Wohnungsmarkt stagniert: Hypothekenzinsen erreichen 7-Monats-Hoch
Die US-Hypothekenzinsen sind auf 6,46 % gestiegen, den höchsten Stand seit sieben Monaten, da der Krieg im Iran die Ölpreise in die Höhe treibt und Inflationsängste neu entfacht. Steigende Lagerbestände könnten jedoch versierten Käufern eine Chance bieten.
Geopolitischer Schock macht Fortschritte bei Zinssätzen zunichte
Die vielversprechende Frühlingssaison auf dem US-Wohnungsmarkt ist ins Stocken geraten. Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken mit fester Verzinsung stieg in der Woche zum 2. April 2026 auf 6,46 % – den höchsten Stand seit September 2025, wie Freddie Mac mitteilte. Nur wenige Wochen zuvor, Ende Februar, waren die Zinsen kurzzeitig unter 6 % gefallen, zum ersten Mal seit über drei Jahren.
Die Ursache ist die geopolitische Unruhe. Seit dem Beginn koordinierter US-israelischer Militärschläge gegen den Iran am 28. Februar sind die globalen Ölpreise auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen, was die Inflationsängste neu entfacht und die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen deutlich in die Höhe getrieben hat. Die Hypothekenzinsen, die diese Renditen eng verfolgen, zogen nach – und stiegen innerhalb weniger Wochen um fast einen halben Prozentpunkt.
Eine Frühlingssaison in der Schwebe
Die Zinswende hat die „Frühlingskaufsaison ernsthaft verkompliziert“, so eine Analyse von Realtor.com. Viele potenzielle Käufer verschieben ihre Käufe angesichts der Unsicherheit. Der Refinanzierungsindex der Mortgage Bankers Association stürzte Ende März um 17 % ab, was signalisiert, dass sich sowohl Käufer als auch Refinanzierer zurückziehen.
Die Federal Reserve, von der erwartet worden war, dass sie die Zinssenkungen im Jahr 2026 wieder aufnehmen würde, wird ihren Leitzins nun voraussichtlich auf 3,50 %–3,75 % für absehbare Zeit beibehalten. Frühere Prognosen einer Lockerung wurden durch den inflationären Druck des Krieges auf die Energiekosten effektiv zunichte gemacht.
J.P. Morgan Global Research prognostiziert, dass die US-Hauspreise im Jahr 2026 bei einem Nullwachstum stagnieren werden – eine dramatische Verlangsamung nach fast einem Jahrzehnt, in dem sich die Werte etwa verdoppelt haben. Das Unternehmen schätzt den tatsächlichen Wohnungsmangel in den USA auf etwa 1,2 Millionen Einheiten, was deutlich unter einigen aggressiveren Schätzungen der Branche liegt.
Ein Silberstreif am Horizont für vorbereitete Käufer
Paradoxerweise könnten sich Käufer, die die höheren Zinsen verkraften können, in einer stärkeren Verhandlungsposition befinden als zu jedem anderen Zeitpunkt in den letzten Jahren. Der nationale Wohnungsbestand ist im Jahresvergleich um etwa 8 % gestiegen, und bei etwa 16,2 % der aktiven Angebote wurden Preissenkungen vorgenommen – ein Zeichen dafür, dass sich die Verkäufer an die neue Realität anpassen.
In den Märkten im Sun Belt und an der Westküste steigt das Angebot besonders schnell. Der Anteil der Angebote mit Preissenkungen erreichte in den letzten Wochen 34,7 %, so HousingWire, verglichen mit etwa 33 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Hypotheken mit variablem Zinssatz machen inzwischen etwa 9 % aller Anträge aus, da Käufer niedrigere anfängliche Zahlungen anstreben. Staatlich geförderte VA- und FHA-Kredite bleiben vergleichsweise attraktiv, mit Zinssätzen zwischen 5,80 % und 6,25 %. Auch Zinsverbilligungen durch Bauträger werden immer häufiger, da die Bauträger versuchen, Lagerbestände abzubauen.
Wie es weitergeht
Analysten gehen davon aus, dass jede Deeskalation im Nahen Osten einen raschen Rückgang der Ölpreise und damit auch der Hypothekenzinsen auslösen könnte – was ein kurzes, aber potenziell bedeutendes Kaufzeitfenster schaffen würde. John Sim, Leiter der Securitized Products Research bei J.P. Morgan, merkte an, dass „niedrigere variable Hypothekenzinsen und Zinsverbilligungen durch Bauträger die Nachfrage erhöhen könnten, während das Angebotswachstum nachlässt“.
Im Moment befindet sich der Wohnungsmarkt zwischen zwei Kräften: geopolitische Unsicherheit, die die Kosten in die Höhe treibt, und wachsende Lagerbestände, die die Preise senken. Das Ergebnis ist ein Stillstand – und für geduldige, gut positionierte Käufer möglicherweise eine Chance.
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