Wirtschaft

Luftraumsperrungen im Nahen Osten legen Hunderte Flüge lahm

Gemeinsame US-amerikanisch-israelische Angriffe auf den Iran am 28. Februar führten zur Schließung des Luftraums in mindestens acht Ländern. Globale Luftfahrtzentren wie Dubai und Doha wurden dadurch lahmgelegt, was zur Annullierung oder Umleitung Hunderter Flüge führte.

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Redakcia
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Luftraumsperrungen im Nahen Osten legen Hunderte Flüge lahm

Eine Krise am Himmel

Am Samstag, dem 28. Februar 2026, um etwa 6:45 Uhr UTC starteten US-amerikanische und israelische Streitkräfte koordinierte Militärschläge gegen den Iran, die eine Kettenreaktion auslösten, die weit über das Schlachtfeld hinausging. Innerhalb weniger Stunden hatten mindestens acht Länder – Bahrain, Jordanien, Kuwait, Iran, Irak, Israel, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate – ihren Luftraum gesperrt, während Syrien seinen südlichen Korridor teilweise schloss. Das Ergebnis war eine der schwersten Luftfahrtkrisen, die die Welt seit der COVID-19-Pandemie erlebt hat.

Dubai lahmgelegt, globale Drehkreuze im Chaos

Am härtesten traf es den Dubai International Airport (DXB), den verkehrsreichsten internationalen Flughafen der Welt nach Passagieraufkommen. Laut dem Luftfahrt-Datenunternehmen Cirium wurden allein in DXB mehr als 280 ankommende und abgehende Flüge gestrichen, weitere rund 250 Flüge verspäteten sich. Emirates, die Flaggschiff-Airline der VAE und eine der größten Fluggesellschaften der Welt nach internationaler Sitzplatzkapazität, kündigte eine vollständige, vorübergehende Aussetzung des Flugbetriebs von und nach Dubai an und erklärte, dass die "Sicherheit unserer Passagiere und Besatzung höchste Priorität hat".

In der gesamten Region stiegen die Zahlen rasant an. Bis Mittag mitteleuropäischer Zeit verzeichnete Cirium 232 gestrichene Flüge von 3.422 geplanten – eine Ausfallrate von 6,78 % systemweit. Israel war proportional am stärksten betroffen, da fast 40 % aller geplanten Flüge (40 von 107) gestrichen wurden. Auch der Hamad International Airport in Katar und der Kuwait International Airport waren stark betroffen, da die Golf-Airlines versuchten, zu reagieren.

Fluggesellschaften leiten um, Passagiere stranden in der Luft

Fluggesellschaften auf vier Kontinenten reagierten schnell mit der Aussetzung oder Umleitung von Flügen. Air France, British Airways, Iberia, KLM, Lufthansa, Turkish Airlines und Wizz Air stellten alle regionalen Operationen ein. Air India kündigte an, den Nahen Osten vollständig zu meiden. Russland stellte seine Flüge in den Iran und nach Israel ein.

Die Störungen waren nicht nur administrativer Natur. Mehrere Flugzeuge mussten mitten im Flug umkehren: Ein American Airlines-Flug von Philadelphia nach Doha kehrte nach sechs Stunden in der Luft um, während ein Air Canada-Flug von Toronto nach Dubai nach mehr als zehn Stunden Flugzeit noch in der Luft war, wobei das Ziel ungewiss war, wie Simple Flying berichtete.

Langstreckenflüge zwischen Europa und Asien stehen vor einem zusätzlichen Problem: Der russische und ukrainische Luftraum ist für die meisten westlichen Fluggesellschaften seit 2022 gesperrt, was die Fluggesellschaften zwingt, sich auf den Korridor im Nahen Osten als wichtige Alternative zu verlassen. Da dieser Korridor nun gestört ist, werden Flüge entweder südlich über Saudi-Arabien oder nördlich über Zentralasien umgeleitet – was die Reisezeiten um Stunden verlängert und die Dienstzeitgrenzen der Besatzung und die Treibstoffreserven belastet.

Wirtschaftliche Schockwellen

Die Luftfahrtindustrie bereitet sich auf erhebliche finanzielle Auswirkungen vor. Fluggesellschaften sehen sich mit deutlich höheren Treibstoffkosten aufgrund längerer Umleitungsstrecken, steigenden Kriegstrisikoversicherungsprämien für Flugzeuge, die in der Nähe des Konfliktgebiets operieren, und kaskadierenden Logistikkosten aufgrund von Personalverschiebungen und falsch ausgerichteten Flugzeugen konfrontiert. Auch zeitkritische Luftfracht – Pharmazeutika, Elektronikkomponenten, frische Produkte –, die über die Drehkreuze am Golf transportiert wird, ist gefährdet, was weitreichendere Auswirkungen auf die globalen Lieferketten hat.

Analysten von Bloomberg wiesen darauf hin, dass Dubai und Doha zusammen einen überproportionalen Anteil des interkontinentalen Transitverkehrs abwickeln. Eine längere Schließung würde nicht nur Reisende beeinträchtigen, sondern die Langstreckenrouten für einen Großteil der östlichen Hemisphäre grundlegend verändern.

Kein Zeitplan für die Wiederaufnahme

Bis Samstagnachmittag hatte kein betroffenes Land einen Zeitplan für die Wiedereröffnung seines Luftraums genannt. Emirates forderte die Passagiere auf, ihre Reise-Update-Portale zu beobachten, und erklärte, dass sie betroffenen Kunden bei der Umbuchung, Rückerstattung und alternativen Vorkehrungen behilflich seien. Analysten warnten, dass selbst eine teilweise Wiedereröffnung stark vom Tempo der militärischen Deeskalation abhängt – eine Variable, die zum Zeitpunkt der Drucklegung keine Anzeichen für eine Lösung zeigte. Da zwei wichtige Luftfahrtkorridore – der russische und nun auch der nahöstliche – faktisch geschlossen sind, steht das globale Luftfahrtnetz unter einem Druck, dem es in Friedenszeiten selten ausgesetzt war.

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