Ungarische Armee schützt TurkStream-Pipeline bis zur Slowakei
Nach dem Fund von Sprengstoff in Serbien setzt Ungarn die Armee ein, um die TurkStream-Pipeline von der serbischen bis zur slowakischen Grenze zu schützen. Orbán berief den Sicherheitsrat ein und forderte die Zusammenarbeit mit der Slowakei und Serbien.
Sprengstofffund an Pipeline löst Alarm aus
Serbische Sicherheitskräfte entdeckten am Samstag, dem 5. April 2026, in der Stadt Kanjiža in der Vojvodina zwei Rucksäcke mit Sprengstoff, nur wenige hundert Meter von der TurkStream-Pipeline entfernt, die nach Ungarn führt. Die Stadt liegt etwa zehn Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt. Laut dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić handelte es sich um einen Versuch, kritische Energieinfrastruktur zu sabotieren.
Der Fund löste umgehend eine Reaktion in Budapest aus. Der ungarische Premierminister Viktor Orbán berief eine Sondersitzung des Sicherheitsrates ein und ordnete den Einsatz der Armee zum Schutz des ungarischen Abschnitts der Pipeline an – von der Grenze zu Serbien bis zur Grenze zur Slowakei.
Szijjártó: Angriff auf die Souveränität Ungarns
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó bezeichnete den Vorfall als „Versuch eines schweren Angriffs auf die Souveränität Ungarns“. Seiner Aussage nach reichte die Menge des gefundenen Sprengstoffs aus, um die Pipeline zu zerstören. Szijjártó gab gleichzeitig bekannt, dass Ungarn, Russland, die Türkei und Serbien sich auf eine Verstärkung des Schutzes von TurkStream entlang der gesamten europäischen Route geeinigt haben.
„Die Ukraine setzt zusammen mit Brüssel als Partner sehr harte Maßnahmen um, um die Lieferung von russischem Gas und Öl nach Europa zu stören“, erklärte Szijjártó.
Die Ukraine wies jegliche Beteiligung an dem Sabotageversuch zurück. Orbán rief zur Zurückhaltung bei Schuldzuweisungen auf, bis die Ermittlungen Ergebnisse liefern, wies aber gleichzeitig auf frühere ukrainische Drohnenangriffe auf die Pipeline auf russischem Gebiet hin.
Orbán fordert Zusammenarbeit mit der Slowakei
Der ungarische Premierminister betonte die Notwendigkeit regionaler Zusammenarbeit im Bereich der Energiesicherheit. „Ungarn, die Slowakei und Serbien müssen sich auf gegenseitige Hilfe einigen“, erklärte Orbán. Seinen Worten zufolge hat Ungarn gegenüber beiden Ländern „besondere Verpflichtungen“.
Orbán warnte, dass eine Unterbrechung der Lieferungen über TurkStream katastrophale Folgen hätte: „Wenn sie unterbrochen wird, kommt die ungarische Wirtschaft zum Stillstand und Hunderttausende Familien verlieren ihr Gas.“ Gleichzeitig prognostizierte er eine bevorstehende europäische Energiekrise und forderte die Aufhebung der Sanktionen gegen die russische Energiewirtschaft.
Schlüsselpipeline für die Slowakei
TurkStream ist für die Slowakei zu einer lebenswichtigen Route geworden, nachdem die Ukraine Anfang 2025 den Transit von russischem Gas durch ihr Territorium eingestellt hat. Derzeit ist dies die einzige Pipeline, über die Russland Mitteleuropa direkt versorgt. Die südliche Route über die Türkei, Bulgarien, Serbien und Ungarn hat jedoch begrenzte Kapazitäten – sie kann etwa 46 Prozent der vorherigen russischen Lieferungen an die Slowakei decken.
Jede Sabotage oder Unterbrechung dieser Route würde für die Slowakei ernste Probleme mit der Erdgasversorgung bedeuten, insbesondere in der Winterzeit, wenn die Pipeline nahezu maximal ausgelastet ist. Die slowakische Regierung verfolgt die Situation daher aufmerksam, wobei die Sicherheit von TurkStream zu einer Frage der nationalen Energiesicherheit der gesamten Region wird.
Sicherheitsdimension verschärft sich
Der Vorfall bei Kanjiža ist kein Einzelfall. Die TurkStream-Pipeline war in der Vergangenheit mehreren Drohnenangriffen auf russischem Gebiet ausgesetzt, und die Sicherheitsbedrohungen verlagern sich allmählich auch auf den Balkan und den mitteleuropäischen Abschnitt. Die Vereinbarung der vier Länder über den gemeinsamen Schutz der Infrastruktur signalisiert, dass der Schutz von Energierouten zu einer militärisch-strategischen Priorität in der gesamten Region wird.
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