Spanien aktiviert Wirtschaftsschutzschild angesichts der Golfkrise
Die Regierung von Pedro Sánchez plant, am 17. März ein Paket von Steuer- und Arbeitsmarktmaßnahmen zu verabschieden, um den Preisanstieg von Benzin und Strom infolge der Schließung der Straße von Hormus und des Konflikts im Nahen Osten einzudämmen.
Ein dringendes Dekret für Dienstag, den 17. März
Der Ministerrat wird voraussichtlich am kommenden Dienstag, den 17. März, ein wirtschaftliches Notfallpaket verabschieden, um die Auswirkungen der Energiekrise im Persischen Golf auf spanische Haushalte und Unternehmen abzufedern. Die Regierung von Pedro Sánchez arbeitet mit Hochdruck an einem Gesetzesdekret, das laut Regierungskreisen hauptsächlich steuerliche Maßnahmen zur Eindämmung des Preisanstiegs bei Strom und Kraftstoffen vorsieht, der nach der faktischen Schließung der Straße von Hormus infolge der Militärschläge der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran in die Höhe geschnellt ist.
Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo bestätigte, dass die Regierung sich über die «positive Wirkung» der während der Energiekrise 2022 eingesetzten Instrumente einig sei – als die Mehrwertsteuer auf Strom auf 10 % gesenkt und die Steuer auf die Stromerzeugung ausgesetzt wurde – und dass diese Mechanismen als Rahmen für die aktuellen Maßnahmen dienen würden. Die zweite Vizepräsidentin, Yolanda Díaz, fügte hinzu, dass das Dekret Entlassungen aus energiebedingten Gründen verbieten und den Zugang zu Kurzarbeit für Unternehmen erleichtern werde, die aufgrund der Verteuerung von Kraftstoffen in Schwierigkeiten geraten.
Die Auswirkungen der Straße von Hormus auf die Preise
Die Schließung der Straße von Hormus – durch die etwa 20 % des weltweiten Erdöls transportiert werden – hat den Preis für Brent auf über 100 Dollar pro Barrel getrieben, allerdings bei hoher Volatilität. In Spanien sind die Auswirkungen an der Zapfsäule bereits spürbar: Benzin hat seit Beginn des Konflikts einen Anstieg von etwa 15 Cent pro Liter und Diesel von etwa 28 Cent verzeichnet, wie aus von Fachmedien veröffentlichten Daten hervorgeht. Der durchschnittliche Preis für bleifreies Benzin lag Anfang März bei fast 1,815 Euro pro Liter und damit auf dem höchsten Stand seit drei Monaten.
Die Krise beschränkt sich nicht auf Kraftstoffe. Die Schließung von Hormus treibt auch die Preise für Düngemittel, Schwefel und andere industrielle Inputs in die Höhe, die über diese Route transportiert werden, was direkte Folgen für den Agrarsektor und die Lebensmittelkette hat. Die europäischen Aktienmärkte haben seit Beginn der Krise Kursverluste von mehr als 5 % verzeichnet, wobei der STOXX 600 Index seine schlechteste Serie seit mehreren Monaten verzeichnet.
Die vier Säulen des Maßnahmenpakets
Die Regierung hat das Dekret in vier Blöcke unterteilt:
- Berufskraftstoffe: Spezifische Hilfen für den Straßentransport und den Agrarsektor, die am stärksten vom Dieselpreis betroffen sind.
- Energiesteuer: Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und mögliche Aussetzung der Steuer auf die Stromerzeugung, nach dem Vorbild von 2022.
- Arbeitnehmerschutz: Aktivierung von Kurzarbeit aus energiebedingten Gründen, Verbot von Entlassungen im Zusammenhang mit der Krise und Zugang zum RED-Mechanismus zur Arbeitszeitverkürzung.
- Strukturmaßnahmen: Förderung erneuerbarer Energien und Elektrifizierung der Wirtschaft, um die Abhängigkeit von importiertem Öl zu verringern.
Die Verbraucherorganisationen OCU und Facua fordern außerdem eine umfassendere Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe und die Abschaffung der Sondersteuer auf Kohlenwasserstoffe, die etwa 50 % des Endpreises an der Zapfsäule ausmacht.
Strategische Reserven als erste Verteidigungslinie
Spanien aktivierte seine Teilnahme an der historischen koordinierten Freigabe strategischer Reserven unter der Führung der Internationalen Energieagentur (IEA), der sich rund 32 Länder anschlossen. Das Land wird 11,5 Millionen Barrel aus seinen Reserven beisteuern, was ausreicht, um den Verbrauch für etwa 12 Tage zu decken. Insgesamt lagern in Spanien rund 420 Millionen Barrel in 120 über das Staatsgebiet verteilten Depots, was eine autonome Versorgung für 92 Tage garantiert.
Eine Wirtschaft, die Gefahr läuft, an Schwung zu verlieren
Der Zeitpunkt ist für Spanien besonders heikel. Im Jahr 2025 verzeichnete das Land ein BIP-Wachstum von 2,9 %, das höchste unter den großen Volkswirtschaften der Europäischen Union, angetrieben von privatem Konsum, Investitionen und einem Tourismussektor in voller Expansion. Als einer der größten europäischen Importeure von Flüssigerdgas (LNG) ist Spanien jedoch besonders anfällig für Störungen der globalen Lieferwege.
Die Opposition – sowohl die Partido Popular als auch Vox – fordert ehrgeizigere Maßnahmen und hat für nächste Woche eine Debatte im Abgeordnetenhaus angekündigt. Von Sumar, dem Regierungspartner, wird ein umfassenderer «sozialer Schutzschild» gefordert, der die am stärksten gefährdeten Sektoren schützt. Die Regierung ihrerseits beharrt darauf, «wenn es angebracht ist» und mit der Verhältnismäßigkeit zu handeln, die die Entwicklung der Märkte erfordert.
Bleib auf dem Laufenden!
Folge uns auf Facebook für die neuesten Nachrichten und Artikel.
Folge uns auf Facebook