Wirtschaft

Selenskyj in Madrid: Spanien verspricht eine Milliarde Euro für die Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte am 18. März 2026 Madrid und unterzeichnete fünf Verteidigungsabkommen mit Spanien. Spanien kündigte ein militärisches Hilfspaket in Höhe von 1 Milliarde Euro für 2026 an, wodurch sich die gesamte spanische Hilfe seit Beginn des Krieges auf fast 4 Milliarden Euro erhöht.

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Redakcia
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Selenskyj in Madrid: Spanien verspricht eine Milliarde Euro für die Ukraine

Ein Besuch voller politischer Symbolik

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am 18. März 2026 in Madrid zu seinem vierten Besuch in Spanien seit Beginn des Krieges mit Russland ein. Er wurde von Ministerpräsident Pedro Sánchez im Moncloa-Palast und anschließend von König Felipe VI. im Zarzuela-Palast empfangen, an einem Tag, der hochrangige Diplomatie mit Besuchen in der spanischen Verteidigungsindustrie verband.

Der Besuch findet in einer Zeit intensiven internationalen Drucks auf Madrid wegen seiner Verteidigungsausgaben statt, was das Treffen zu einer ebenso wichtigen politischen Erklärung wie die unterzeichneten Abkommen machte.

Eine Milliarde Euro und insgesamt 4 Milliarden

Die am meisten erwartete Ankündigung erfolgte während der gemeinsamen Pressekonferenz: Spanien wird im Laufe des Jahres 2026 1 Milliarde Euro an Militärhilfe für die Ukraine bereitstellen. Sánchez präzisierte, dass sich die gesamte spanische Unterstützung seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 auf 4 Milliarden Euro belaufen wird, wenn man dieses Paket zu der Hilfe der vorangegangenen vier Jahre hinzurechnet.

Die historische Aufschlüsselung spiegelt ein wachsendes Engagement wider: 250 Millionen im Jahr 2022, 420 Millionen im Jahr 2023, 1.072 Millionen im Jahr 2024, 1.053 Millionen im Jahr 2025 und das neue Paket von 1 Milliarde für das laufende Jahr. Ein Teil dieser Finanzierung wird über das SAFE-Instrument der Europäischen Union bereitgestellt, das die gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern soll.

Koproduktion von Drohnen, Radaranlagen und Raketen

Über das Geld hinaus definieren die fünf unterzeichneten Kooperationsabkommen eine neue Phase in den bilateralen Beziehungen. Die Abkommen sehen die gemeinsame Koproduktion von Angriffs-Drohnen, Radarüberwachungssystemen und Raketen sowie die Zusammenarbeit bei Munitionslenksystemen und Luftverteidigung vor.

Selenskyj besuchte die Einrichtungen von Sener Aerospace & Defense, einem spanischen Unternehmen, das sich auf Raketenlenksysteme, Satellitenkommunikation und Komponenten des deutschen IRIS-T-Systems spezialisiert hat. Drei der von ukrainischen Herstellern in Madrid unterzeichneten Abkommen wurden mit diesem Unternehmen geschlossen. Laut dem Kyiv Independent hat Spanien 215 Millionen Euro des Pakets speziell für Anti-Drohnen-Systeme, Überwachungsradare und Luftaufklärungsausrüstung reserviert.

Sánchez betonte den strategischen Wert der Koproduktion: "Wir helfen nicht nur der Ukraine, sondern stärken auch unsere Verteidigungsindustrie", sagte er während der gemeinsamen Pressekonferenz.

NATO und der Druck von Trump und Merz

Der breitere geopolitische Kontext verlieh dem Besuch zusätzliches Gewicht. In den Wochen zuvor hatte der US-Präsident Donald Trump Spanien als "schrecklichen Verbündeten" bezeichnet und mit dem Abbruch der Handelsbeziehungen wegen der geringen Verteidigungsausgaben Madrids gedroht, die das von der NATO festgelegte Ziel von 2 % des BIP nicht erreichen. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz schloss sich dieser Kritik an und wies darauf hin, dass Spanien das einzige Land in der Allianz sei, das eine Erhöhung seines Beitrags ablehne.

Sánchez bezeichnete die Forderung von Trump nach einer Erhöhung der Ausgaben auf 5 % des BIP als "Willkür" und präsentierte den Besuch von Selenskyj und das neue Hilfspaket als unmissverständlichen Beweis für das Engagement Spaniens für die europäische Sicherheit: "Nichts und niemand wird uns vergessen lassen, was in der Ukraine geschieht", erklärte er.

Energetischer Wiederaufbau, eine parallele Achse

Neben den Militärabkommen kündigte Spanien die Lieferung von sechs Großgeneratoren an, die den Strombedarf von bis zu 14.000 Menschen in der Ukraine decken sollen, und betonte, dass der Wiederaufbau des Landes – und insbesondere seine Energieversorgung – Teil der langfristigen spanischen Unterstützungsstrategie ist.

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