Wirtschaft

1. März 2026: Pakete, Krankenhaus, Gas – Teuerungswelle rollt an

Seit dem 1. März 2026 belasten vier Maßnahmen die Budgets französischer Haushalte: eine Steuer von 2 € auf Pakete von außerhalb der EU, höhere Krankenhausgebühren, ein Anstieg des Gaspreises und eine Erhöhung der Kfz-Steuer in mehreren Regionen.

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Redakcia
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1. März 2026: Pakete, Krankenhaus, Gas – Teuerungswelle rollt an

Eine Steuer von 2 Euro auf kleine Asien-Pakete

Vorbei ist der Wettbewerbsvorteil der Giganten der Ultra-Fast-Fashion: Seit diesem Sonntag, dem 1. März, wird jeder Artikel, der von außerhalb der Europäischen Union importiert wird und einen Wert von weniger als 150 Euro hat, mit einer Steuer von 2 Euro pro Zollkategorie belegt. Konkret bedeutet das: Eine Bestellung, die ein T-Shirt, ein Paar Kopfhörer und ein Schmuckstück bei Temu oder Shein umfasst, führt zu einer Besteuerung von 6 Euro, unabhängig vom Gesamtwert des Pakets.

Diese Maßnahme, die im Budget 2026 verankert ist, zielt darauf ab, gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen lokalen Händlern – die der Mehrwertsteuer und den europäischen Normen unterliegen – und chinesischen Plattformen wiederherzustellen, die ihre Pakete bisher zollfrei versandt haben. Die Regierung rechnet mit Einnahmen in Höhe von rund 500 Millionen Euro, die zur Finanzierung der Verstärkung der Zollkontrollen bestimmt sind.

Die Maßnahme ist nur ein erster Schritt: Ab Juli 2026 kommt eine europäische Zollgebühr von zusätzlich 3 Euro pro Artikel hinzu, wodurch sich die Gesamtbesteuerung auf 5 Euro pro Kategorie erhöht. Die Europäische Union hat beschlossen, die Zollbefreiung für Sendungen von geringem Wert aufzuheben, die lange Zeit beschuldigt wurde, den Binnenmarkt zu verzerren.

Krankenhausgebühren steigen stark

Gleichzeitig sehen sich die Patienten mit deutlich steigenden Krankenhausgebühren konfrontiert. Der tägliche Krankenhauszuschuss – Beteiligung an den Kosten für Unterkunft und Verpflegung – steigt von 20 auf 23 Euro pro Tag. Die Notfallgebühr für Patienten, die bei einer Behandlung ohne Krankenhausaufenthalt erhoben wird, steigt ebenfalls von 19,61 auf 23 Euro. Die psychiatrische Versorgung folgt diesem Trend mit einem Anstieg von 15 auf 17 Euro pro Tag.

Diese Erhöhungen sind Teil eines Sparplans von 400 Millionen Euro bei den Krankenhausausgaben der Krankenversicherung. Während die große Mehrheit der Versicherten durch ihre Zusatzversicherung abgedeckt ist, haben etwa 2,5 Millionen Franzosen – 4 % der Bevölkerung und bis zu 12 % der am stärksten Benachteiligten – keine Zusatzversicherung und müssen selbst zahlen. Die Gewerkschaften der Zusatzversicherungen warnen davor, dass sich diese Erhöhungen bereits in diesem Jahr auf die Beiträge der Mitglieder auswirken könnten.

Gas und Kfz-Steuer: Die Rechnung geht weiter

Der Richtpreis für Erdgas steigt am 1. März um 3,93 %. Für Haushalte, die mit Gas heizen, steigt der Durchschnittspreis von 0,1304 auf etwa 0,1357 Euro inkl. MwSt. pro kWh (Kochen und Warmwasser) und von 0,0998 auf 0,1051 Euro inkl. MwSt. für die Heizung. Ein moderater Anstieg, der jedoch zu einem anhaltenden inflationären Umfeld hinzukommt.

Mehrere Regionen haben außerdem die Kfz-Steuer erhöht. Die Île-de-France wendet nun einen spezifischen Zuschlag von 14 Euro pro Steuer-PS an, wodurch die Zulassungskosten von 54,95 auf 68,95 Euro pro PS steigen. Auch Korsika ist betroffen, wo der Preis von 43 auf 53 Euro steigt. Elektrofahrzeuge sind weiterhin von dieser regionalen Steuer befreit.

Ein schwieriger März für die Kaufkraft

Insgesamt markiert dieser 1. März 2026 eine deutliche Verschärfung der Lebenshaltungskosten für viele Haushalte. Online-Handel, Gesundheit, Energie, Mobilität: Die Fronten sind vielfältig. Während einige Maßnahmen legitimen Zielen dienen – fairer Wettbewerb, Nachhaltigkeit der Sozialversicherung –, verdeutlicht ihr Zusammentreffen in einem einzigen Monat die anhaltenden Spannungen in Bezug auf die Kaufkraft der Franzosen.

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