Druzhba in der Sackgasse: Weiterhin kein Ölfluss
Die Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline in die Slowakei und nach Ungarn verzögert sich erneut – diesmal auf den 26. Februar. Die Slowakei hat die Notstromlieferungen an die Ukraine eingestellt, die Verhandlungen befinden sich laut Wirtschaftsministerium in einer Sackgasse.
Termine verschieben sich, Öl fließt nicht
Die Slowakei und Ungarn sind seit fast einem Monat ohne russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline. Kiew hat eine weitere Verschiebung des Termins für die Wiederaufnahme des Transits angekündigt – vom 25. auf den 26. Februar 2026 – ohne nähere Erläuterung. Es handelt sich dabei um eine wiederholte Verschiebung: Das gleiche Szenario hat sich im Laufe des gesamten Februars wiederholt.
Die Unterbrechung begann Ende Januar, nachdem die Ukraine die Beschädigung der Ölinfrastruktur im Gebiet Brody in der Region Lemberg durch einen angeblichen russischen Drohnenangriff gemeldet hatte. Die slowakische Gesellschaft Transpetrol, Betreiber des heimischen Pipelineabschnitts, wies darauf hin, dass die ukrainischen Partner wiederholt Verpflichtungen verletzen und vereinbarte Zeitpläne verschieben.
Ministerium: Verhandlungen in der Sackgasse
Das slowakische Wirtschaftsministerium bestätigte in einer offiziellen Erklärung, dass „der Termin im Rahmen des Zeitplans für die Wiederaufnahme der Öllieferungen erneut verschoben wurde“ und dass sich die Verhandlungen mit der ukrainischen Seite in einer Sackgasse befinden. Das Ministerium hat gleichzeitig Berichte über einen Brand im Pumpwerk Kalejkino in Russland erhalten, das Teil der Druschba-Infrastruktur ist – nach vorliegenden Informationen sollte dieser Vorfall jedoch keine langfristigen Auswirkungen auf den Ölfluss in Richtung Slowakei haben.
Als Vorsichtsmaßnahme hat die slowakische Regierung Notölreserven für die Raffinerie Slovnaft freigegeben und versichert, dass die Versorgung des heimischen Marktes mit Kraftstoffen nicht unmittelbar gefährdet ist. Das Wirtschaftsministerium verhandelt gleichzeitig mit tschechischen und kroatischen Partnern über alternative Versorgungswege.
Slowakei stoppt Stromlieferungen an Kiew
Premierminister Robert Fico eskalierte den Streit am 23. Februar, als er die staatliche Gesellschaft SEPS anwies, die Notstromlieferungen an die Ukraine einzustellen. „Solange das ukrainische Energiesystem nicht von einem anderen Partner stabilisiert wird, wird unsere Hilfe nicht geleistet“, erklärte Fico, der den gesamten Streit als „rein politische Entscheidung zur Erpressung der Slowakei“ bezeichnet. Die Einstellung der Stromlieferungen werde seiner Aussage nach bis zur Wiederaufnahme des Öltransits andauern.
Fico drohte gleichzeitig mit einer Überprüfung der bisher konstruktiven Haltung der Slowakei zum Beitritt der Ukraine zur EU, wodurch er den diplomatischen Druck auf Kiew erhöhte.
Ungarn blockiert Sanktionen und EU-Kredite
Parallel dazu nutzt Ungarn den Streit als Druckmittel in der europäischen Politik. Außenminister Péter Szijjártó gab bekannt, dass Budapest das 20. Paket antirussischer EU-Sanktionen und einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockiert, bis Kiew den Öltransit wieder aufnimmt. Ministerpräsident Viktor Orbán machte die Zustimmung zu jeglicher finanzieller Hilfe für Kiew von der Wiederaufnahme der Lieferungen über Druschba abhängig.
Kiew: Wir reparieren, was geht
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte die Slowakei und Ungarn auf, Ultimaten an den Kreml und nicht an Kiew zu richten. Ukrainische Vertreter bestehen darauf, dass die Beschädigung der Pipeline von Russland verursacht wurde und die Reparaturen so schnell wie technisch möglich durchgeführt werden. Ukrainische Drohnen haben inzwischen auch das Pumpwerk Kalejkino in Tatarstan getroffen – was die Situation weiter verkompliziert hat.
Was steht auf dem Spiel
Druschba versorgt die einzige slowakische Raffinerie Slovnaft, die den Großteil des heimischen Kraftstoffbedarfs deckt. Ein langfristiger Ausfall würde kostspielige alternative Routen erfordern – beispielsweise über die kroatische JANAF-Pipeline oder die Adria-Route. Die Energiesicherheit der gesamten mitteleuropäischen Region bleibt fragil, solange die diplomatische Sackgasse andauert.
Bleib auf dem Laufenden!
Folge uns auf Facebook für die neuesten Nachrichten und Artikel.
Folge uns auf Facebook