Wirtschaft

Trumps 15-Prozent-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg

Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA seine weitreichenden Zollbefugnisse eingeschränkt hat, greift Präsident Trump auf eine neue Rechtsgrundlage zurück, um einen globalen Zoll von 15 % zu erheben – was eine sofortige Gegenreaktion der EU und der engsten Verbündeten Amerikas auslöst.

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Redakcia
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Trumps 15-Prozent-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg

Vom Gerichtsverlust zur Handelskrieg-Eskalation

In einer dramatischen Wendung, die die globalen Märkte erschüttert hat, machte Präsident Donald Trump eine bedeutende juristische Niederlage zu einer umfassenden neuen Handelsoffensive. Am 20. Februar urteilte der Oberste Gerichtshof der USA mit 6 zu 3 Stimmen, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe, indem er den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) nutzte, um umfassende Importzölle zu erheben – ein Instrument, das dem Gericht zufolge echten nationalen Notfällen und nicht der Handelspolitik vorbehalten sei.

Anstatt sich zurückzuziehen, reagierte Trump innerhalb weniger Stunden. Unter Berufung auf Section 122 des Trade Act von 1974 unterzeichnete er eine Exekutivanordnung, die einen pauschalen Zoll von 10 % auf alle Importe vorsieht. Am folgenden Tag erhöhte er diesen Wert auf 15 % – mit sofortiger Wirkung, wobei er eine Bestimmung ausnutzte, die es einem Präsidenten erlaubt, Zölle von bis zu 15 % zu erheben, um "große und schwerwiegende" Zahlungsbilanzprobleme für bis zu 150 Tage zu beheben.

Was die Zölle abdecken

Die neue Abgabe von 15 % gilt für jährliche Importe im Wert von etwa 1,2 Billionen Dollar, was laut Tax Foundation etwa 34 % aller Waren entspricht, die die Vereinigten Staaten aus dem Ausland beziehen. Waren, die unter das US–Mexiko–Kanada-Abkommen (USMCA) fallen, sind ausgenommen, ebenso wie Pharmazeutika, kritische Mineralien und ausgewählte Lebensmittelimporte wie Rindfleisch, Tomaten und Orangen.

Die Frist von 150 Tagen bedeutet, dass die Zölle voraussichtlich Ende Juli 2026 auslaufen – es sei denn, der Kongress stimmt für eine Verlängerung, eine politisch umstrittene Aussicht, die Handelsexperten als ungewiss bezeichnen.

Eine historische Steuerlast für amerikanische Haushalte

Die wirtschaftlichen Folgen treffen die amerikanischen Verbraucher direkt. Die Tax Foundation schätzt, dass die kombinierte Zollbelastung – einschließlich früherer Abgaben gemäß Section 232, die den Obersten Gerichtshof überstanden haben – die größte US-Steuererhöhung im Verhältnis zum BIP seit 1993 darstellt. Durchschnittliche Haushalte könnten allein im Jahr 2026 mit einer zusätzlichen Belastung zwischen 700 und 1.500 Dollar konfrontiert sein.

Kritisch merken Ökonomen an, dass die Zölle "das Handelsdefizit nicht wesentlich verändert haben" – ihr erklärtes Ziel –, während sie gleichzeitig die Preise für Elektronik, Kleidung und Alltagsgüter in die Höhe treiben.

Europa rüstet sich für einen Handelskrieg

Die Reaktion der EU war schnell und heftig. Eine Bewertung des Blocks kam zu dem Schluss, dass der neue Zoll von 15 % die Abgaben auf einige europäische Exporte – darunter Käse und landwirtschaftliche Produkte – über die im bestehenden Handelsabkommen zwischen den USA und der EU zulässigen Werte anhebt, was faktisch einen Verstoß gegen die Vertragsverpflichtungen darstellt.

Das Europäische Parlament stoppte die Ratifizierung eines umfassenden transatlantischen Handelsabkommens, wobei die Abgeordneten auf die große Unsicherheit über die Zusagen Washingtons verwiesen. "Niemand weiß, was passieren wird", sagte ein hochrangiger Abgeordneter gegenüber CNBC.

Die EU hat auch signalisiert, dass sie bereit ist, ihr Anti-Coercion Instrument einzusetzen – ein wirksames Vergeltungsinstrument, das US-Waren blockieren, amerikanische Unternehmen von EU-Ausschreibungen ausschließen und ausländische Direktinvestitionen einschränken könnte, was US-Unternehmen potenziell Verluste in Milliardenhöhe zufügen würde.

Auch Großbritannien, Kanada und Indien haben ihre Besorgnis geäußert, wobei NBC News von "einer vertrauten Unsicherheit berichtet, während die Welt mit neuen Trump-Zoll-Turbulenzen zu kämpfen hat."

Ein neues juristisches und politisches Schlachtfeld

Der Schachzug mit Section 122 ist rechtlich enger gefasst als IEEPA – er begrenzt die Zölle auf 15 % und hat eine eingebaute Ablaufklausel –, bereitet aber die Bühne für einen langwierigen Kampf im Kongress und vor Gericht. Handelsanwälte warnen davor, dass künftige Regierungen Schwierigkeiten haben könnten, den wirtschaftlichen und diplomatischen Schaden zu beheben, insbesondere wenn sich die Vergeltungsmaßnahmen auf beiden Seiten des Atlantiks verhärten.

Vorerst sticht ein wirtschaftliches Urteil hervor: Die USA errichten die höchsten Handelsschranken seit Jahrzehnten, und der Rest der Welt beginnt, im Gegenzug Mauern zu bauen.

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