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Militärlaser schießt eigene Drohne in Texas ab und offenbart Behördenchaos

Zum zweiten Mal im Februar hat ein US-amerikanisches Militärlasersystem in der Nähe der texanisch-mexikanischen Grenze Ausrüstung der US-Regierung abgeschossen – diesmal eine CBP-Überwachungsdrohne. Dies offenbart eine gefährliche mangelnde Koordination zwischen dem Pentagon, der Zoll- und Grenzschutzbehörde und der FAA.

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Redakcia
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Militärlaser schießt eigene Drohne in Texas ab und offenbart Behördenchaos

Zweiter Vorfall von Eigenbeschuss innerhalb von zwei Wochen

Zum zweiten Mal im Februar hat die US-Regierung versehentlich einen militärischen Laser auf eigene Ausrüstung in der Nähe der texanisch-mexikanischen Grenze abgefeuert – und niemand hat irgendjemand anderem davon erzählt. Am 26. Februar entdeckte das Drohnenabwehr-Lasersystem des Pentagons ein unbemanntes Luftfahrzeug, das es als bedrohlich einstufte und das in einem militärischen Sperrgebiet in der Nähe von Fort Hancock, Texas, operierte, und zerstörte es. Das Ziel entpuppte sich als eine Drohne, die vom US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutz (CBP) betrieben wurde. Laut NPR und mit der Angelegenheit vertrauten Mitarbeitern des Kongresses hatte die CBP das Verteidigungsministerium schlichtweg nicht darüber informiert, dass sie eine Drohne fliegen ließ.

Ein Muster gefährlicher Fehlkommunikation

Der Vorfall in Fort Hancock war kein Einzelfall. Nur zwei Wochen zuvor, am 11. Februar, feuerten CBP-Agenten den gleichen Typ von Hochenergielaser in der Nähe von Fort Bliss ab – ohne sich mit der Federal Aviation Administration abzustimmen. Das System traf metallische Partyballons, aber die FAA, die nicht wusste, dass in der Nähe eines großen Flughafens eine gerichtete Energiewaffe eingesetzt wurde, sperrte den El Paso International Airport für etwa acht Stunden. Vierzehn Flüge wurden gestrichen und medizinische Evakuierungsflugzeuge wurden 45 Meilen nach Las Cruces, New Mexico, umgeleitet, wie CNN berichtete.

Die Schließung vom 26. Februar war von geringerem Umfang – sie betraf den Luftraum unterhalb von 18.000 Fuß über Fort Hancock und nicht einen großen Knotenpunkt –, aber die FAA verhängte Flugbeschränkungen, die bis zum 24. Juni gelten, ein Zeichen dafür, wie ernst die Behörden das anhaltende Sicherheitsrisiko nehmen.

Drei Behörden, kein gemeinsames Vorgehen

Was beide Vorfälle offenbarten, ist ein eklatantes Fehlen der behördenübergreifenden Koordination. Laut Regierungsbeamten unterhält keine der drei beteiligten Behörden – das Pentagon, die CBP und die FAA – ein gemeinsames Echtzeit-Lagebild für Drohnenabwehr-Aktivitäten entlang der Südgrenze. Sowohl das Pentagon als auch die CBP glaubten unabhängig voneinander, dass sie das Lasersystem einsetzen könnten, ohne vorher eine Genehmigung der FAA einzuholen, ein gefährliches prozedurales Missverständnis mit spürbaren Folgen für die zivile Luftfahrt.

Der Laser ist eine gerichtete Energiewaffe, die der CBP im Rahmen der Bemühungen der Trump-Regierung zur Militarisierung der Grenzsicherheit geliehen wurde. Sein Einsatz ohne Deconfliction-Protokolle schuf die Voraussetzungen für genau diese Art von Missgeschick, wie Al Jazeera berichtete.

Gesetzgeber fordern Rechenschaft

Demokratische Kongressabgeordnete, darunter Senatorin Tammy Duckworth, forderten unabhängige Untersuchungen. Mitglieder wichtiger Aufsichtsausschüsse äußerten ihre Empörung, wobei ein Gesetzgeber sagte: „Uns platzt der Kragen angesichts der Nachrichten.“ Sie warfen der Regierung vor, ein überparteiliches Gesetz zu umgehen, das ein Koordinationstraining zwischen dem Pentagon, dem Ministerium für Innere Sicherheit und der FAA für Drohnenabwehr-Operationen vorgeschrieben hätte.

Das Pentagon bestätigte den Vorfall vom 26. Februar in einer gemeinsamen Erklärung mit der FAA und der CBP und bestätigte, dass das Militär „Befugnisse zur Abwehr unbemannter Flugsysteme einsetzte, um ein scheinbar bedrohliches unbemanntes Flugsystem zu neutralisieren, das im militärischen Luftraum operierte“, und wies darauf hin, dass die Aktion weit entfernt von besiedelten Gebieten und kommerziellen Flugrouten stattfand.

Drohnen, Laser und der Himmel über Amerika

Die beiden Vorfälle verdeutlichen eine umfassendere Spannung, da die US-Regierung den Einsatz von gerichteten Energiewaffen bei inländischen Grenzoperationen rasch ausweitet. Die gleiche Technologie, die zur Neutralisierung feindlicher Drohnen entwickelt wurde, schießt nun amerikanisches Regierungseigentum ab und stört die kommerzielle Luftfahrt. Angesichts des stetig wachsenden Drohnenverkehrs im US-Luftraum – für Überwachung, Zustellung und Grenzsicherung gleichermaßen – ist das Fehlen eines koordinierten rechtlichen und operativen Rahmens nicht nur eine bürokratische Lücke. Es ist eine wachsende Sicherheitsgefahr.

Da der Druck auf die Regierung zunimmt, ist die Frage nicht mehr, ob diese Systeme erneut fehlzünden werden – sondern was sie als nächstes treffen könnten.

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