des Rechtsstaats, der öffentlichen Finanzen, der außenpolitischen Orientierung der Koalition und der allgemeinen Ausrichtung der Slowakei unter der derzeitigen Regierung“.

Stattdessen erklärte die PS die Absicht, die Zusammenarbeit mit den Oppositionspartnern – den Parteien SaS, KDH und Demokrati – zu verstärken, um nach den Parlamentswahlen im Jahr 2027 eine stabile Regierung zu bilden.

Neue stellvertretende Vorsitzende und programmatische Prioritäten

Die Delegierten wählten auch sieben neue stellvertretende Vorsitzende. Die höchste Stimmenzahl erhielt Michal Truban (137), gefolgt von Ivan Štefunko (129), Beáta Jurík (126), Irena Biháriová (122), Ivan Korčok (121), Tomáš Valášek (110) und Simona Petrík (104). Die Anwesenheit des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Korčok in der engeren Führung signalisiert den Schwerpunkt der Bewegung auf Außenpolitik und proeuropäische Orientierung.

Im programmatischen Bereich beauftragte der Parteitag die Führung mit der Ausarbeitung von Strategien zur Senkung der Lebenshaltungskosten, zur Lösung der Wohnungskrise und zur Förderung des Wirtschaftswachstums. Šimečka schlug die Ausrufung eines „Wohnungsnotstands“ in den am stärksten betroffenen Städten und die Vereinfachung der Bauvorschriften vor.

Warnung vor Vorwahlmanipulationen

In seiner Rede wies Šimečka die Delegierten darauf hin, dass sie vor den Wahlen im Jahr 2027 „fabrizierte Sicherheitskrisen“ und die Verbreitung von Deepfake-Videos erwarten sollten, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Er äußerte auch Bedenken hinsichtlich einer möglichen Gefährdung der Integrität des Wahlprozesses durch die derzeitige Regierung.

Die Wiederwahl erfolgt in einer turbulenten Zeit der slowakischen Politik, die von Ermittlungen gegen Premierminister Robert Fico, internationalem Druck wegen der Einstellung der Stromlieferungen an die Ukraine und einer wachsenden Energiekrise geprägt ist. Šimečka stellte das Konzept einer „Schattenregierung“ vor und kritisierte Ficos Regierung scharf für wirtschaftliche Stagnation und sinkenden Lebensstandard.

Die Reaktion der Koalition ließ nicht lange auf sich warten. Ex-Premier Igor Matovič stellte ironisch fest, dass „Fico Šimečkas Wiederwahl feiern wird“ und deutete an, dass die PS einen anderen Vorsitzenden hätte wählen sollen. Šimečka nutzte jedoch das eindeutige Mandat der Delegierten, um die Position der PS als Hauptalternative zur derzeitigen Regierung zu stärken.

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