Gesundheit

Hepatitis-A-Ausbruch in Prager Restaurant: Neun Infizierte, Betrieb geschlossen

Die Prager Hygienebehörde hat einen Hepatitis-A-Ausbruch in einem Restaurant in Prag 6, Dlabačov, bestätigt. Neun Personen, darunter der Besitzer, sind erkrankt. Inspektoren deckten gravierende Hygienemängel auf und schlossen den Betrieb.

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Redakcia
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Hepatitis-A-Ausbruch in Prager Restaurant: Neun Infizierte, Betrieb geschlossen

Neun Infizierte in einem Betrieb

Die Hygienebehörde der Hauptstadt Prag hat einen Ausbruch von Hepatitis A in einem Restaurant im Prager Stadtteil Dlabačov in Prag 6 bestätigt. Insgesamt sind neun Personen – acht Stammgäste und der Inhaber selbst – an Hepatitis A erkrankt. Der Betrieb wurde nach einer Untersuchung vorsorglich geschlossen, alle Kontakte der Infizierten werden verfolgt und die epidemiologischen Untersuchungen dauern an.

Laut einer Sprecherin der Prager Hygienebehörde wird die Woche vom 26. Januar bis 1. Februar 2026 als wahrscheinlichster Zeitraum für die Ansteckung angesehen. Die Hygienebehörde fordert daher alle Gäste, die das Restaurant in diesem Zeitraum besucht haben, auf, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Bei frühzeitiger Erkennung kann eine Impfung die Entwicklung der Krankheit und eine obligatorische Quarantäne verhindern.

Gravierende Hygienemängel

Bei der Untersuchung des Restaurants stellten Inspektoren der Abteilung für Lebensmittelhygiene und der Abteilung für Seuchenbekämpfung unzureichende persönliche und betriebliche Hygiene fest. Die konkreten Versäumnisse wurden von der Behörde unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht veröffentlicht, es wurde jedoch betont, dass die Nichteinhaltung grundlegender Hygieneregeln – insbesondere das Händewaschen und der korrekte Umgang mit Lebensmitteln – ein direktes Risiko für die Ausbreitung von Hepatitis A darstellt.

Hepatitis A wird fäkal-oral übertragen, meist durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser, oder durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sechs Wochen, was die epidemiologische Untersuchung erheblich erschwert – die Gäste bringen die Krankheit erst nach einigen Wochen mit dem Besuch des Restaurants in Verbindung.

Prag im Epizentrum einer landesweiten Epidemie

Der Fall in Prag 6 ist kein Einzelfall. Seit dem 1. Januar 2026 wurden in Prag insgesamt 159 Fälle von Hepatitis A registriert, während landesweit bis Anfang Februar bereits 370 neue Fälle gemeldet wurden, von denen einer tödlich endete – es handelte sich um einen Obdachlosen mit einer Vorerkrankung der Leber aus der Region Mittelböhmen.

Das Staatliche Gesundheitsinstitut (SZÚ) weist darauf hin, dass die Tschechische Republik seit längerem mit einer sich verschlechternden epidemiologischen Situation konfrontiert ist. Im gesamten Jahr 2025 wurden mehr als 3.255 Fälle von Hepatitis A und 39 Todesfälle verzeichnet – die schlechtesten Zahlen seit 1989. Experten prognostizieren für das Jahr 2026 einen allmählichen Rückgang, Voraussetzung dafür ist jedoch eine verbesserte Verfügbarkeit von Impfstoffen und die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

Prävention und Aufruf der Hygienebehörde

Die Hygienebehörde betont, dass die Impfung gegen Hepatitis A die zuverlässigste Prävention ist. Der Impfstoff ist auch dann noch wirksam, wenn er innerhalb von zwei Wochen nach Kontakt mit einer infizierten Person verabreicht wird. Entscheidend sind auch grundlegende Hygienemaßnahmen: gründliches Händewaschen, Erhitzen von Lebensmitteln und der Konsum von Trinkwasser aus zuverlässigen Quellen.

Der Fall des Prager Restaurants eröffnet erneut die Debatte über die Systematik der Kontrollen von Gastronomiebetrieben. Experten fordern eine Verschärfung der Sanktionen für Hygieneverstöße und regelmäßige, unangemeldete Kontrollen, die als wirksames Präventionsinstrument dienen sollen. Den Namen des Restaurants hat die Hygienebehörde aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht veröffentlicht.

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