US-Immobilienmarkt taut auf: Zinsen nähern sich 6% und Angebot steigt
Der US-Immobilienmarkt zeigt Anzeichen einer Erholung: Die Hypothekenzinsen nähern sich dem niedrigsten Stand seit 2022, das Angebot erreicht ein Fünfjahreshoch und das Wachstum der Immobilienpreise verlangsamt sich – was Käufern die besten Chancen seit Jahren bietet.
Ein Wendepunkt für Käufer
Nach Jahren himmelhoher Hypothekenzinsen und schwindendem Angebot verschiebt sich der US-Immobilienmarkt endlich zugunsten der Käufer. Der Zinssatz für 30-jährige Hypotheken sank Ende Februar 2026 auf 5,99 % – den niedrigsten Stand seit 2022 – bevor er sich Mitte März laut Freddie Mac bei 6,22 % einpendelte. In Verbindung mit steigendem Angebot und verlangsamtem Preiswachstum sagen Analysten, dass der Markt in seine ausgeglichenste Phase seit fast einem Jahrzehnt eintritt.
Hypothekenzinsen auf Abwärtskurs
Die Economic and Strategic Research Group von Fannie Mae prognostiziert, dass die Zinsen Ende 2026 bei etwa 5,9 % liegen werden und um etwa 10 Basispunkte pro Quartal sinken. Obwohl dies immer noch deutlich über den Tiefstständen von unter 3 % aus der Zeit der Pandemie liegt, stellt der Trend eine deutliche Verbesserung gegenüber den Höchstständen von über 7 % Ende 2023 dar.
Die Mortgage Bankers Association prognostiziert, dass sich die Zinsen den Großteil des Jahres im niedrigen bis mittleren 6-Prozent-Bereich halten werden, wobei Wells Fargo im ersten Quartal einen Boden um die 6,1 % erwartet. Der allmähliche Rückgang kurbelt die Aktivität bereits an: Fannie Mae erwartet, dass die gesamten Hausverkäufe im Jahr 2026 5,16 Millionen erreichen werden, wobei der Anteil der Refinanzierungen von 26 % auf 35 % steigt.
Erholung des Angebots gibt Käufern Optionen
Die vielleicht wichtigste Veränderung findet auf der Angebotsseite statt. Die aktiven Angebote stiegen bis Januar 2026 um 10 % im Jahresvergleich und erreichten laut ResiClub Analytics den höchsten Stand seit 2020. Fast die Hälfte der 200 größten Ballungsräume hat das Angebotsniveau vor der Pandemie wieder erreicht.
Auch die neuen Angebote steigen saisonal an, wobei in einer frühen Frühlingswoche über 50.000 neue Angebote verzeichnet wurden – ein Plus von 9,7 % im Jahresvergleich und eines der stärksten Ergebnisse seit vor der Pandemie. Anhand der Monatsdaten der National Association of Realtors ist der Markt so ausgeglichen wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr.
Preiswachstum kühlt sich deutlich ab
Der landesweite Anstieg der Immobilienpreise hat sich stark verlangsamt. Laut Cotality (ehemals CoreLogic) verringerte sich das Wachstum im Jahresvergleich auf nur noch 0,7 % im Januar 2026, gegenüber 3,5 % zu Beginn des Jahres 2025. Das Forschungsteam von J.P. Morgan prognostiziert, dass die Immobilienpreise landesweit in diesem Jahr bei einem Wachstum von 0 % stagnieren könnten.
Diese Verlangsamung in Verbindung mit einem erwarteten Einkommenswachstum von 4 % verbessert die Erschwinglichkeit deutlich. Zillow prognostiziert, dass Immobilien bis Dezember in 20 der 50 größten Metropolen erschwinglich sein werden – so viele wie seit 2022 nicht mehr – wobei Chicago, Atlanta und Raleigh neu auf der Liste stehen.
Eine Geschichte von zwei Märkten
Die regionalen Unterschiede sind weiterhin groß. Der Mittlere Westen und der Nordosten entwickeln sich weiterhin überdurchschnittlich gut, angeführt von New Jersey (+5,6 %), Connecticut (+5,3 %) und Illinois (+4,9 %). Unterdessen verzeichnen der Sun Belt und die Westküste regelrechte Preisrückgänge, die durch eine Überproduktion nach der Pandemie verursacht werden. Florida führt die Verluste mit -2,36 % an, gefolgt von Colorado (-1,31 %) und Utah (-1,11 %).
Diese Zweigeschwindigkeit bedeutet, dass die Erzählung vom „Käufermarkt“ stark von der Geografie abhängt. Küstenmetropolen wie San Francisco und New York behalten erhebliche Preisaufschläge bei, obwohl die Abwanderung in günstigere mittelgroße Städte die Nachfragemuster weiterhin verändert.
Gelegenheit – mit Einschränkungen
Für Käufer, die während des Zinsschocks von 2023–2024 an der Seitenlinie standen, verbessern sich die Bedingungen unbestreitbar. Ökonomen warnen jedoch davor, eine dramatische Korrektur zu erwarten. Die Zinsen sind historisch gesehen weiterhin hoch, und ein strukturelles Unterangebot – insbesondere im Nordosten – wird die Preise in vielen Märkten weiterhin stützen. Der Konsens: 2026 bietet die besten Kaufbedingungen seit Jahren, aber keine Rückkehr zur einfachen Erschwinglichkeit der Zeit vor der Pandemie.
Bleib auf dem Laufenden!
Folge uns auf Facebook für die neuesten Nachrichten und Artikel.
Folge uns auf Facebook