Wie die US-Staatsverschuldung funktioniert und warum sie wichtig ist
Die US-Staatsverschuldung hat kürzlich die Marke von 39 Billionen Dollar überschritten. Hier erfahren Sie, wie sich die Bundesregierung Geld leiht, wer diese Schulden hält und warum die wachsende Zinslast die wirtschaftliche Stabilität bedroht.
Was ist die Staatsverschuldung?
Jedes Jahr, in dem die Regierung der Vereinigten Staaten mehr Geld ausgibt, als sie an Steuern einnimmt, entsteht ein Haushaltsdefizit. Um dieses Defizit auszugleichen, leiht sich das Finanzministerium Geld, indem es Wertpapiere – Schatzanweisungen, -obligationen und inflationsgeschützte Instrumente – an Investoren auf der ganzen Welt verkauft. Die Staatsverschuldung ist einfach die fortlaufende Summe all dieser angehäuften Kredite zuzüglich der darauf fälligen Zinsen.
Die Brutto-Staatsverschuldung übersteigt inzwischen 39 Billionen Dollar und wächst mit einer Geschwindigkeit von etwa 7,2 Milliarden Dollar pro Tag, so der Joint Economic Committee. Um das ins rechte Licht zu rücken: Die Schulden haben sich seit 2017, als sie bei rund 20 Billionen Dollar lagen, fast verdoppelt.
Wie sich die Regierung Geld leiht
Das US-Finanzministerium beschafft Geld, indem es Wertpapiere versteigert, die durch die "volle Glaubwürdigkeit und Kreditwürdigkeit" der Bundesregierung abgesichert sind. Diese Instrumente gibt es in verschiedenen Varianten:
- Schatzanweisungen (Treasury Bills) – kurzfristige Schulden mit einer Laufzeit von wenigen Wochen bis zu einem Jahr
- Schatzwechsel (Treasury Notes) – mittelfristig, mit einer Laufzeit von zwei bis zehn Jahren
- Schatzanleihen (Treasury Bonds) – langfristig, mit einer Laufzeit von 20 oder 30 Jahren
- TIPS – inflationsgeschützte Wertpapiere, die sich an den Verbraucherpreisindex anpassen
Da US-Staatsanleihen zu den sichersten Anlagen der Welt zählen, bleibt die Nachfrage hoch – was es der Regierung ermöglicht, sich weiterhin zu relativ günstigen Konditionen zu verschulden.
Wer hält all diese Schulden?
Entgegen der landläufigen Meinung sind ausländische Regierungen nicht die größten Gläubiger. Laut der Peter G. Peterson Foundation halten inländische Gläubiger mehr als zwei Drittel der Schulden. Die Aufteilung der öffentlich gehaltenen Schulden sieht in etwa wie folgt aus:
- ~54% – inländische private Investoren, Pensionsfonds, Investmentfonds, Banken und Landesregierungen
- ~31% – ausländische Einrichtungen, angeführt von Japan (~1,1 Billionen Dollar) und dem Vereinigten Königreich (~809 Milliarden Dollar)
- ~15% – die Federal Reserve, die Staatsanleihen kauft und verkauft, um die Zinssätze und die Geldmenge zu steuern
China, einst der zweitgrößte ausländische Gläubiger, hat seine Position in den letzten Jahren stetig reduziert.
Die Schuldenobergrenze: Eine einzigartig amerikanische Beschränkung
Der Kongress legt eine gesetzliche Obergrenze – die Schuldenobergrenze – für die Kreditaufnahme des Finanzministeriums fest. Entscheidend ist, dass sie keine neuen Ausgaben genehmigt, sondern es der Regierung lediglich erlaubt, für Verpflichtungen zu zahlen, die der Kongress bereits genehmigt hat. Wenn die Obergrenze erreicht ist, greift das Finanzministerium zu "außergewöhnlichen Maßnahmen", um die Rechnungen vorübergehend weiter zu bezahlen. Eine Nichtanhebung würde bedeuten, dass die USA ihren Verpflichtungen nicht nachkommen – ein Ereignis, das noch nie eingetreten ist, dem man aber schon mehrmals alarmierend nahe gekommen ist.
Mitte 2025 erhöhte der Kongress die Obergrenze im Rahmen eines umfassenderen Finanzpakets um 5 Billionen Dollar auf 41,1 Billionen Dollar, so das Committee for a Responsible Federal Budget.
Warum die Zinslast die eigentliche Gefahr ist
Die reine Schuldenzahl sorgt für Schlagzeilen, aber Ökonomen konzentrieren sich auf eine aussagekräftigere Kennzahl: die Kosten für die Bedienung der Schulden. Die Nettozinszahlungen werden im Geschäftsjahr 2026 voraussichtlich 1 Billion Dollar erreichen – fast das Dreifache der 345 Milliarden Dollar, die im Jahr 2020 gezahlt wurden. Die Zinsen verschlingen inzwischen etwa 13 Prozent aller Bundesausgaben, gegenüber 7 Prozent im Jahr 2017.
Das Committee for a Responsible Federal Budget warnt, dass die durchschnittliche Verzinsung der Schulden bis 2031 die Wachstumsrate der Volkswirtschaft übersteigen wird. Wenn das passiert, beginnt sich die Verschuldung quasi selbst zu ernähren: Höhere Schulden treiben die Zinsen in die Höhe, langsameres Wachstum reduziert die Steuereinnahmen, größere Defizite führen zu mehr Schulden, und der Kreislauf beschleunigt sich.
Was sind die Konsequenzen?
Eine Überprüfung von 40 akademischen Studien, die vom American Action Forum zitiert wurden, ergab, dass 36 einen statistisch signifikanten negativen Zusammenhang zwischen hoher Staatsverschuldung und Wirtschaftswachstum aufwiesen. Die Hauptrisiken sind:
- Langsameres Einkommenswachstum, da die staatliche Kreditaufnahme private Investitionen verdrängt
- Aufwärtsdruck auf die Zinssätze, wodurch Hypotheken, Autokredite und Unternehmenskredite teurer werden
- Verringerter fiskalischer Spielraum, um auf Notfälle wie Rezessionen, Pandemien oder Kriege zu reagieren
- Eine generationenübergreifende Belastung, da künftige Steuerzahler Verpflichtungen erben, die sie sich nicht ausgesucht haben
Kann das behoben werden?
Ökonomen aus dem gesamten politischen Spektrum sind sich in der Rechnung einig: Die Stabilisierung der Schulden erfordert eine Kombination aus höheren Einnahmen, geringeren Ausgaben oder schnellerem Wirtschaftswachstum. In der Praxis sind die größten Treiber künftiger Defizite obligatorische Programme – Sozialversicherung, Medicare und die Zinszahlungen selbst –, die zusammen den größten Teil des Bundeshaushalts verschlingen. Ohne strukturelle Reformen dieser Programme oder deutliche Einnahmenerhöhungen bleibt der Trend nach oben gerichtet.
Die Staatsverschuldung ist keine Krise, die über Nacht eintritt. Sie ist eine sich langsam entwickelnde strukturelle Herausforderung – eine Herausforderung, die die Handlungsoptionen der Regierung mit jeder Billion Dollar, die erreicht wird, ein wenig mehr einschränkt.
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