Trumps Zoll-Offensive trifft China, Kanada und die Welt
Neue US-Zölle gegen China und Kanada traten am 4. März 2026 in Kraft, als Präsident Trump ein selten genutztes Handelsgesetz einsetzte, um einen universellen globalen Zuschlag von 15 % zu erheben – die größte amerikanische Steuererhöhung seit 1993.
Eine neue Eskalation im globalen Handelskrieg
Eine umfassende neue Runde amerikanischer Zölle trat am 4. März 2026 in Kraft, erschütterte die globalen Märkte und löste Vergeltungsmaßnahmen der größten Handelspartner Washingtons aus. Präsident Donald Trump verhängte einen zusätzlichen Zoll von 10 Prozent auf chinesische Importe und führte 25-Prozent-Zölle auf kanadische Waren wieder ein, was einen Handelskonflikt eskalieren lässt, den Analysten als den folgenreichsten seit den frühen 1990er Jahren bezeichnen.
Von IEEPA zu Section 122: Ein verfassungsmäßiger Schwenk
Der Zollanstieg folgt auf eine wegweisende juristische Niederlage. Am 20. Februar 2026 entschied der Oberste Gerichtshof der USA mit 6:3 Stimmen, dass Trumps frühere Zölle, die im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben wurden, die Befugnisse des Präsidenten überschritten. Innerhalb weniger Stunden schwenkte das Weiße Haus auf ein wenig genutztes Rechtsinstrument um: Section 122 des Trade Act von 1974.
Section 122 erlaubt es dem Präsidenten, einen temporären Importzuschlag von bis zu 15 Prozent zu erheben, um "fundamentale internationale Zahlungsprobleme" anzugehen – insbesondere große Leistungsbilanzdefizite. Im Gegensatz zu IEEPA erfordert dies keinen behördenübergreifenden Prozess, sondern nur eine präsidiale Feststellung. Trump unterzeichnete eine Exekutivanordnung, die die Bestimmung zur Erhebung eines globalen Basiszolls von 10 Prozent in Kraft setzte, der später auf das gesetzliche Maximum von 15 Prozent angehoben wurde. Laut Global Trade Alert ist dies das erste Mal, dass Section 122 überhaupt angewendet wurde.
Es gibt einen entscheidenden Haken: Die Zölle nach Section 122 laufen automatisch nach 150 Tagen aus, es sei denn, der Kongress stimmt für eine Verlängerung, was ihre langfristige Reichweite einschränkt.
Die wirtschaftlichen Folgen: 1.500 Dollar pro Haushalt
Die Tax Foundation schätzt, dass das kombinierte Zollpaket die größte US-Steuererhöhung im Verhältnis zum BIP seit 1993 darstellt und die amerikanischen Haushalte jährlich durchschnittlich mit 1.500 Dollar zusätzlich belastet. Allein der universelle Zuschlag deckt Importe im Wert von etwa 1,2 Billionen Dollar ab – etwa 34 Prozent aller jährlichen US-Importe.
Während Energieprodukte, einige landwirtschaftliche Güter, Pharmazeutika und ausgewählte Elektronikartikel Ausnahmen erhielten, sind die meisten Konsumgüter aufgrund des umfassenden Geltungsbereichs der Maßnahmen höheren Preisen ausgesetzt.
Peking und Ottawa schlagen zurück
Die Reaktion der betroffenen Nationen erfolgte prompt. China, das bereits mit kumulativen Zöllen in historischer Höhe belegt ist, kündigte Gegenzölle auf ausgewählte amerikanische Güter an. Kanada, dessen Exporte mit einem Zoll von 25 Prozent belegt sind – wobei durch USMCA abgedeckte Güter und Autoimporte bis April vorübergehend ausgenommen sind –, leitete laut NBC News eigene Gegenmaßnahmen ein.
Ottawas Vergeltung veranlasste Trump zu der Drohung, die Stahl- und Aluminiumzölle auf 50 Prozent zu verdoppeln, bevor er noch am selben Tag von der Eskalation abrückte – ein Zeichen für die volatile, von Tag zu Tag geprägte Natur des aktuellen Handelskonflikts.
Märkte rotieren, stürzen aber nicht ab
Die globalen Aktienmärkte reagierten eher mit einer bemerkenswerten Sektorrotation als mit einem breiten Zusammenbruch. Technologieaktien, insbesondere multinationale Unternehmen mit von China abhängigen Lieferketten, fielen stark – der Nasdaq fiel in den Tagen um die Ankündigungen um mehr als 2,6 Prozent. Allein Apple gab bekannt, dass das Unternehmen vierteljährliche Zollkosten von bis zu 1,1 Milliarden Dollar zu tragen habe.
Gleichzeitig stiegen inländische Energie- und Industriewerte. ExxonMobil, Chevron und US-Stahlproduzenten – die von den neuen Handelshemmnissen weitgehend ausgenommen oder begünstigt werden – legten zu, was die Wetten der Anleger auf eine stärker auf das Inland ausgerichtete Wirtschaft widerspiegelt, wie Financial Content Markets berichtet.
Eine 150-Tage-Frist
Die langfristige Haltbarkeit von Trumps neuer Zollarchitektur bleibt ungewiss. Es gibt bereits eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten, wobei Kritiker argumentieren, dass die Begründung von Section 122 mit der Zahlungsbilanz eine umfassende universelle Importsteuer rechtlich nicht rechtfertigt. Foreign Policy hat den Ansatz als verfassungsrechtlich bedenklich bezeichnet.
Da eine 150-Tage-Frist abläuft und kein klarer Wunsch des Kongresses nach einer Verlängerung besteht, steht das derzeitige Zollsystem vor einer ungewissen Zukunft – auch wenn seine unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen globale Lieferketten, Vorstandsetagen und Küchentische gleichermaßen erfassen.
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