Maul- und Klauenseuche breitet sich in Zypern und Griechenland aus, die Slowakei leistet Hilfe
Ein Jahr nach einem eigenen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche entsendet die Slowakei vier Tierärzte, um Zypern zu helfen, wo fast 30.000 Tiere getötet wurden. Die Krankheit ist auch auf der griechischen Insel Lesbos aufgetreten.
Mittelmeerraum kämpft mit Seuche des Typs SAT-1
Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist nach Europa zurückgekehrt – diesmal nach Zypern und Griechenland. Während sich die Slowakei erst kürzlich von einem eigenen Ausbruch erholt hat und im Februar 2026 den internationalen Status eines seuchenfreien Gebiets zurückerlangte, sehen sich die Mittelmeerländer mit einer sich rasch ausbreitenden Epidemie des Serotyps SAT-1 konfrontiert, der in der Region exotisch ist.
Zypern: Fast 30.000 getötete Tiere
Die Republik Zypern bestätigte das Auftreten der MKS am 20. Februar 2026 auf einem Rinderbetrieb in der Region Larnaka. Die Krankheit trat jedoch bereits im Dezember 2025 im nördlichen Teil der Insel auf. Bis Ende März stieg die Zahl der infizierten Betriebe auf 49 – davon 46 im Bezirk Larnaka und drei in Nikosia. Nach Angaben der zypriotischen Regierung wurden 29.731 Tiere getötet, davon 28.019 Schafe und Ziegen und 1.712 Rinder.
Die Europäische Kommission erklärte ganz Zypern bis mindestens 1. Mai 2026 zur Restriktionszone. Die Impfung von Rindern erreichte 98 % der Population, bei Schafen und Ziegen etwa 75 %. Die EU lieferte 500.000 Impfdosen auf die Insel. Strenge europäische Regeln erfordern jedoch die Tötung aller Tiere in einem infizierten Bestand, auch wenn sie keine Symptome zeigen.
Griechenland: Erster Ausbruch nach 30 Jahren
Am 16. März 2026 bestätigte Griechenland das Auftreten der MKS auf der Insel Lesbos – auf einem gemischten Betrieb mit 38 Rindern und 250 Schafen. Die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) bestätigte anschließend fünf weitere Ausbrüche. Griechenland war seit 1994 frei von Maul- und Klauenseuche, es handelt sich also um eine Rückkehr der Krankheit nach mehr als drei Jahrzehnten. Der Serotyp ist derselbe wie in Zypern – SAT-1.
Slowakei: Vom Opfer zum Experten
Die Slowakei hat frische Erfahrungen mit der Krankheit. Im März 2025 wurde die MKS auf drei Betrieben in der südwestlichen Slowakei bestätigt – in den Gemeinden Medveďov, Ňárad und Baka im Bezirk Trnava. Insgesamt wurden mehr als 8.500 Nutztiere getötet. Die WOAH setzte den Status der Slowakei als MKS-freies Land aus, stellte ihn aber nach erfolgreicher Bewältigung des Ausbruchs am 31. Oktober 2025 wieder her.
Diese Erfahrung zahlt sich nun aus. Vier slowakische Tierärzte wurden nach Zypern entsandt, wo sie die lokalen Behörden beim Management der Krankheit unterstützen. Die staatliche Veterinär- und Lebensmittelbehörde (ŠVPS) hat gleichzeitig ab dem 23. März 2026 außerordentliche Maßnahmen eingeführt – ein Einfuhrverbot für unverarbeitete tierische Produkte aus Zypern und Griechenland im persönlichen Gepäck sowie Desinfektionsmatten auf den Flughäfen in Bratislava, Košice, Piešťany und Poprad.
Warum das für die Slowakei wichtig ist
Die Aufrechterhaltung des Status als MKS-freies Land ist für die slowakische Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung. Der letztjährige Ausbruch verursachte Verluste in Millionenhöhe und die vorübergehende Schließung von Exportmärkten. Jeder neue Ausbruch könnte diese Märkte wieder blockieren. Strenge Kontrollen an Flughäfen und das Verbot der Einfuhr risikobehafteter Produkte sind daher Präventivmaßnahmen, die die Einschleppung des Virus in die Slowakei verhindern sollen.
Wie das Beispiel Zypern zeigt, wo sich die Krankheit trotz sofortiger Maßnahmen auf Dutzende von Betrieben ausbreitete, bleibt die Maul- und Klauenseuche eine der ansteckendsten Krankheiten von Nutztieren – und Wachsamkeit ist angebracht.
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