Slowakei: Drittes EU-Land mit Ausbruch der Maul- und Klauenseuche
Im März 2025 wurde die Slowakei zum dritten Land in der Europäischen Union, das von einer Epidemie der Maul- und Klauenseuche (MKS) betroffen ist. Das Virus des Serotyps O, das mit einem pakistanischen Stamm verwandt ist, verursachte Quarantänen, die Notkeulung von Tausenden von Tieren und Exportverbote.
Erster Ausbruch seit einem halben Jahrhundert
Am 21. März 2025 bestätigten die slowakischen Behörden das Auftreten der Maul- und Klauenseuche (MKS) auf Bauernhöfen in der Nähe der ungarischen Grenze – der erste Fall dieser Art seit 1973. Damit wurde die Slowakei zum dritten Land der Europäischen Union, das im Laufe des Jahres 2025 von dieser hochansteckenden Viruserkrankung betroffen ist, nach Deutschland (Januar 2025) und Ungarn (7. März 2025).
Virus aus Pakistan und Verbindung zu Ungarn
Laboranalysen des Weltreferenzlabors für MKS (WRLFMD) bestätigten, dass der Erreger der Serotyp O ist, dessen nächste genetische Sequenz aus Pakistan aus den Jahren 2017–2018 stammt. Der slowakische Stamm stimmt vollständig überein mit dem ungarischen Befund, was eine direkte epidemiologische Verbindung zwischen den beiden Ausbrüchen durch gemeinsame Tierbewegungen bestätigt. Der deutsche Ausbruch vom Januar 2025 wurde dagegen durch einen anderen Stamm verursacht – die beiden Fälle stehen also nicht in Zusammenhang.
Betroffene Gebiete und Umfang der Quarantäne
Die ersten Ausbrüche traten in der südwestlichen Slowakei auf: in den Gemeinden Medveďovo, Ňárada, Baka und Lúč na Ostrove in den Bezirken Dunajská Streda und Komárno. Ein fünfter Fall wurde am 30. März 2025 in Plavecký Štvrtok bei Malacky bestätigt – einem der größten Rinderzuchtbetriebe in der Slowakei mit einer Tagesproduktion von rund 95.000 Litern Milch. Allein auf diesem Hof mussten mehr als 3.500 Rinder getötet werden. Ein sechster Ausbruch ereignete sich etwa 70 Kilometer von den anderen Fällen entfernt.
Das slowakische Landwirtschaftsministerium verhängte außerordentliche Notmaßnahmen, darunter Schutzzonen mit einem Radius von 3 km und Überwachungszonen mit einem Radius von 10 km. Die Bewegung von Nutztieren wurde in der gesamten südwestlichen Slowakei streng eingeschränkt. Alle Betriebe mit Nutztieren waren verpflichtet, sich bis zum 9. April 2025 in einem zentralen Register einzutragen.
Reaktion der EU und Handelsbeschränkungen
Die Europäische Kommission erließ Durchführungsbeschlüsse zur Festlegung der Regionalisierung auf EU-Ebene, und das Veterinär-Notfallteam der EU wurde am 21. März 2025 in die Slowakei entsandt. Mindestens 16 Länder weltweit verhängten Einfuhrverbote für Nutztiere und unbehandelte tierische Produkte aus den betroffenen Gebieten. Die Tschechische Republik verschärfte die Kontrollen an den Grenzen, da der Ausbruch bei Malacky weniger als 50 Kilometer vom tschechischen Gebiet entfernt lag.
Auswirkungen auf den Agrarsektor
Die Maul- und Klauenseuche ist äußerst gefährlich für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Wildschweine. Obwohl die Krankheit nicht auf den Menschen übertragbar ist, sind ihre wirtschaftlichen Folgen verheerend – Tierverluste, Exportverbote und Unterbrechungen der Lieferketten betrafen Dutzende slowakischer Landwirte. Die Regierung versprach Entschädigungen, wobei die Zahlungen für kleine Züchter innerhalb einer Woche erfolgen sollten, während große Unternehmen länger auf eine Entschädigung warten mussten.
Epilog: Slowakei wieder frei von der Seuche
Dank entschlossener veterinärmedizinischer Maßnahmen erhielt die Slowakei mit Wirkung vom 31. Oktober 2025 den Status eines Landes ohne Maul- und Klauenseuche, wodurch der Weg für die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen frei wurde. Die Epidemie des Jahres 2025 hat jedoch gezeigt, dass virale Bedrohungen für die europäische Landwirtschaft real sind und eine ständige grenzüberschreitende veterinärmedizinische Zusammenarbeit erfordern.
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