Bundestagswahl: CDU/CSU und AfD gleichauf im Endspurt
Zwei Tage vor der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar 2026 liegen CDU/CSU und AfD mit je rund 25 Prozent gleichauf. Da kaum eine Partei mit der AfD koalieren will, dürfte die Regierungsbildung zur echten Geduldsprobe werden.
Historisches Kopf-an-Kopf-Rennen zwei Tage vor der Wahl
Deutschland steht vor einer Bundestagswahl der Superlative: Am Montag, dem 23. Februar 2026, wird ein neues Parlament gewählt – und die aktuellen Umfragen zeigen ein so enges Rennen wie selten zuvor. CDU/CSU und AfD liegen laut mehreren unabhängigen Instituten mit jeweils rund 25 Prozent praktisch gleichauf, während die SPD mit 14 bis 16 Prozent deutlich zurückgefallen ist.
Die jüngste Forsa-Umfrage vom 17. Februar 2026 sieht die Union mit 26 Prozent knapp vor der AfD (25 Prozent), gefolgt von der SPD (14 Prozent) und den Grünen (12 Prozent). Das INSA-Institut ermittelte am 13. Februar ebenfalls einen Gleichstand zwischen CDU/CSU und AfD bei je 25 Prozent. Eine Ipsos-Erhebung vom 6. bis 8. Februar weist die AfD mit 26 Prozent sogar als stärkste Kraft aus. Bündnis 90/Die Grünen kommen je nach Institut auf 11 bis 13 Prozent, Die Linke auf 10 bis 12 Prozent.
Merz kämpft um klares Mandat
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich kurz vor dem Wahltag für den Schlussspurt rüsten lassen: Beim CDU-Parteitag in Stuttgart am 20. Februar 2026 wurde er mit 91,2 Prozent der Delegiertenstimmen erneut zum Parteivorsitzenden gewählt – ein Ergebnis, das selbst parteiinterne Beobachter überraschte. Merz appellierte an die CDU, Geschlossenheit zu demonstrieren und die politische Mitte des Landes zu stärken.
Eine Koalition mit der AfD schließt Merz kategorisch aus. Laut übereinstimmenden Medienberichten betonte er, die AfD könne kein Partner für die Union sein. Die CDU hält damit an ihrer sogenannten Brandmauer fest – trotz der stetig wachsenden Stärke der Rechtspopulisten in den Umfragen.
Die Koalitionsfrage: Rechnen ohne die AfD
Die Regierungsbildung wird zur eigentlichen Herkulesaufgabe nach dem Wahltag. Hochrechnungen auf Basis aktueller Umfragen zeigen: Eine reine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD käme auf nur rund 290 der 630 Bundestagssitze – klar unter der für eine Mehrheit nötigen Marke von 316 Sitzen. Eine klassische GroKo wäre damit rechnerisch nicht tragfähig.
Als mögliche Mehrheitsbündnisse unter Ausschluss der AfD gelten:
- CDU/CSU + SPD + Grüne: rund 375 Sitze – rechnerisch stabile Mehrheit
- CDU/CSU + Grüne + Linke: rund 342 Sitze – rechnerisch möglich, politisch höchst umstritten
Beide Varianten setzen voraus, dass inhaltlich weit auseinanderliegende Parteien zusammenfinden. Vor allem ein Dreierbündnis von CDU/CSU mit den Grünen gilt als spannungsgeladen; eine Zusammenarbeit mit der Linken ist für viele Unionspolitiker kaum vorstellbar.
Unzufriedenheit als Treiber der Neuwahl
Der Druck für eine Neuwahl entstand nicht im Vakuum. Die bisherige schwarz-rote Koalition war zuletzt auf historische Tiefstwerte gefallen: Laut einer YouGov-Erhebung vom Februar 2026 zeigten sich nur 22 Prozent der Bevölkerung zufrieden mit der Bundesregierung, 75 Prozent äußerten sich unzufrieden. Merz' persönliche Beliebtheitswerte hatten sich seit Amtsantritt nahezu halbiert – nur noch 23 Prozent fanden, er mache seine Arbeit gut.
Europas Blick auf Berlin
Europa schaut mit gespannter Aufmerksamkeit auf den Ausgang. Eine stabile Regierung in Berlin – der größten Volkswirtschaft der EU – gilt angesichts des anhaltenden Ukraine-Kriegs, geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Herausforderungen als dringend notwendig. Schwierige Koalitionsverhandlungen könnten Deutschlands Handlungsfähigkeit auf Wochen, womöglich Monate, lähmen.
Am Abend des 23. Februar wird sich zeigen, ob die Union ihre Führungsrolle behaupten kann – oder ob die AfD erstmals als stärkste Kraft in den Bundestag einzieht und die politische Landschaft Deutschlands nachhaltig verändert.
Bleib auf dem Laufenden!
Folge uns auf Facebook für die neuesten Nachrichten und Artikel.
Folge uns auf Facebook