Ukraine-Friedensgespräche: Militärische Fortschritte, politischer Stillstand
Die Dreiergespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine in Genf führten zu technischen militärischen Fortschritten bei der Überwachung des Waffenstillstands, endeten aber ohne politischen Durchbruch, da Russlands maximalistische territoriale Forderungen weiterhin ein Abkommen vor der Juni-Frist Washingtons blockieren.
Genfer Gespräche enden mit gemischten Ergebnissen
Zweitägige, von den USA vermittelte trilaterale Verhandlungen in Genf zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten endeten am 18. Februar ohne politischen Durchbruch, obwohl die Verhandlungsführer von "bedeutenden Fortschritten" auf militärischer Ebene sprachen. Die Gespräche – die dritte Runde einer von der Trump-Regierung initiierten Reihe nach zwei vorangegangenen Sitzungen in Abu Dhabi – wurden am Mittwoch abrupt abgebrochen, nachdem Kiew Moskau Verzögerungstaktiken vorgeworfen hatte.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff, der die amerikanische Delegation zusammen mit Jared Kushner leitete, bezeichnete die militärischen Gespräche als Teilerfolg. Die Parteien, so sagte er, verstünden nun im Großen und Ganzen, wie ein Waffenstillstand zu überwachen und die technische Architektur eines potenziellen Waffenstillstands zu gestalten sei. Der russische Chefunterhändler Wladimir Medinski nannte die Sitzungen "schwierig, aber praktisch" und sagte, weitere Gespräche würden "bald" wieder aufgenommen – ohne ein Datum zu nennen.
Zwei Stränge, zwei Realitäten
Die Genfer Verhandlungen offenbarten eine strukturelle Kluft im Friedensprozess. Auf militärischer Ebene – die Waffenstillstandsüberwachung, Frontlinienverifizierung und Waffenruhen an Energieanlagen umfasste – erzielten die Delegationen echte technische Fortschritte. Laut einer ukrainischen diplomatischen Quelle, die vom Kyiv Independent zitiert wurde, waren alle drei Seiten konstruktiv und erzielten eine vorläufige Einigung darüber, wie die Überwachung funktionieren würde, und bestätigten, dass die amerikanische Seite direkt in jeden Aufsichtsmechanismus einbezogen würde.
Die politische Ebene war eine ganz andere Geschichte. Russland ging in die Gespräche mit der Forderung, dass die Ukraine ihre Truppen formell aus der gesamten Donbass-Region abzieht, einschließlich der Gebiete, die noch unter der Kontrolle von Kiew stehen. Moskau kontrolliert fast die gesamte Region Luhansk und etwa 80 Prozent von Donezk, doch Putin besteht darauf, dass die Ukraine sogar Gebiete abtritt, die seine Truppen nicht erobert haben. Kiew lehnt dies kategorisch ab und besteht stattdessen auf einem Waffenstillstand, der die derzeitigen Frontlinien einfriert – die einzige Position, die es für realistisch hält.
Russland hat auch eine westliche Truppenpräsenz auf ukrainischem Boden als Teil einer Sicherheitsgarantie nach einem Abkommen ausgeschlossen, wodurch die vielleicht grundlegendste Frage – was die Ukraine vor einem zukünftigen Angriff schützt – völlig ungeklärt bleibt.
Eine Juni-Frist und ein fragiles Gerüst
Die Gespräche stehen unter erheblichem Zeitdruck. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Anfang Februar, dass Washington eine Frist bis Juni 2026 für ein Friedensabkommen gesetzt hat. Ein überarbeitetes 28-Punkte-Rahmenwerk, das angeblich unter den Verhandlungsführern kursiert, würde vorsehen, dass die Ukraine Luhansk und Donezk – einschließlich der Gebiete, die ihre Truppen noch halten – formell aufgibt, im Austausch für Sicherheitsgarantien und eine entmilitarisierte "wirtschaftliche Sonder-" Pufferzone in umstrittenen Gebieten. Kiew hat den Vorschlag nicht angenommen.
Ohne Bewegung bei Russlands zentralen territorialen Forderungen bezweifeln Analysten weithin, dass der Juni-Zeitplan erreichbar ist. Das Soufan Center hat gewarnt, dass Moskau die Gespräche offenbar in erster Linie als Druckkampagne nutzt und eher auf westliche Müdigkeit setzt als auf einen echten Kompromiss.
Board of Peace sorgt für zusätzliche Komplikationen
Während Genf ins Stocken geriet, berief Washington am 19. Februar den ersten Gipfel von Trumps "Board of Peace" ein – ein neues multilaterales Gremium, das die von den USA geführte Diplomatie in mehreren Konflikten verankern soll. Die Ukraine lehnte zusammen mit Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich die Einladung ab. Selenskyj hat erklärt, dass die Ukraine nicht mit Russland am selben Tisch sitzen kann, solange der Krieg andauert. Die kollektive Ablehnung unterstreicht die Schwierigkeiten, mit denen die Trump-Regierung beim Aufbau einer geeinten diplomatischen Koalition konfrontiert ist – geschweige denn bei der Erzielung eines dauerhaften Friedensabkommens bis zum Sommer.
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