Bundestagswahl 2025: CDU siegt, AfD auf Rekordhoch
Die CDU/CSU gewann die Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 mit 28,5 Prozent; die AfD verdoppelte ihr Ergebnis auf 20,8 Prozent und wurde zweitstärkste Kraft. Friedrich Merz wurde im Mai 2025 zum Bundeskanzler gewählt und führt eine Große Koalition mit der SPD an.
Ein historischer Wahlabend
Mit einer Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent — dem höchsten Wert seit Jahrzehnten — erlebte Deutschland am 23. Februar 2025 eine Bundestagswahl mit weitreichenden Folgen. Die CDU/CSU unter Friedrich Merz errang mit 28,5 Prozent der Zweitstimmen den klaren Sieg. Doch der eigentliche Aufreger des Abends war das Abschneiden der Alternative für Deutschland: Die AfD verdoppelte ihr Ergebnis von 2021 nahezu und landete mit 20,8 Prozent auf Platz zwei — ein historisches Rekordergebnis für die Partei auf Bundesebene.
AfD zur zweitstärksten Kraft aufgestiegen
Mit 152 Sitzen im neu gewählten Bundestag ist die AfD erstmals zur zweitstärksten Fraktion aufgestiegen. Besonders im Osten des Landes feierte die Partei Triumphe: In Thüringen erhielt sie 38,6 Prozent der Zweitstimmen, in Sachsen 37,3 Prozent und in Sachsen-Anhalt 37,1 Prozent. Das Ergebnis gilt als Ausdruck tiefgreifender Unzufriedenheit weiter Bevölkerungsschichten mit der Politik der vorangegangenen Ampel-Koalition — und stellt die anderen Parteien vor die Frage, wie sie mit dem erstarkten rechten Lager umgehen wollen.
SPD auf historischem Tief
Die SPD musste den schmerzhaftesten Absturz hinnehmen: Mit nur 16,4 Prozent verlor die Partei mehr als neun Prozentpunkte gegenüber ihrem Ergebnis von 2021 (25,7 Prozent). Die Sozialdemokraten stellen künftig nur noch 120 Abgeordnete im 630-köpfigen Bundestag. Bündnis 90/Die Grünen kamen auf 11,6 Prozent, Die Linke überraschte mit einem starken Ergebnis von 8,8 Prozent.
Große Koalition mit klarer Mehrheit
Noch in der Wahlnacht kündigte Friedrich Merz an, eine Koalition mit der SPD anstreben zu wollen. Die sogenannte Große Koalition kommt auf 328 Sitze und verfügt damit über eine solide Mehrheit im Bundestag. Nach wochenlangen Verhandlungen unterzeichneten die Parteivorsitzenden am 5. Mai 2025 den 144-seitigen Koalitionsvertrag unter dem Titel „Verantwortung für Deutschland".
Die Kanzlerwahl am 6. Mai verlief jedoch holprig: Im ersten Wahlgang verfehlte Merz mit 310 Stimmen knapp die erforderliche Mehrheit von 316. Erst im zweiten Wahlgang erhielt er 325 Stimmen und wurde damit zum zehnten Bundeskanzler der Bundesrepublik gewählt. Lars Klingbeil (SPD) übernimmt das Amt des Vizekanzlers und Finanzministers, Johan Wadephul (CDU) wird Außenminister.
Europa stärken — Schritt für Schritt unabhängiger von den USA
Merz hat von Beginn an deutlich gemacht, dass sein zentrales außenpolitisches Ziel die Stärkung Europas ist. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die USA und China allein die technologische Zukunft bestimmen — für unseren Wohlstand, für unsere Sicherheit und letztendlich auch für unsere Freiheit", erklärte der Kanzler. Der Koalitionsvertrag setzt auf verstärkte europäische Verteidigungskooperation und höhere Verteidigungsausgaben. Zugleich bekennt sich die neue Bundesregierung zum Pariser Klimaabkommen und zur Klimaneutralität Deutschlands bis 2045.
Weitreichende Folgen für Europa
Das Wahlergebnis dürfte die europäische Sicherheits- und Wirtschaftspolitik nachhaltig prägen. Ein handlungsfähiges Deutschland unter Merz gilt als wichtiger Stabilitätsanker für die EU — gerade angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und einer unberechenbaren US-Außenpolitik. Das historische AfD-Ergebnis wirft jedoch Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt auf: Mehr als jeder fünfte Wähler stimmte für eine Partei, die der Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch" eingestuft hatte. Wie die neue Bundesregierung mit diesem Wählerauftrag umgeht, wird eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre sein.
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