Streiks an spanischen Flughäfen legen Osterwoche lahm
Gleichzeitige Streiks von Groundforce und Menzies sowie Streikdrohungen von Fluglotsen beeinträchtigen 12 spanische Flughäfen mitten in der Osterwoche und gefährden die Reisepläne von Millionen Reisenden.
Der „perfekte Sturm“ im spanischen Luftverkehr
Spanien erlebt seit diesem Freitag, dem 27. März, eine beispiellose Krise an seinen Flughäfen. Gleichzeitige Streiks der Handling-Mitarbeiter von Groundforce und Menzies, zusammen mit der Drohung von Streiks der Fluglotsen, haben das geschaffen, was Branchenexperten als „perfekten Sturm“ bezeichnen, und das genau zu Beginn der Osterwoche, einer der touristisch stärksten Zeiten des Jahres.
Zwei Streiks, ein Ziel
Die von den Gewerkschaften UGT, CCOO und USO ausgerufenen Streiks sind eine Reaktion auf das, was die Gewerkschaften als „ständige Verstöße“ der Unternehmen und die „Passivität“ von Aena angesichts der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen anprangern. Der Konflikt hat seinen Ursprung in der Anwendung der Gehaltstabellen und insbesondere in der Auslegung der Differenz des VPI und der im Tarifvertrag verankerten Garantie der Kaufkraft.
Groundforce, eine Handling-Tochter von Globalia mit Verträgen an 12 Flughäfen, hat einen unbefristeten Streik mit Arbeitsniederlegungen an Montagen, Mittwochen und Freitagen in drei Zeitfenstern begonnen: von 5:00 bis 7:00 Uhr, von 11:00 bis 17:00 Uhr und von 22:00 bis 00:00 Uhr. Menzies hingegen, das rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigt, hat ganztägige Streiks für den 28. und 29. März sowie vom 2. bis 6. April ausgerufen, die das Herz der Osterwoche abdecken.
Flughäfen und Fluggesellschaften in der Schusslinie
Die Arbeitskampfmaßnahmen betreffen direkt die verkehrsreichsten Flughäfen des Landes: Madrid-Barajas, Barcelona-El Prat, Málaga-Costa del Sol, Palma de Mallorca, Alicante-Elche, Valencia, Bilbao und mehrere Insel-Flughäfen wie Gran Canaria, Teneriffa Süd, Lanzarote, Fuerteventura und Ibiza.
Bedeutende Fluggesellschaften wie Easyjet, Air Europa, Air France, Lufthansa, British Airways und American Airlines könnten ihren Betrieb erheblich beeinträchtigt sehen. Laut Euronews führen Streiks des Bodenpersonals jedoch eher zu erheblichen Verspätungen als zu Massenausfällen, anders als Streiks von Piloten oder Kabinenpersonal.
Die Drohung der Fluglotsen
Zur Krise im Handling kommt die Warnung der Fluglotsen des Flughafens A Coruña hinzu, die darauf hingewiesen haben, dass ein Streik „praktisch unvermeidlich“ sei, wenn die Personal- und Schichtprobleme nicht gelöst würden. Sollte es dazu kommen, könnte diese Aktion während der Osterferien Auswirkungen auf den gesamten spanischen Luftraum haben.
Mindestleistungen und Empfehlungen
Das Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität hat Beschlüsse zur Festlegung von Mindestleistungen für die betroffenen Handling-Unternehmen veröffentlicht, auch wenn diese Maßnahmen die Verspätungen nicht vollständig beseitigen werden. Die Behörden und Fluggesellschaften empfehlen Reisenden:
- Mehrere Stunden vor Abflug am Flughafen einzutreffen
- Den Status ihres Fluges vor der Anreise zu überprüfen
- Ihre Rechte gemäß der EU-Verordnung 261/2004 im Falle einer Annullierung oder längeren Verspätung zu kennen
Eine Debatte, die Grenzen überschreitet
Die Situation hat die Debatte über die Notwendigkeit strenger Mindestleistungen in Zeiten hoher touristischer Nachfrage neu entfacht. Spanien empfängt jährlich mehr als 85 Millionen internationale Touristen, und die Osterwoche stellt einen der Aktivitätsspitzen des Sektors dar, der rund 13 % des nationalen BIP beiträgt. Das Zusammentreffen mehrerer Arbeitskonflikte in einem so sensiblen Moment wirft unbequeme Fragen über die Regelung des Streikrechts in wesentlichen Dienstleistungen auf, ein Dilemma, das touristische Destinationen in ganz Europa und Lateinamerika teilen.
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