Blutmond heute Nacht: Die letzte totale Mondfinsternis bis 2028
Die heutige totale Mondfinsternis – sichtbar für über 3,3 Milliarden Menschen im Pazifikraum, in Amerika und Asien – wird den Mond für fast eine Stunde in ein tiefes, rötlich-oranges Licht tauchen. Es ist der letzte 'Blutmond' bis Silvester 2028.
Ein seltenes Schauspiel am Nachthimmel
Der Schatten der Erde verschluckt heute Nacht den Mond. Am 3. März 2026 können Himmelsbeobachter in Amerika, im Pazifikraum, in Asien und Australien eine totale Mondfinsternis erleben – die letzte auf der Erde bis Silvester 2028. Für fast eine Stunde wird unser nächster kosmischer Nachbar in einem dramatischen Rötlich-Orange leuchten und so seinen populären Spitznamen verdienen: der Blutmond.
Laut NASA tritt das Phänomen auf, wenn sich die Erde direkt zwischen Sonne und Mond positioniert und ihren Schatten auf die gesamte Mondoberfläche wirft. Es ist keine spezielle Ausrüstung erforderlich – nur ein klarer Himmel und ein Wecker, der auf die richtige Stunde gestellt ist.
Wann und wo man zusehen kann
Die Finsternis entfaltete sich im Laufe der Nacht in verschiedenen Phasen. Die Halbschattenverdunkelung begann um 08:44 UTC, die partielle Finsternis – bei der ein sichtbarer „Bissen“ aus dem Mond genommen zu sein scheint – begann um 09:50 UTC. Die Totalität begann um 11:04 UTC, erreichte ihren dramatischen Höhepunkt um 11:33 UTC und endete um 12:03 UTC. Das gesamte Ereignis, vom ersten Halbschattenkontakt bis zum letzten, erstreckt sich über etwa fünf Stunden und 39 Minuten, wobei die totale Phase selbst 58 Minuten dauert.
Für nordamerikanische Beobachter fällt die Totalität in die Stunden vor der Morgendämmerung – etwa 3:00 bis 4:00 Uhr pazifischer Zeit – was die westlichen Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko zu den am besten positionierten Orten der Erde macht. Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und die pazifischen Inseln erleben das Ereignis während der Abendstunden und bieten hervorragende Beobachtungsbedingungen. Mitteleuropa und der grösste Teil Afrikas haben jedoch Pech: Der Mond wird vor Beginn der Totalität unter ihren Horizont gesunken sein.
Schätzungsweise 3,34 Milliarden Menschen weltweit können mindestens einen Teil der Finsternis sehen, so TimeandDate.com, wobei etwa 2,5 Milliarden die volle Totalität erleben können, wenn der Himmel klar bleibt.
Warum der Mond rot wird
Der blutrote Farbton ist einer der elegantesten optischen Effekte der Natur. Da die Erde das direkte Sonnenlicht daran hindert, den Mond zu erreichen, hat das Licht, das ankommt, Tausende von Kilometern durch die Erdatmosphäre zurückgelegt – derselbe Mechanismus, der Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge in warmen, feurigen Tönen malt. Blaue Wellenlängen werden gestreut; Rot und Orange dringen weiter vor. Das Ergebnis ist, wie Space.com es beschreibt, als ob „alle Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge der Welt gleichzeitig auf den Mond projiziert werden“.
Der genaue Rotton hängt von den atmosphärischen Bedingungen ab: Grössere Vulkanausbrüche in den letzten Monaten können beispielsweise die obere Atmosphäre mit Aerosolen beladen, die das Purpurrot bis fast Schwarz vertiefen. Umgekehrt ergibt eine sauberere Atmosphäre eine hellere, lebendigere orangerote Scheibe.
Ein seltener Bonus: Das Selenelion
Beobachter an bestimmten Orten entlang der Horizontgrenze der Finsternis können eine auffällige optische Täuschung erleben, die als Selenelion bezeichnet wird – ein Moment, in dem der untergehende, verfinsterte Mond und die aufgehende Sonne kurz und gleichzeitig über dem Horizont erscheinen. Obwohl die Geometrie vorschreibt, dass die beiden nicht wirklich gleichzeitig über dem Horizont existieren können, beugt die atmosphärische Refraktion der Erde beide Objekte für einige flüchtige Minuten in die Sicht, wodurch ein von Astronomen manchmal als „unmöglich“ bezeichneter Anblick entsteht.
Der letzte Blutmond für fast drei Jahre
Das heutige Ereignis hat für Finsternisjäger ein besonderes Gewicht. Die nächste totale Mondfinsternis, die irgendwo auf der Erde sichtbar ist, ist erst für den 31. Dezember 2028 – 1. Januar 2029 geplant. Für alle, die den heutigen Blutmond verpassen, erstreckt sich das Warten über fast drei volle Jahre. In der Zwischenzeit wird es partielle und Halbschatten-Mondfinsternisse geben, denen es jedoch an dem lebhaften Spektakel der Totalität mangelt.
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