Wirtschaft

107 Staaten für Frieden in der Ukraine – USA enthalten sich in der UN

Die UN-Generalversammlung hat am 24. Februar 2026 eine Resolution zur Ukraine mit 107 Ja-Stimmen angenommen, wobei sich die USA aufgrund einer Passage zur territorialen Integrität enthielten. Ungarn war das einzige EU-Mitglied, das sich ebenfalls enthielt.

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Redakcia
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107 Staaten für Frieden in der Ukraine – USA enthalten sich in der UN

Wendepunkt in der UN: 107 Ja-Stimmen, 51 Enthaltungen

Die UN-Generalversammlung hat am 24. Februar 2026 – dem vierten Jahrestag der umfassenden russischen Invasion in der Ukraine – die Resolution „Unterstützung eines dauerhaften Friedens in der Ukraine“ mit 107 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen und 51 Enthaltungen angenommen. Die Resolution fordert einen sofortigen, umfassenden und bedingungslosen Waffenstillstand sowie die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen.

Washingtons Änderungsversuch scheitert

Die Trump-Administration versuchte vor der Schlussabstimmung, die Passagen zur territorialen Integrität und zu einem gerechten Frieden aus dem Text streichen zu lassen. Der Änderungsantrag wurde von der Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit abgelehnt: Nur 11 Länder unterstützten ihn, 69 stimmten dagegen, 62 enthielten sich. Anschließend enthielt sich Washington auch bei der Hauptabstimmung.

Der US-amerikanische UN-Gesandte argumentierte, dass die Vereinigten Staaten „näher an einer Einigung seien als jemals seit Ausbruch des Krieges“ und eine Verhandlungslösung nicht durch die Aufnahme prinzipieller Forderungen in den Text untergraben werden dürfe. Diese Position löste scharfe Kritik bei den europäischen Verbündeten aus – insbesondere, weil Washington im Februar 2025 noch direkt an der Seite Russlands gegen die Ukraine gestimmt hatte. Die jetzige Enthaltung stellt also eine Bewegung dar, stellt aber die Einheit mit der EU noch nicht wieder her.

Wer hat wie gestimmt?

Gegen die Resolution stimmten zwölf Länder: Russland, Belarus, Nordkorea, Iran, Kuba, Burkina Faso, Burundi, Eritrea, Mali, Sudan, Nicaragua und Niger. Zu den Enthaltungen gehörten – neben den Vereinigten Staaten – auch Ungarn, China, Brasilien, Indien, Serbien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich China, Brasilien und Indien – die bestimmenden Mächte des globalen Südens – ebenfalls enthielten, was signalisiert, dass die internationale Gemeinschaft bei der bedingungslosen Unterstützung der Ukraine alles andere als geeint ist. Dieser Trend schränkt in einer zunehmend multipolaren Weltordnung auch den diplomatischen Spielraum der Ukraine ein.

Ungarns EU-Sonderweg

Die Enthaltung Budapests war unter den EU-Mitgliedstaaten einzigartig: Die übrigen Mitglieder der Union stellten sich geschlossen hinter die Ukraine. Die Abstimmung ist kein singuläres Ereignis: Am 23. Februar hatte Außenminister Péter Szijjártó angekündigt, dass Ungarn das 20. Sanktionspaket der EU gegen Russland und den für die Ukraine vorgesehenen europäischen Kreditrahmen von 90 Milliarden Euro blockiert habe. Viktor Orbán warf Kiew „offen feindselige Schritte“ gegen Ungarn vor – vor allem in Bezug auf die Aussetzung der Lieferungen über die Druschba-Erdölleitung.

Im Vorfeld der Parlamentswahlen 2026 hat sich die Ukraine-Politik der ungarischen Regierung zu einer innenpolitischen Bruchlinie entwickelt: Die Opposition fordert die Zusammenarbeit mit den EU-Verbündeten, während die Regierung die Narrative der Neutralität und der Friedensverhandlungen verstärkt.

Was bedeutet das für Europa?

Die Abstimmung trägt eine doppelte Botschaft in sich. Einerseits lehnt die große Mehrheit der Welt – 107 Staaten – die russische Aggression weiterhin ab und steht zu den Prinzipien der UN-Charta. Andererseits deutet die Enthaltung der Vereinigten Staaten auf einen tiefgreifenden Bruch zwischen Washington und seinen traditionellen europäischen Verbündeten hin: Brüssel ist nun zunehmend gezwungen, die Front für die Ukraine allein zu halten. Für Europa stellt sich immer dringlicher die Frage, wie die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine ohne die aktive Beteiligung der USA aufrechterhalten werden kann – insbesondere, wenn die Einheit der EU von innen heraus durch einzelne Mitgliedstaaten, darunter Ungarn, geschwächt wird.

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