Flughafen Dubai im Dunkeln: Iran-Krieg legt globalen Flugverkehr lahm
Die iranischen Vergeltungsschläge gegen Golfstaaten haben die Flughäfen Dubai, Doha und Abu Dhabi auf unbestimmte Zeit geschlossen. Über 19.000 Flüge weltweit sind verspätet, Hunderttausende Reisende sitzen fest – die größte Luftfahrtkrise seit COVID-19.
Ein globales Drehkreuz im Dunkeln
Der internationale Flughafen Dubai – der weltweit verkehrsreichste für internationale Passagiere – verstummte am Wochenende, als der Iran in mehreren Wellen Raketen und Drohnen auf Golfstaaten abfeuerte, die US-Militärstützpunkte beherbergen. Am Sonntag blieb der Flughafen geschlossen, ohne dass ein Zeitplan für die Wiedereröffnung vorlag. Die Flughäfen Hamad International in Doha und Zayed International in Abu Dhabi folgten und kappten damit die Verbindungen zwischen Europa und Asien, Afrika und Australasien.
Das Ausmaß der Störung ist erschütternd
Mehr als 19.000 Flüge weltweit waren verspätet, so der Flugverfolgungsdienst FlightAware. Allein am Sonntag wurden über 3.400 Flüge auf sieben Flughäfen im Nahen Osten gestrichen. Das Luftfahrtanalyseunternehmen Cirium berichtete, dass am Samstag 22,9 % aller planmäßigen Regionalflüge – 966 von 4.218 – vollständig gestrichen wurden. Die Zahlen erreichen das Niveau der schlimmsten Tage der COVID-19-Pandemie.
Die drei großen Golf-Fluggesellschaften im Zentrum der Krise – Emirates, Etihad und Qatar Airways – befördern zusammen über ihre Drehkreuze täglich rund 90.000 Passagiere, so Cirium. Alle haben den Betrieb eingestellt. Die Ausfallraten waren drastisch: Emirates strich 38 % seiner Flüge, Etihad 30 % und Qatar Airways 41 %. Europäische Fluggesellschaften zogen schnell nach: Die Lufthansa Group stellte die Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman und Teheran bis zum 7. März ein. British Airways, Air France, KLM, Delta, United, American Airlines, Air India und Turkish Airlines setzten alle Routen in den Nahen Osten aus.
Gestrandet auf der ganzen Welt
Die Folgen reichten weit über die Region hinaus. Mindestens 145 Flugzeuge auf dem Weg nach Dubai und Tel Aviv wurden ohne Vorwarnung nach Athen, Istanbul und Rom umgeleitet. In Bali, Indonesien, saßen über 1.600 Touristen fest, nachdem Anschlussflüge über Golf-Drehkreuze gestrichen worden waren. Tausende weitere wurden auf Flughäfen von London bis Mumbai im Ungewissen gelassen.
"Niemand weiß wirklich, was in dem Konflikt vor sich geht. Nicht einmal Emirates – Emirates hat keine Ahnung." – Jonathan Escott, ein gestrandeter Passagier, im Gespräch mit Euronews
Unter den Regeln für außergewöhnliche Umstände haben Passagiere keinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung, obwohl die Fluggesellschaften weiterhin verpflichtet sind, Essensgutscheine, Hotelunterkünfte und vollständige Rückerstattungen für stornierte Flüge anzubieten.
Warum die Golf-Drehkreuze so wichtig sind
Die Krise legt eine strukturelle Schwachstelle der modernen globalen Luftfahrt offen: die übermäßige Abhängigkeit von Dubai, Doha und Abu Dhabi für die Abwicklung des Ost-West-Verkehrs. Diese Drehkreuze entwickelten sich aufgrund ihrer geografischen Lage und der massiven Kapazitäten, die staatlich unterstützte Fluggesellschaften in zwei Jahrzehnten aufgebaut haben, zu wichtigen Verbindungsstellen. Der gleichzeitige Ausfall aller drei zwingt die Fluggesellschaften, nach Alternativen über Istanbul, Kairo und Nairobi zu suchen – aber diese Routen verfügen nur über begrenzte freie Kapazitäten und können den Überlauf nicht auffangen.
Keine schnelle Erholung in Sicht
Luftfahrtexperten warnten, dass es selbst nach der Wiedereröffnung der Lufträume Tage dauern könnte, bis der Rückstau abgebaut ist, da sich Flugzeuge und Besatzungen über den ganzen Globus verteilt befinden. Zum Vergleich: Ein früherer Angriff der USA und Israels auf den Iran im Juni 2025 dauerte 12 Tage. Da die Operationen der USA und Israels am Sonntag noch andauerten und der Iran weitere Vergeltungsmaßnahmen ankündigte, erklärten die Luftfahrtbehörden, sie würden die Sicherheit des Luftraums stündlich neu bewerten – wodurch Millionen von Reiseplänen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt bleiben.
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