Babiš beruft Nationalen Sicherheitsrat ein: Rückführung von 3.500 Tschechen
Ministerpräsident Andrej Babiš hat angesichts der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten für Montagmorgen den Nationalen Sicherheitsrat einberufen. Tschechien hat Rückführungsflüge für Tausende von in der Region gestrandeten Tschechen gestartet und die Sicherheitsmaßnahmen im Inland verstärkt.
Sicherheitsrat tagte seit den Morgenstunden
Ministerpräsident Andrej Babiš hat den Nationalen Sicherheitsrat (BRS) für Montagmorgen als Reaktion auf die dramatische Eskalation des Konflikts im Nahen Osten einberufen. Amerikanische und israelische Streitkräfte starteten am Samstag koordinierte Angriffe auf den Iran, der umgehend mit Raketenangriffen auf Israel und amerikanische Stützpunkte in der Region reagierte. Die Sitzung des BRS begann um sieben Uhr morgens und konzentrierte sich auf drei Schlüsselbereiche: die Rückführung tschechischer Staatsbürger, Sicherheitsmaßnahmen im Inland und mögliche wirtschaftliche Auswirkungen des Konflikts.
Tausende Tschechen in der Region gestrandet
Laut dem freiwilligen Registrierungssystem DROZD sind derzeit über sechstausend tschechische Staatsbürger im Nahen Osten registriert. Die größte Gruppe – etwa 3.500 Personen – befindet sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Weitere 900 Tschechen sind im Oman registriert, Hunderte in Jordanien und Israel. Kleinere Gruppen werden aus Saudi-Arabien, dem Libanon, Bahrain und Kuwait gemeldet. In den Hochrisikoländern – Iran, Irak und Syrien – sind einzelne Bürger registriert.
Die gesperrten Lufträume über den meisten betroffenen Ländern erschweren die Evakuierungsmöglichkeiten erheblich. Touristen berichten von Stress und Unsicherheit. Der tschechische Basketballspieler Jakub Houška, der sich in Abu Dhabi aufhält, beschrieb die Situation mit den Worten: „Wir hören nur Explosionen, wenn die Flugabwehr aktiviert wird, und sehen sie am Himmel schießen." Filip Mikšů in Kuwait hatte den Eindruck, dass „fast nichts funktioniert" und befürchtete, ob ein Abflug auch nach der Wiedereröffnung des Luftraums möglich sein würde.
Vier Smartwings-Flugzeuge fliegen in den Oman
Nach der morgendlichen Sitzung des BRS kündigte Ministerpräsident Babiš konkrete Schritte an. Vier Flugzeuge der Fluggesellschaft Smartwings flogen am Montag in den Oman – drei nach Maskat und eines nach Salalah. Jede Boeing 737 Max fasst bis zu 189 Passagiere, die Gesamtkapazität der Rückführungsflüge beträgt somit 756 Plätze. Rund 650 Tschechen haben Interesse an einer Rückführung bekundet.
Für eventuelle größere Evakuierungen stehen der Tschechischen Republik auch zwei Airbusse und acht CASA-Flugzeuge zur Verfügung. Für in Israel gestrandete Tschechen bereitet das Außenministerium eine Rettungsroute über Ägypten vor – mit dem Bus zur ägyptischen Grenze und von dort mit dem Flugzeug nach Hause. Das Ministerium hat eine durchgehende Krisenhotline unter +420 222 420 222 aktiviert. Die Tschechische Republik koordiniert die Situation auch mit der Slowakei, die einen eigenen Rückführungsflug aus Jordanien plante.
Sicherheitsbedrohungen im Inland
Außenminister Petr Macinka warnte, dass die Eskalation des Konflikts direkte Auswirkungen auf die Sicherheit in Tschechien haben könnte. Er wies auf das Risiko der Aktivierung iranischer Zellen auf dem Gebiet der Tschechischen Republik und anderer westlicher Länder hin. Als Reaktion auf diese Warnung haben die Sicherheitskräfte umgehend den Schutz jüdischer und amerikanischer Einrichtungen auf tschechischem Gebiet verstärkt.
Macinka forderte gleichzeitig die Tschechen in den betroffenen Gebieten auf, keine eigenen Evakuierungsversuche zu unternehmen. „Es ist sicherer, vor Ort zu bleiben und nicht zu versuchen, sich auf eigene Verantwortung zu verlegen", betonte der Minister.
Energiepreise unter der Lupe
Der Sicherheitsrat befasste sich auch mit der wirtschaftlichen Dimension der Krise. Vizepremier und Industrieminister Karel Havlíček wies auf die potenziellen Auswirkungen des Konflikts auf die Preise für Öl und Erdgas hin. Der Nahe Osten ist ein wichtiger Produzent fossiler Brennstoffe, und jede Eskalation kann zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise auf den europäischen Märkten führen – mit direkten Auswirkungen auf tschechische Haushalte und die Industrie. Ministerpräsident Babiš betonte abschließend, dass die Tschechische Republik an der Seite ihrer Verbündeten stehe, und versprach, die Öffentlichkeit laufend über die weitere Entwicklung der Situation zu informieren.
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