Kaffee und Tee mit 18% geringerem Demenzrisiko verbunden
Eine bahnbrechende 43-jährige Studie mit über 131.000 Personen hat ergeben, dass der tägliche Konsum von 2-3 Tassen koffeinhaltigem Kaffee oder 1-2 Tassen Tee mit einem signifikant geringeren Demenzrisiko und einer besseren kognitiven Funktion im Laufe der Zeit verbunden ist.
Eine 43-jährige Studie weist auf die Vorteile von Kaffee für das Gehirn hin
Ihre morgendliche Tasse Kaffee könnte mehr bewirken, als Sie nur aufzuwecken. Eine umfassende Studie, die über 131.000 Menschen bis zu 43 Jahre lang begleitete, hat ergeben, dass ein moderater Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee mit einem 18 Prozent geringeren Risiko, an Demenz zu erkranken, und einer messbar besseren kognitiven Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit verbunden ist.
Die Forschung, veröffentlicht in JAMA, stützte sich auf Daten der Nurses' Health Study und der Health Professionals Follow-Up Study, zwei der am längsten laufenden Gesundheitsstudien der Welt. Unter der Leitung von Forschern aus Harvard, Mass General Brigham und dem Broad Institute of MIT und Harvard stellt sie eine der robustesten Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen Koffein und der Gesundheit des Gehirns bis heute dar.
Der Sweet Spot: Zwei bis drei Tassen pro Tag
Von den 131.821 Teilnehmern – die von 1980 bis 2023 beobachtet wurden – entwickelten 11.033 eine Demenz. Diejenigen, die zwei bis drei Tassen koffeinhaltigen Kaffee täglich tranken (etwa 300 Milligramm Koffein), hatten das geringste Risiko. Teetrinker waren nicht weit dahinter: Der Konsum von ein bis zwei Tassen täglich war mit einer Reduktion des Demenzrisikos um 14 Prozent verbunden.
Kaffeetrinker berichteten auch über geringere Raten subjektiver kognitiver Beeinträchtigungen – 7,8 Prozent im Vergleich zu 9,5 Prozent bei Nicht-Trinkern – und schnitten bei objektiven kognitiven Tests besser ab. Entscheidend ist, dass diese Vorteile unabhängig von der genetischen Veranlagung der Teilnehmer für die Alzheimer-Krankheit galten.
Entkoffeinierter Kaffee zeigte jedoch keine schützende Wirkung, was darauf hindeutet, dass Koffein selbst eine zentrale mechanistische Rolle spielt.
Warum Koffein das Gehirn schützen könnte
Wissenschaftler verweisen auf mehrere bioaktive Verbindungen in Kaffee und Tee, die die Ergebnisse erklären könnten. Polyphenole, insbesondere Chlorogensäuren und Kaffeesäure, besitzen starke antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Trigonellin, ein Alkaloid, das in Kaffee vorkommt, hat in Laborstudien gezeigt, dass es Neuroinflammation unterdrückt, die Freisetzung von Neurotransmittern moduliert und die Mitochondrienfunktion unterstützt – alles Faktoren, die für den Neuroschutz gegen altersbedingten kognitiven Abbau relevant sind.
„Wir empfehlen nicht, dass Menschen, die keinen Kaffee trinken, damit anfangen sollten“, warnte die leitende Forscherin Dr. Yu Zhang von der T.H. Chan School of Public Health der Harvard Universität. „Wir sehen nur, dass die Ergebnisse für Menschen, die bereits Kaffee trinken, wirklich beruhigend sind.“
Eine wachsende globale Krise
Die Ergebnisse sind angesichts des Ausmaßes der globalen Demenzherausforderung von besonderer Dringlichkeit. Laut der Weltgesundheitsorganisation leben derzeit weltweit mehr als 55 Millionen Menschen mit Demenz – eine Zahl, die bis 2050 auf über 150 Millionen ansteigen soll, da die Bevölkerung altert, wobei die steilsten Anstiege in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen erwartet werden.
Jeder veränderbare Lebensstilfaktor, der das Risiko sinnvoll reduzieren könnte – selbst in geringem Umfang – stellt eine bedeutende Chance für die öffentliche Gesundheit dar.
Wichtige Einschränkungen
Der Seniorautor Dr. Daniel Wang von Mass General Brigham betonte, dass „die Effektstärke gering ist“ und dass Kaffeekonsum nur ein Teil einer umfassenderen Demenzpräventionsstrategie ist, die körperliche Aktivität, soziale Interaktion und das Management der kardiovaskulären Gesundheit umfasst.
Die Studie hat auch Einschränkungen. Sie unterschied nicht zwischen verschiedenen Teesorten, berücksichtigte keine Kaffeezubereitungsmethoden oder zugesetzte Süßstoffe und stützte sich teilweise auf selbstberichtete Verbrauchsdaten. Der schützende Zusammenhang war bei Teilnehmern unter 75 Jahren stärker, was darauf hindeutet, dass der Zeitpunkt des Konsums eine Rolle spielen könnte.
Dennoch ist die Botschaft für die Milliarden von Menschen weltweit, die jeden Morgen nach einer Tasse Kaffee oder Tee greifen, ermutigend: Dieses tägliche Ritual könnte das Gehirn still und leise schützen, Schluck für Schluck.
Bleib auf dem Laufenden!
Folge uns auf Facebook für die neuesten Nachrichten und Artikel.
Folge uns auf Facebook