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Polen investiert 8,7 Mrd. Złoty in sozialen Wohnungsbau im Jahr 2026

Die Regierung stellt im Jahr 2026 eine Rekordsumme von 8,7 Milliarden Złoty für den sozialen und kommunalen Wohnungsbau bereit und plant den Bau und die Renovierung von 18.000 Wohnungen für Familien, die von der Mietlücke betroffen sind.

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Redakcia
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Polen investiert 8,7 Mrd. Złoty in sozialen Wohnungsbau im Jahr 2026

Rekordbudget zur Bekämpfung der Wohnungskrise

Die polnische Regierung hat das größte Wohnungsbau-Investitionspaket aller Zeiten angekündigt: 8,7 Milliarden Złoty für den sozialen und kommunalen Wohnungsbau im Jahr 2026. Diese Summe umfasst 6,7 Mrd. Złoty aus Haushaltsmitteln sowie zusätzliche Mittel aus dem Nationalen Aufbauplan. Das sind 2 Milliarden Złoty mehr als im Vorjahr und mehr als doppelt so viel wie die Gesamtausgaben für diesen Zweck in den Jahren 2020–2023.

Das Programm ist eine Antwort auf die sich verschärfende Wohnungskrise, von der Millionen Polen betroffen sind. Schätzungen zufolge beträgt das Wohnungsdefizit in Polen 0,5 bis sogar 2 Millionen Einheiten, und über 25 Prozent der Bürger befinden sich in der sogenannten Mietlücke – sie verdienen zu viel, um sich für Sozialwohnungen zu qualifizieren, aber zu wenig, um sich die Marktmieten leisten zu können.

Wie werden die Mittel verteilt?

Über 4 Milliarden Złoty fließen in nicht rückzahlbare Zuschüsse für Gemeinden, die Mietwohnungen, Sozialwohnungen und Studentenwohnheime bauen. Weitere 2 Milliarden Złoty werden für Vorzugskredite verwendet, die von der Bank Gospodarstwa Krajowego im Rahmen des Programms für sozialen Mietwohnungsbau (SBC) vergeben werden. Die Kreditbedingungen sind günstig: Finanzierung von bis zu 80 Prozent des Investitionswertes, eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren und in den ersten fünf Jahren ein Zinssatz auf dem Niveau von WIBOR ohne Bankmarge.

Ein neues Element der Strategie ist die Einbeziehung von 3.500 Wohnungsbaugenossenschaften in das Fördersystem, die Zugang zu Zuschüssen in Höhe von 15 Prozent des Investitionswertes sowie zinsgünstigen (2%) Krediten mit einer Laufzeit von 50 Jahren erhalten.

18.000 Wohnungen in diesem Jahr

Im Jahr 2026 plant die Regierung, den Bau und die Renovierung von 18.000 Wohnungen zu beauftragen. Insgesamt sollen im Dreijahreszeitraum 2024–2026 35.000 neue Wohneinheiten entstehen, die von Sozialen Wohnungsbauinitiativen (SIM), Gesellschaften für Sozialen Wohnungsbau (TBS) und Wohnungsbaugenossenschaften realisiert werden. Die Mittel werden über den BGK-Zuschussfonds verteilt.

Zum Vergleich: In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wurden lediglich 2.000 Sozial- und Genossenschaftswohnungen fertiggestellt, was nur etwa 3 Prozent der neuen Wohneinheiten auf dem Markt ausmachte. Bisher sind aus den BGK-Programmen über 110.000 Wohnungen entstanden.

Demografischer und Markthintergrund

Das Ausmaß der Investitionen ergibt sich nicht nur aus dem Wohnungsbedarf, sondern auch aus der dramatischen demografischen Situation. Die Zahl der Geburten in Polen ist von 413.000 im Jahr 2010 auf 238.000 im Jahr 2025 gesunken, und in den letzten 15 Jahren wurde etwa ein Viertel der Geburtsstationen geschlossen. Der Mangel an verfügbaren Wohnungen wird allgemein als eines der Haupthindernisse für junge Familien angesehen.

Der Markthintergrund verschärft die Situation – laut OECD-Daten sind die Mietkosten in Polen seit 2015 um 62 Prozent gestiegen, während die Durchschnittslöhne im gleichen Zeitraum nur um 24,5 Prozent gestiegen sind. Die Wohneigentumsquote ist innerhalb von nur drei Jahren von 65 auf 60 Prozent gesunken.

Langfristige Strategie bis 2030

Das Programm für 2026 ist Teil einer umfassenderen Strategie – bis 2030 plant die Regierung, insgesamt bis zu 45 Milliarden Złoty für den sozialen Wohnungsbau bereitzustellen, mit einer jährlichen Obergrenze, die auf 10 Mrd. Złoty ansteigt. Wie der stellvertretende Entwicklungsminister Tomasz Lewandowski betonte, ist das Ziel, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum dauerhaft zu erhöhen und das Problem der Mietlücke, von dem schätzungsweise 4 Millionen polnische Familien betroffen sind, systemisch zu lösen.

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