Wirtschaft

Málaga ohne AVE zu Ostern: Tourismus befürchtet Millioneneinbußen

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Málaga bleibt nach dem Erdrutsch von Álora über Ostern gesperrt, was zu geschätzten Verlusten von über 1,3 Milliarden Euro für den Tourismussektor an der Costa del Sol führt.

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Redakcia
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Málaga ohne AVE zu Ostern: Tourismus befürchtet Millioneneinbußen

Ein Erdrutsch isoliert die Costa del Sol

Die Hochgeschwindigkeits-Zugverbindung zwischen Madrid und Málaga bleibt während der Semana Santa de 2026 unterbrochen, nachdem Adif bestätigt hat, dass die Wiedereröffnung nicht vor der letzten Aprilwoche erfolgen wird. Diese Nachricht ist ein verheerender Schlag für den Tourismussektor der Costa del Sol in einer der besucherstärksten Zeiten des Jahres.

Der Ursprung der Krise liegt im 4. Februar, als heftige Regenfälle einen Erdrutsch in der Ortschaft Álora (Málaga) verursachten, der etwa 300 Meter Stützmauer zerstörte und die Gleise blockierte. Laut Adif sind die Schäden „viel gravierender als erwartet“ und das verbleibende Gelände „garantiert nicht die notwendige Stabilität“, um den Verkehr sicher wiederherzustellen.

Touristische Auswirkungen ohne Präzedenzfall

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Der Präsident der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, hat die Verluste auf über 1,3 Milliarden Euro beziffert und angekündigt, dass er die Zentralregierung auffordern wird, diese Rechnung zu übernehmen. José Luque, Präsident des Hotelierverbandes der Costa del Sol, warnt davor, dass das Fehlen einer direkten Verbindung „viele Menschen daran hindern wird, zu reisen oder ihr Urlaubsziel zu ändern“.

Die Daten spiegeln den Schaden bereits wider:

  • Rückgang der Hotelbuchungen in der Stadt Málaga um bis zu 30 %.
  • Rückgang um 25 % in den Binnenregionen der Provinz.
  • Reduzierung der Auslastung an der Küste um 18 %.
  • Etwa 1.800 Arbeitnehmer potenziell betroffen.

Javier Frutos, Präsident des Gastgewerbeverbandes von Málaga, äußerte seine Frustration: „Es ist entmutigend, weil uns mehrere Termine genannt wurden, die nicht eingehalten wurden.“

Eisenbahnunternehmen in der Krise

Die Unterbrechung betrifft nicht nur Renfe, sondern alle Betreiber der Strecke. Iryo musste für sein auf dieser Strecke eingesetztes Personal einen ERTE (vorübergehende Arbeitsfreistellungsregelung) beantragen, während Ouigo seine Verbindungen zwischen Madrid und Málaga vollständig eingestellt hat.

Die aktuelle Alternative besteht in einem System von Bustransfers am Bahnhof Antequera-Santa Ana, was die Reisezeit auf etwa 4,5 Stunden erhöht, verglichen mit den weniger als drei Stunden der direkten AVE-Fahrt.

Politische Spannungen zwischen Regierung und Junta

Die Krise hat einen politischen Streit ausgelöst. Die Junta de Andalucía drohte mit rechtlichen Schritten, falls der Dienst nicht vor dem Domingo de Ramos (29. März) wiederhergestellt würde. Die Wirtschaftsministerin Carolina España bezeichnete die Situation als „Verrat an den Menschen in Málaga“.

Der Verkehrsminister Óscar Puente verteidigte seinerseits das Tempo der Arbeiten: „Wir können nicht mehr Stunden arbeiten oder mehr Maschinen oder mehr Arbeiter einsetzen. Wir werden so lange brauchen, wie es menschlich möglich ist.“ Adif überprüft seine Schätzungen alle 15 Tage entsprechend dem Fortschritt der Arbeiten und den Bedingungen des Geländes.

Ein noch ungewisser Horizont

Wenn die Strecke schließlich wiedereröffnet wird, wird dies in einer ersten Phase mit eingleisigem Betrieb und Geschwindigkeitsbegrenzungen zwischen 30 und 80 km/h im betroffenen Abschnitt erfolgen. Die vollständige Wiederherstellung des zweigleisigen Betriebs könnte sich bis Mitte des Jahres verzögern, und der vollständige Abschluss der Arbeiten wird nicht vor Ende 2026 erwartet.

In der Zwischenzeit steht Málaga vor einer von Unsicherheit geprägten Karwoche, mit einem Tourismussektor, der dringende Lösungen fordert, und einem institutionellen Konflikt, der die Wahrnehmung einer Krise in einer der wichtigsten Tourismushauptstädte Spaniens nur noch verschärft.

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