Historische Energiewende: Chinas Solarstrom überholt Windkraft
In einem beispiellosen Schritt hat China im Jahr 2025 erstmals mehr Strom aus Solaranlagen als aus Windkraftanlagen erzeugt. Dies markiert einen Wendepunkt in der globalen Energiewende.
Ein historischer Wendepunkt
China hat einen Meilenstein erreicht, der vor einem Jahrzehnt noch undenkbar schien: Im Jahr 2025 erzeugten Solaranlagen landesweit erstmals mehr Strom als Windkraftanlagen. Wie Bloomberg am 28. Februar berichtete, verändern diese Daten das Verständnis der Welt von Chinas Energierevolution – und deren Bedeutung für den globalen Kampf gegen den Klimawandel.
Die Zahlen hinter der Verschiebung
China produzierte im Jahr 2025 1,17 Millionen Gigawattstunden (GWh) Strom aus Solarenergie, ein beeindruckender Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr, wie aus offiziellen Regierungsdaten hervorgeht. Die Windkraftproduktion stieg unterdessen um bescheidenere 13 % auf 1,13 Millionen GWh – genug, um weiterhin ein Kraftzentrum zu bleiben, aber nicht mehr Chinas führende Quelle für sauberen Strom.
Zusammen machen Solar- und Windenergie nun 22 % der gesamten chinesischen Stromerzeugung aus – und ihre kombinierte installierte Leistung von 1,84 Terawatt hat erstmals die thermische Leistung (Kohle, Gas und Öl) übertroffen. China hat auch sein eigenes Klimaziel für Wind- und Solarkapazität für 2030 übertroffen und 1.200 Gigawatt sechs Jahre früher als geplant erreicht.
Warum Solar erst jetzt Wind überholte
Die Umkehrung wirft eine naheliegende Frage auf: Wenn China seit Jahren mehr Solaranlagen als Windkraftanlagen nach Kapazität hat, warum hat sich die Erzeugung erst jetzt umgekehrt? Die Antwort liegt in der Physik. Windkraftanlagen erzeugen mehr Stunden pro Tag Strom als Solaranlagen, die nur bei Tageslicht Strom produzieren. Es bedurfte eines Anstiegs der Solarleistung um 40 % – angetrieben durch eine Explosion billiger Panelinstallationen –, um das Gleichgewicht endgültig zu kippen.
Allein im Jahr 2025 fügte China mehr als 430 Gigawatt an neuer Wind- und Solarkapazität hinzu – das entspricht etwa 17.000 Windkraftanlagen und 500 Millionen Solarmodulen, so Carbon Credits. Diese Zahl ist etwa sechs- bis siebenmal größer als die gesamten US-amerikanischen erneuerbaren Energien im Versorgungsmaßstab für dasselbe Jahr.
Globale Klimaauswirkungen
Die Folgen reichen weit über Chinas Grenzen hinaus. Eine Analyse von Carbon Brief zeigt, dass das Rekordwachstum der Solarenergie dazu beitrug, Chinas CO2-Emissionen im ersten Halbjahr 2025 um 1 % gegenüber dem Vorjahr zu senken – selbst als der Gesamtenergiebedarf weiter stieg. Chinas Treibhausgasemissionen sind nun seit über 21 aufeinanderfolgenden Monaten im Wesentlichen gleich geblieben oder gesunken, was ernsthafte Hoffnungen weckt, dass der weltweit größte Emittent seinen Höchststand möglicherweise bereits Jahre vor seinem offiziellen Ziel für 2030 erreicht hat.
China macht auch 44 % der weltweit betriebenen Solar- und Windkapazität im Versorgungsmaßstab aus – mehr als die kombinierte Summe der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten und Indiens.
Die kommende Herausforderung: Netze und Speicherung
Der Anstieg der Solarenergie schafft ein neues Problem: ein Überangebot an Strom während der Tagesstunden. Analysten warnen, dass große Investitionen in Stromübertragungsleitungen und Energiespeicher erforderlich sind, um zu verhindern, dass Strom verschwendet wird. Die meisten Gerätehersteller kämpfen bereits mit Verlusten aufgrund von Überkapazitäten und sinkenden Preisen, ein Zeichen dafür, dass der Markt schneller wächst als die Infrastruktur, um ihn zu unterstützen.
Es wird erwartet, dass Chinas 15. Fünfjahresplan, der voraussichtlich Anfang 2026 formalisiert wird, ehrgeizige neue Ziele für Netzausbauten und Speicherung festlegen wird – die nächste Grenze in der Energiewende des Landes.
Ein Modell – oder eine Warnung?
Für den Rest der Welt ist Chinas Solar-Meilenstein sowohl inspirierend als auch ernüchternd. Die Geschwindigkeit des Übergangs zeigt, was eine staatlich unterstützte Industriepolitik erreichen kann. Sie unterstreicht aber auch die Kluft zwischen Ambitionen und Infrastrukturreife – eine Herausforderung, der sich jedes Land stellen muss, das erneuerbare Energien ausbaut.
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