Merz vertieft Rüstungsallianz mit Israel
Deutschland plant laut Bloomberg einen Milliarden-Deal über moderne Raketenwerfer mit israelischen Partnern. Gleichzeitig kritisierte Kanzler Merz gemeinsam mit Trump Spaniens NATO-Ausgaben — ein Zeichen des neuen deutschen Sicherheitskurses.
Ein neuer Rüstungsdeal als Zeichen der Zeit
Die Merz-Regierung schreibt Deutschlands Sicherheitspolitik neu — und Israel spielt dabei eine zentrale Rolle. Wie Bloomberg am 4. März 2026 berichtete, verhandelt das Bundesverteidigungsministerium über die Beschaffung von bis zu 500 modernen MARS-3-Raketenwerfern im Gesamtwert von rund sechs Milliarden Euro — ein Geschäft, das die deutsch-israelische Rüstungspartnerschaft auf ein neues Niveau heben würde. An den Verhandlungen sind der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems, der deutsch-französische Hersteller KNDS sowie die deutsche Diehl Group beteiligt. Vorgesehen sind 250 Fahrzeuge fest für die Bundeswehr, weitere 250 als Option für andere europäische NATO-Partner.
Arrow 3 als Fundament einer tiefer gehenden Kooperation
Der geplante Raketenwerfer-Deal baut auf einer bereits bestehenden, historisch einzigartigen Rüstungskooperation auf. Das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 — das teuerste Einzelgeschäft in der Geschichte israelischer Rüstungsexporte — erlangte im Dezember 2025 die operative Einsatzbereitschaft bei der Bundeswehr. Das Gesamtvolumen des Arrow-3-Vertrags beläuft sich nach einer vom Bundestag genehmigten Erweiterung um rund 3,1 Milliarden US-Dollar auf nunmehr etwa 6,5 Milliarden Dollar, wie die Times of Israel berichtete. Deutschland ist damit zum mit Abstand wichtigsten Rüstungspartner Israels in Europa geworden.
Merz und Trump: Gemeinsame Front gegen Spanien
Parallel zur Vertiefung der Israel-Partnerschaft demonstrierte Kanzler Friedrich Merz bei seinem Besuch im Weißen Haus am 3. und 4. März seinen neuen außenpolitischen Stil. Gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump rügte er Spanien öffentlich für die Nichteinhaltung der NATO-Ausgabenziele. „Wir versuchen, Spanien zu überzeugen aufzuholen", sagte Merz laut t-online. Trump hatte zuvor gedroht, sämtliche Handelsbeziehungen mit Madrid einzufrieren, nachdem Spanien den USA die Nutzung gemeinsamer Militärbasen für Operationen gegen Iran verweigert hatte.
Spaniens Außenminister warf Merz daraufhin mangelnde Solidarität vor. Der Kanzler ruderte teilweise zurück: Er habe Trump klar gesagt, dass ein isoliertes Handelsabkommen mit Deutschland unter Ausschluss Spaniens nicht möglich sei — die EU verhandle als Block, berichtete CNBC.
Kritiker sehen Kurswechsel mit Skepsis
Die Neuausrichtung der deutschen Nahostpolitik bleibt umstritten. Merz hatte im August 2025 zunächst einen Teilstopp für Waffenlieferungen an Israel verhängt — und diesen nach seinem Israel-Besuch im Dezember 2025 wieder aufgehoben. Amnesty International kritisierte sowohl die Reise als auch das Ende der Exportbeschränkungen scharf und verwies auf die anhaltende humanitäre Katastrophe in Gaza sowie Verstöße gegen das Völkerrecht.
Eine neue sicherheitspolitische Ära
Unter Merz vollzieht Deutschland einen markanten Schwenk: mehr militärisches Engagement, engere Bindung an Washington und Tel Aviv, offensiverer Umgang mit Verbündeten, die als Trittbrettfahrer gelten. Ob dieser Kurs langfristig Früchte trägt — oder neue Risse in der europäischen Einheit provoziert —, wird sich spätestens beim nächsten NATO-Gipfel zeigen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist klar: Berlin übernimmt wieder geopolitische Initiative, mit allen Chancen und Risiken, die das mit sich bringt.
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