Wirtschaft

IWF: US-Schulden steuern bis 2031 auf 140 % des BIP zu

Der IWF lobt die amerikanische Wirtschaft als 'lebhaft', warnt aber davor, dass ausufernde Defizite und eine anschwellende Staatsverschuldung – die bis 2031 voraussichtlich 140 % des BIP erreichen wird – ein wachsendes Risiko für die globale Finanzstabilität darstellen.

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Redakcia
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IWF: US-Schulden steuern bis 2031 auf 140 % des BIP zu

Starkes Wachstum, fragile Finanzen

Der Internationale Währungsfonds hat diese Woche ein deutliches, zweischneidiges Urteil über die amerikanische Wirtschaft abgegeben: Das Wachstum beschleunigt sich, doch die fiskalische Entwicklung des Landes wird schnell zu einer Gefahr, nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern für die ganze Welt. Die am 25. Februar veröffentlichte Artikel-IV-Konsultation des IWF für 2026 zeichnete das Bild einer Wirtschaft, die auf vielen Zylindern läuft – und einer öffentlichen Bilanz, die leise aus den Fugen gerät.

Der Fonds prognostiziert für die USA ein BIP-Wachstum von 2,6 % im Jahr 2026, gegenüber geschätzten 2,2 % im Jahr 2025, wobei die Arbeitslosigkeit bei etwa 4 % liegt und die Kerninflation voraussichtlich Anfang 2027 das Ziel der Federal Reserve von 2 % erreichen wird. IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa bezeichnete US-Unternehmer und -Arbeitnehmer als "zweifellos die Geschichte des Jahres 2025."

Eine Schulden-Spirale in Zeitlupe

Hinter dem optimistischen Titelbild verbirgt sich ein alarmierenderes fiskalisches Bild. Der IWF prognostiziert, dass die Bundesdefizite in den kommenden Jahren bei 7–8 % des BIP bleiben werden – mehr als doppelt so hoch wie das von Finanzminister Scott Bessent öffentlich befürwortete Ziel von 3 %. Wenn dies nicht behoben wird, wird die konsolidierte US-Staatsverschuldung bis 2031 voraussichtlich 140 % des BIP erreichen.

Der Fonds nahm kein Blatt vor den Mund: "Der Aufwärtstrend des Verhältnisses von Staatsverschuldung zum BIP und das steigende Niveau kurzfristiger Schulden stellen ein wachsendes Stabilitätsrisiko für die US-amerikanische und die globale Wirtschaft dar." Das Leistungsbilanzdefizit wird unterdessen voraussichtlich bei 3,5–4 % des BIP bleiben – eine Lücke, die Georgiewa schlicht als "zu groß" bezeichnete.

Die Warnung des IWF kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Trump-Regierung große Steuersenkungen und Ausgabenverschiebungen durch den Kongress verfolgt. Kritiker weisen darauf hin, dass vorgeschlagene Verlängerungen der Steuersenkungen von 2017 in Verbindung mit neuen Ausgabenschwerpunkten die fiskalische Lücke noch weiter vergrößern könnten. Der Fonds forderte eine breite Palette von Maßnahmen zur Erhöhung der Einnahmen und zur Behebung struktureller Ungleichgewichte in Anspruchsprogrammen wie der Sozialversicherung und Medicare.

Zölle: Ein selbstverschuldeter Gegenwind

Die Überprüfung des IWF – die das erste Jahr der zweiten Amtszeit von Donald Trump umfasst – untersuchte auch die umfassende Zollpolitik der Regierung. Der Fonds stellte fest, dass weitreichende Einfuhrabgaben "Lieferketten und Finanzmärkte aufgewühlt" haben, und fügte hinzu, dass "Unsicherheit in Bezug auf die Handelspolitik eine größere als erwartete Belastung für die Wirtschaftstätigkeit darstellen könnte."

Anstatt einseitige Zölle zu befürworten, forderte der IWF Washington auf, sich konstruktiv mit Handelspartnern auseinanderzusetzen, um "Bedenken hinsichtlich unfairer Handelspraktiken auszuräumen und eine koordinierte Reduzierung der Handelsbeschränkungen zu vereinbaren." Zölle, die mit Gründen der nationalen Sicherheit gerechtfertigt werden, sollten "eng gefasst" und nicht breit über ganze Handelsblöcke hinweg angewendet werden, fügte der Fonds hinzu.

Ein offener Austausch an der Spitze

IWF-Beamte bezeichneten die Treffen mit Bessent und dem Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, als "sehr gut und substanziell." Insbesondere soll Bessent "den Wert unterstrichen haben, den er auf eine offene, ehrliche und unparteiische Überwachung durch den IWF legt" – ein diplomatisches Signal, dass die Regierung trotz ihrer konfrontativen Handelspolitik eine externe Überprüfung ihrer Wirtschaftspolitik begrüßt.

Der Fonds betonte auch, dass die politische Glaubwürdigkeit der Federal Reserve weiterhin ein "sehr wertvolles Gut" sei, das durch die Unabhängigkeit der Geldpolitik geschützt werden müsse – eine implizite Warnung vor politischem Druck auf die Zentralbank.

Globale Einsätze

Die Warnung des IWF hat über Washingtons Haushaltsdebatten hinaus Gewicht. Als größte Volkswirtschaft der Welt und Emittent der globalen Reservewährung könnte jede abrupte fiskalische Anpassung der USA – oder ein Vertrauensverlust der Anleger – eine vom Fonds als "ungeordnete externe Neuausrichtung" bezeichnete Entwicklung auslösen, mit potenziell schwerwiegenden Folgewirkungen für Schwellenländer und Handelspartner gleichermaßen. Im Moment ist die US-Wirtschaft noch stark. Aber die Uhr für ihre fiskalische Glaubwürdigkeit tickt, so der IWF, lauter, als die meisten politischen Entscheidungsträger wahrhaben wollen.

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