Kultur

Bombenanschlag in Paris verhindert: Drei Minderjährige festgenommen

Die Pariser Polizei hat einen Bombenanschlag vor dem Sitz der Bank of America im 8. Arrondissement vereitelt. Drei minderjährige Verdächtige wurden festgenommen, einer davon wurde über Snapchat für 600 Euro rekrutiert. Die Antiterror-Ermittlungen deuten auf eine mögliche iranische Verbindung hin.

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Redakcia
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Bombenanschlag in Paris verhindert: Drei Minderjährige festgenommen

Sprengsatz vor den Toren der Champs-Élysées entschärft

In der Nacht von Freitag, dem 27., auf Samstag, den 28. März, gegen 3:25 Uhr morgens, stoppten die Pariser Sicherheitskräfte eine Person, die im Begriff war, einen selbstgebauten Sprengsatz vor dem Gebäude der Bank of America im prestigeträchtigen 8. Arrondissement von Paris, nur wenige Straßen von den Champs-Élysées entfernt, zu zünden. Das Gebäude war zum Zeitpunkt des Vorfalls geschlossen und es wurden keine Mitarbeiter verletzt.

Die Vorrichtung bestand aus zwei mit Klebeband befestigten Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit und 650 Gramm Sprengpulver, zusammen mit einem rudimentären Zündsystem. Der Verdächtige versuchte, den Sprengsatz mit einem Feuerzeug zu entzünden, als die Polizei eingriff, so die Angaben der Behörden.

Drei minderjährige Verdächtige in Gewahrsam

Der erste vor Ort festgenommene Mann ist ein 17-jähriger Jugendlicher, der im Senegal geboren wurde und in Montreuil (Seine-Saint-Denis) wohnt und bereits polizeibekannt ist. Bei seiner Vernehmung gab er an, über die App Snapchat rekrutiert worden zu sein, um diese Operation im Austausch für die Summe von 600 Euro durchzuführen.

Ein zweiter Verdächtiger, der auf der anderen Straßenseite beim Filmen der Szene entdeckt wurde, war geflohen. Er wurde am Sonntag, den 29. März, zusammen mit einem dritten Mann festgenommen. Die drei Verdächtigen sind alle unter 18 Jahre alt, bestätigte die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft (PNAT).

Antiterror-Ermittlungen und der Schatten des Iran

Die PNAT hat ein Ermittlungsverfahren wegen «versuchter Zerstörung durch gefährliche Mittel in Verbindung mit einer terroristischen Vereinigung» sowie wegen Herstellung, Besitz und Transport von Brand- oder Sprengsätzen für terroristische Zwecke eingeleitet. Die DGSI (Direction générale de la sécurité intérieure) und die Pariser Kriminalpolizei sind mit den Ermittlungen betraut.

Innenminister Laurent Nuñez lobte den Polizeieinsatz, der es ermöglichte, «eine gewalttätige Aktion terroristischer Natur zu verhindern». Eine Quelle in der Nähe des Falls sagte gegenüber AFP, dass der vereitelte Anschlag als «die Konkretisierung der iranischen Bedrohung gegen amerikanische und israelische Interessen in ganz Europa» erscheine.

Die Ermittler stellten Ähnlichkeiten mit Vorfällen fest, die sich kürzlich in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Norwegen ereignet hatten, wo improvisierte Vorrichtungen auf Standorte mit Verbindungen zu den Vereinigten Staaten abzielten. Laut mehreren Analysen soll der Iran auf Netzwerke der organisierten Kriminalität in Europa zurückgegriffen haben, um diese Stellvertreterangriffe im Kontext des amerikanisch-israelischen Konflikts gegen Teheran zu inszenieren, der im Februar 2026 begann.

Frankreich in höchster Alarmbereitschaft

Dieser Vorfall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem der Plan Vigipirate seit Anfang 2026 landesweit auf der höchsten Stufe «urgence attentat» (Notfall Anschlag) gehalten wird. Diese Haltung «Winter-Frühling 2026» sieht eine Verstärkung der Sicherheit rund um öffentliche und institutionelle Gebäude vor.

Am 11. März hatte der Iran die wirtschaftlichen und Bankeninteressen der USA und Israels offiziell zu legitimen Zielen erklärt, was zu einer Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen in westlichen Finanzinstituten auf der ganzen Welt führte. Für Frankreich, das die größte Anzahl von Niederlassungen amerikanischer Banken in Europa beherbergt, ist der Schutz dieser Interessen nun ein Sicherheitsproblem von höchster Priorität.

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