Wirtschaft

Frankreich schnürt 1,1-Milliarden-Euro-Paket für Cleantech-Sektor

Die Europäische Kommission hat am 27. Februar 2026 ein französisches staatliches Beihilfeprogramm in Höhe von 1,1 Milliarden Euro in Form von Steuergutschriften genehmigt, um die heimische Produktion von Solarmodulen, Windkraftanlagen, Wärmepumpen und Batterien im Rahmen des europäischen Green Deal Industrial Plan zu unterstützen.

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Redakcia
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Frankreich schnürt 1,1-Milliarden-Euro-Paket für Cleantech-Sektor

Europäisches grünes Licht für Frankreichs grüne Industrie

Am 27. Februar 2026 hat die Europäische Kommission offiziell ein französisches staatliches Beihilfeprogramm in Höhe von 1,1 Milliarden Euro genehmigt, das die heimische Produktion von sauberen Technologien unterstützen soll. Konkret zielt diese Maßnahme – bekannt unter dem Namen C3IV (Crédit d'impôt pour l'Industrie Verte, Steuergutschrift für die grüne Industrie) – auf vier als strategisch eingestufte Branchen ab: Solarmodule, Windkraftanlagen onshore und offshore, Wärmepumpen und Batterien. Die Beihilfen, die in Form von Steuergutschriften gewährt werden, können bis zum 31. Dezember 2028 gewährt werden, gemäß dem Anfang 2026 unter der Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu verabschiedeten Haushaltsgesetz.

Frankreichs Antwort auf den Inflation Reduction Act

Dieser Plan ist Teil eines verschärften globalen industriellen Wettbewerbs. Seit der Verabschiedung des amerikanischen Inflation Reduction Act (IRA) im Jahr 2022, der Hunderte von Milliarden Dollar an Subventionen mobilisiert, um grüne Industrien in die USA zu locken, versucht Europa, zu kontern, ohne ins Hintertreffen zu geraten. Gleichzeitig lastet der Wettbewerb asiatischer – hauptsächlich chinesischer – Hersteller schwer auf den französischen Industrieunternehmen. Nach vorliegenden Daten stammen 88 % der in Frankreich installierten Solarmodule von asiatischen Anbietern, der Marktanteil der französischen Hersteller ist auf nur noch 2 % gesunken. Der Preis für Solarmodule auf dem europäischen Markt hat sich innerhalb eines Jahres fast halbiert, was die Situation für die lokalen Akteure unhaltbar macht.

Bereits greifbare Ergebnisse, aber anhaltende Herausforderungen

In seiner ersten Version hatte der C3IV bereits die Unterstützung von 60 strategischen Projekten ermöglicht, was einem Investitionsvolumen von schätzungsweise 23 Milliarden Euro und der erwarteten Schaffung von fast 40.000 Arbeitsplätzen bis 2030 entspricht, so die Zahlen des Wirtschaftsministeriums. Für 2026 werden die budgetären Auswirkungen der Maßnahme auf 140 Millionen Euro geschätzt.

Dennoch werden Stimmen laut, die die Grenzen dieses Ansatzes betonen. Unternehmen des Photovoltaiksektors, wie ein Bericht von France Info veranschaulicht, sind der Ansicht, dass die angekündigten Maßnahmen nicht ausreichen, um den Kostenunterschied zu den asiatischen Giganten auszugleichen. Ambitionierte Projekte wie die Gigafactories Holosolis oder Carbon, die die industrielle Renaissance Frankreichs verkörpern sollen, sehen ihr Geschäftsmodell gefährdet, noch bevor sie ihr erstes Modul produziert haben.

Eine Maßnahme, die im Europäischen Green Deal Industrial Plan verankert ist

Die Europäische Kommission hat klargestellt, dass diese Regelung „notwendig, angemessen und verhältnismäßig“ ist, um den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu beschleunigen. Es handelt sich um das achte Programm zur Unterstützung der Produktionskapazitäten für saubere Technologien, das seit der Verabschiedung des neuen europäischen Rahmens für staatliche Beihilfen für die saubere Industrie (Clean Industrial Deal State Aid Framework) genehmigt wurde und insgesamt mehr als 10 Milliarden Euro an Investitionen in diese Branchen auf kontinentaler Ebene freigesetzt hat.

Für Frankreich stellt der C3IV einen zentralen Hebel seiner Strategie der grünen Reindustrialisierung dar: die Anziehung und Verankerung der für die europäische Energiewende unerlässlichen Produktionskapazitäten auf dem Staatsgebiet bei gleichzeitiger Verringerung der Abhängigkeit von außereuropäischen Importen. Eine industrielle und geopolitische Wette, deren Ergebnisse erst im Jahr 2028 vollständig messbar sein werden.

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