Wirtschaft

Vier Charterflüge aus Riad: Ungarn holt Staatsbürger zurück

Die ungarische Regierung startet am 7. und 8. März insgesamt vier Charterflüge von Riad nach Budapest, um mehrere tausend ungarische Staatsbürger aus dem nahöstlichen Kriegsgebiet auszufliegen. Laut Außenminister Péter Szijjártó haben fast sechstausend Landsleute um konsularischen Schutz gebeten.

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Redakcia
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Vier Charterflüge aus Riad: Ungarn holt Staatsbürger zurück

Vier Flüge zwischen Riad und Budapest

Die ungarische Regierung startet am 7. März (Samstag) und 8. März (Sonntag) insgesamt vier Charterflüge zwischen Riad in Saudi-Arabien und Budapest – das gab Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó bekannt. Die Flüge sollen in erster Linie in Saudi-Arabien gestrandete Ungarn zurückbringen, aber auch Platz für diejenigen bieten, die aus Katar über Land nach Riad gelangt sind, sowie für diejenigen, die die Überfahrt von Dubai aus antreten.

Der Ankündigung zufolge werden an beiden Tagen, Samstag und Sonntag, jeweils zwei Maschinen starten, die insgesamt mehrere hundert ungarische Staatsbürger aus der angespannten Lage im Nahen Osten nach Hause bringen können. Das Außenministerium bittet die sich noch in der Region aufhaltenden Landsleute, sich unverzüglich beim nächstgelegenen ungarischen Konsulat zu melden.

Fast sechstausend registrierte Landsleute

Laut Péter Szijjártó ist die Zahl der für konsularischen Schutz registrierten Ungarn dramatisch gestiegen: Nach den neuesten Daten nähert sie sich langsam der Sechstausender-Marke. Die meisten von ihnen – mehr als dreitausend – befinden sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, vor allem in Dubai. Darüber hinaus sind eine beträchtliche Anzahl ungarischer Staatsbürger auch in Saudi-Arabien, Katar, Jordanien und Ägypten gestrandet.

Vor den Charterflügen aus Riad gab es bereits mehrere Evakuierungswellen. Der erste Hilfsflug startete aus Amman in Jordanien und brachte 83 Ungarn zurück, die aus Israel bzw. Jordanien flohen. Anschließend wurden 68 Personen aus Scharm El-Scheich und 172 Passagiere mit einem von FlyDubai gecharterten Flug aus den Emiraten nach Budapest gebracht.

Luftraumsperrung und Aussetzung kommerzieller Flüge

Der Luftraum über dem Nahen Osten ist infolge des Ende Februar ausgebrochenen Konflikts im Iran weitgehend gesperrt. Wizz Air – eine der wichtigsten Fluggesellschaften für ungarische Passagiere auf Routen in den Nahen Osten – hat alle Flüge nach Israel, Dubai, Abu Dhabi, Amman und Riad ausgesetzt und diese Routen bis zum Herbst aus ihrem Buchungssystem entfernt. Der CEO der Fluggesellschaft, József Váradi, sagte gegenüber Reuters, dass die finanziellen Auswirkungen voraussichtlich weitgehend auf das im März endende Geschäftsjahr beschränkt sein werden.

Aufgrund der Aussetzung direkter kommerzieller Flüge setzt die Regierung auch militärische und gecharterte Zivilflugzeuge für die Evakuierung ein, um die Rückführung zu beschleunigen.

Ungarn beteiligt sich an koordinierter EU-Evakuierung

Ungarn beteiligt sich auch am Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union. Unter der Koordination des Koordinierungszentrums für Notfallmaßnahmen (ERCC) der Europäischen Kommission wurden bis zum 6. März mindestens sechs gemeinsame Rückführungsflüge durchgeführt, die italienische, österreichische, bulgarische und slowakische Staatsbürger nach Hause brachten – so geht aus einer Mitteilung der Europäischen Kommission hervor. Im Rahmen des EU-Mechanismus kann die EU bis zu 75 Prozent der Flugkosten erstatten, wenn mindestens 30 Prozent der Sitzplätze für Bürger anderer Mitgliedstaaten reserviert sind.

Laut EU-Außenkommissarin Hadja Lahbib hat die Rückführung von EU-Bürgern Priorität, und in den kommenden Tagen werden voraussichtlich weitere gemeinsame Flüge aus der Konfliktregion starten.

Was sollen die Gestrandeten tun?

Das ungarische Außenministerium empfiehlt den betroffenen Staatsbürgern:

  • sich unverzüglich beim nächstgelegenen ungarischen Konsulat für konsularischen Schutz zu registrieren;
  • die offiziellen Informationen des Außenministeriums aufmerksam zu verfolgen;
  • die Möglichkeit eines Landtransits in benachbarte Länder mit geöffneten Flughäfen (z. B. Oman, Saudi-Arabien) zu prüfen;
  • unnötige Reisen in der Region zu vermeiden.

Der Flugplan der Hilfsflüge und die Kontaktdaten der Konsulate sind auf der Website des Konsularischen Dienstes verfügbar.

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