EU verlängert Sanktionen gegen Russland: Fridman und Usmanow bleiben auf der Liste
Die Botschafter aller 27 EU-Mitgliedsstaaten stimmten am 14. März der Verlängerung der individuellen Sanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate zu. Trotz des Widerstands der Slowakei und Ungarns, die erfolglos die Streichung der Oligarchen Michail Fridman und Alischer Usmanow von der Sanktionsliste forderten, wurde Einigkeit erzielt.
Einigkeit der 27 trotz Widerstands zweier
Die Botschafter aller 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einigten sich am Samstag, dem 14. März, auf die Verlängerung der individuellen Sanktionen gegen mehr als 2.600 russische Einzelpersonen und Organisationen um weitere sechs Monate – also bis zum 15. September 2026. Die erzielte Einigung ist umso bemerkenswerter, als sie in den Tagen zuvor gerade von der Slowakei und Ungarn blockiert wurde, die grundlegende Änderungen an der Sanktionsliste forderten.
Was forderten Bratislava und Budapest?
Die slowakische Regierung von Ministerpräsident Robert Fico machte ihre Zustimmung zur Verlängerung der Sanktionen von der Streichung zweier Namen von der Liste abhängig: des russisch-israelischen Oligarchen Michail Fridman, Mitbegründer der Finanzgruppe Alfa, und Alischer Usmanow, eines Unternehmers mit engen Verbindungen zum Kreml. Ungarn unterstützte Bratislava aktiv bei dieser Forderung. Beide Männer sind mit dem Einfrieren ihrer Vermögenswerte und einem Einreiseverbot in die EU konfrontiert.
Der slowakische Außenminister Juraj Blanár verteidigte das Recht der Slowakei, eine Diskussion über die Zusammensetzung der Sanktionsliste zu führen, und sprach von „rechtlich schwachen Fällen“. Oppositionsführer Ivan Korčok kritisierte ihn scharf: Seiner Meinung nach „verteidigt die Slowakei russische Interessen“ – eine Aussage, die in den europäischen Medien Widerhall fand.
Internationale Dimension: Erdogan und Zentralasien
Die Forderung Bratislavas blieb nicht ohne internationale Aufmerksamkeit. Laut Radio Free Europe setzte sich auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan für die Streichung Usmanows von der Sanktionsliste ein und schrieb in dieser Angelegenheit persönlich einen Brief an Ministerpräsident Fico. Auch einige zentralasiatische Länder zeigten Interesse, was die weitreichenden geopolitischen Verbindungen Usmanows mit mehreren Regionen außerhalb Russlands verdeutlicht.
Slowakei gab schließlich nach
Die Verhandlungen vor dem Auslaufen des vorherigen Mandats am Sonntag, dem 15. März, waren äußerst intensiv. Der erste Versuch einer Einigung beim Treffen der Botschafter am Mittwoch scheiterte. Durch diplomatische Bemühungen in den letzten Stunden gelang es jedoch, die Pattsituation zu überwinden – die Slowakei gab ihre Forderung auf und schloss sich den übrigen 26 Mitgliedsstaaten an.
Fridman und Usmanow bleiben auf der Sanktionsliste. Lediglich zwei Personen wurden von der Liste gestrichen – ein niederländischer Unternehmer und die Tochter des Chefs des russischen staatlichen Pipeline-Unternehmens Transneft. Der Rat der EU sprach in beiden Fällen von „rechtlich schwachen Fällen“ ohne die politische Brisanz, die Bratislava anstrebte.
Neue Sanktionen: Maritime Dienstleistungen für russische Tanker
Bestandteil des erneuerten Sanktionspakets sind auch neue Maßnahmen, die die Erbringung maritimer Dienstleistungen – einschließlich Versicherung, Finanzierung und technischer Unterstützung – für russische Öltanker verbieten. Ziel ist es, die Einnahmen Moskaus aus Ölexporten weiter zu beschneiden, mit denen der Kreml den Krieg in der Ukraine finanziert.
Signal für Russland – und für Bratislava
Das Ergebnis der Abstimmungsrunde im März wird in den europäischen Hauptstädten als Beweis für die Fähigkeit der EU gewertet, trotz internen Drucks die Einheit in der Sanktionspolitik gegenüber Russland zu wahren. Für die Slowakei ist dies gleichzeitig eine politische Niederlage: Bratislava verbrachte mehrere Tage in der Position eines Landes, das die Interessen russischer Oligarchen verteidigt, was ihren Ruf bei den Partnern in der Union erheblich schädigte. Die Sanktionsliste wird im September 2026 erneut überprüft.
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