Globaler Wohnungsmarkt 2026: Zinsen sinken, Verkäufe steigen wieder
In den USA sind die Hypothekenzinsen erstmals seit 2022 wieder unter 6% gefallen, wobei die NAR einen Anstieg der Hausverkäufe um 14% prognostiziert. In Europa verschärft sich die Kluft bei der Erschwinglichkeit, da die Immobilienpreise in der gesamten EU schneller steigen als die Haushaltseinkommen.
Ein Wendepunkt für amerikanische Käufer
Der US-amerikanische Wohnungsmarkt startete mit vorsichtigem Optimismus – und einem Meilenstein – in den Frühling 2026. Am 26. Februar sank der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf 5,98 % und fiel damit laut NPR erstmals seit September 2022 unter 6 %. Die psychologische Bedeutung ist kaum zu überschätzen: Nachdem die Kreditkosten Ende 2023 ihren Höchststand bei fast 7,8 % erreicht hatten, sinken sie endlich wieder in einen Bereich, den viele Käufer für tragbar halten.
Die National Association of Realtors (NAR) hatte diese Erholung prognostiziert. Chefökonom Lawrence Yun sagte für 2026 einen Anstieg der Verkäufe bestehender Häuser um 14 % voraus – den größten erwarteten jährlichen Anstieg seit Jahren –, der durch moderate Zinssenkungen, anhaltendes Jobwachstum und aufgestaute Nachfrage von Käufern getrieben wird, die Käufe seit drei oder mehr Jahren aufgeschoben haben.
Monatliche Raten sinken endlich
Für Käufer bewegen sich die Zahlen allmählich in die richtige Richtung. Die medianen monatlichen Wohnkosten sanken in den vier Wochen bis zum 4. Januar 2026 auf 2.365 Dollar – ein Rückgang von 4,7 % gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Stand seit zwei Jahren, wie National Mortgage Professional berichtet. Wohnungsmarktexperten bezeichnen 2026 als potenziell das erste Jahr seit 2020, in dem die durchschnittlichen monatlichen Hypothekenkosten tatsächlich sinken.
J.P. Morgan Global Research prognostiziert, dass die US-Hauspreise im Jahr 2026 weitgehend stabil bleiben werden, nachdem sie sich im vorangegangenen Jahrzehnt fast verdoppelt hatten. Diese Kombination – stabile Preise, niedrigere Zinsen – ist bedeutsam. Die NAR schätzt, dass Zinssätze um die 6 % landesweit bis zu 5,5 Millionen zusätzlichen qualifizierten Käufern den Weg ebnen könnten.
Die Erholung verläuft jedoch ungleichmäßig. Haushalte mit mittlerem Einkommen können sich nur 21 % der verfügbaren Angebote leisten – gegenüber etwa 50 % vor der Pandemie. Teure Küstenmärkte bleiben für Erstkäufer weitgehend unerreichbar, und der mittlere Hauspreis liegt immer noch bei 405.000 Dollar. Die Lagerbestände verbessern sich langsam, haben aber noch nicht das Niveau von vor 2020 erreicht.
Europa: Schnelle Preise, langsame Löhne
Jenseits des Atlantiks hat das Problem der Wohnraumbezahlbarkeit eine andere Beschaffenheit – eine, die zunehmend politisch wird. Italien führt das europäische Wachstum der Wohnimmobilienpreise an, wobei die Immobilienwerte Mitte 2025 im Jahresvergleich um etwa 3,9 % gestiegen sind und die Spitzenmieten in Mailand und Rom einige der höchsten Zuwächse des Kontinents verzeichnen. Die verfügbaren Angebote in italienischen Städten sind im Jahr 2024 um 4 % gesunken und haben sich im Jahr 2025 weiter verknappt.
Allgemeiner gesagt, sind die EU-Hauspreise im vergangenen Jahrzehnt weitaus schneller gestiegen als die Haushaltseinkommen. Die Preis-Einkommens-Verhältnisse haben sich in Portugal, den Niederlanden, Ungarn, Luxemburg, Irland, Tschechien und Österreich um mehr als 20 % verschlechtert. EU-Haushalte gaben im Jahr 2024 durchschnittlich 19 % ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen aus – in Griechenland waren es 36 % und in Deutschland und Schweden jeweils 25 %.
In mehreren Märkten – Spanien, Portugal, Irland, Polen und Bulgarien – verschlingt die Miete für eine Standard-Zweizimmerwohnung mehr als 80 % des mittleren Gehalts in städtischen Gebieten, wie aus von der Europäischen Kommission zitierten Eurostat-Daten hervorgeht. Wohnen hat sich laut jüngsten Umfragen zum größten Problem der EU-Bürger entwickelt.
Vorsichtiger Optimismus für das kommende Jahr
Die Reallöhne in der EU werden laut Prognosen der Europäischen Kommission im Jahr 2025 um 1,6 % und im Jahr 2026 um 1,1 % steigen, was die Kreditaufnahmekapazität leicht verbessern dürfte. JLL prognostiziert, dass die globalen Investitionen in Wohnimmobilien im Jahr 2026 250 Milliarden Dollar übersteigen werden, wobei erwartet wird, dass die USA wieder das Investitionsniveau von vor der Pandemie erreichen werden. Der globale Wohnungsmarkt stabilisiert sich nach Jahren der Turbulenzen nach der Pandemie – aber die Kluft zwischen den Kosten für Wohnraum und dem, was sich normale Haushalte leisten können, bleibt die bestimmende Herausforderung des Jahrzehnts.
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